DFB-Pokal

Herthas geplatzter Traum

Herthas geplatzter Traum
Nach der Niederlage im Halbfinale des DFB-Pokals sehen die Spieler enttäuscht und ratlos aus.
Olympiastadion - Aus, das Spiel ist aus! Und wieder mal steht die Hertha nach der 0:3 Pleite im Halbfinale des DFB-Pokals gegen Borussia Dortmund mit leeren Händen da. Hier liest du, was QIEZ zum Spiel sagt.

QIEZ-Redakteur und BVB-Fan Nikolaus Triantafillou:

Sie hatten sich nun wirklich Mühe gegeben, die Hertha-Fans: das schwarz-gelbe Fanmobil „verschönert“, die Gäste in ihrem exklusiven Hotel mit Kanonenschlägen beschallt, ein neues –umgedichtetes – Lied einstudiert. Und dann gab es noch eine große Choreographie im Olympiastadion. Es herrschte also fast Endspielstimmung in der Stadt – und tatsächlich ist der DFB-Pokal nun für Hertha beendet.

Denn sportlich wirkte sich die große Vorfreude, die kollektive Erwartung lähmend aus. Man musste ja beinahe schon die Minuten zählen, bis Hertha mal wieder an den Ball kam. Aus Borussen-Sicht entzückte dieses gepflegte Passspiel natürlich ungemein. Die Angst von der Anfield Road war nur noch ein weit entfernter Schatten. Marco Reus, dem nachgesagt wird, in großen Spielen abzutauchen, war diesmal entscheidend am Erfolg beteiligt. Alles schick also – und Hertha BSC bekommt am Wochenende noch mal die große Bühne, gegen den FC Bayern. Mehr Glück dabei!

 

Leider 0:3 verloren und damit ausgeschieden. ???? #hahohe

Ein von #Hertha BSC Offiziell (@herthabsc) gepostetes Foto am


QIEZ-Redakteur und Hertha-Fan Jarek Voss:

Da war es nun, das Spiel der Saison. Die Möglichkeit, den Traum vom Finale im eigenen Stadion wahr zu machen. Vergessen waren die leidigen Diskussionen um den Zuschauerschnitt, eine Ergebniskrise oder Pläne für ein neues Fußballstadion. Die Hauptstadt war blau-weiß und die Stimmung im Olympiastadion hätte wohl auch der Südtribüne in Dortmund Tränen in die Augen getrieben. Man gab alles für den Sieg und hatte dabei an der einen oder anderen Stelle vielleicht sogar die Grenze überschritten.


 

Und dann? Ja, was eigentlich? Vielleicht hätte man ihn doch nicht tauschen sollen, den Rasen. Dann wäre Brooks nicht weggerutscht und man hätte vorne möglicherweise noch den Ball über die Linie gedrückt. Und dann? Gute Frage. Mit ein bisschen Abstand müssen auch die Ur-Herthaner zugeben, dass sich der BVB dank größerer fußballerischer Klasse am Ende verdient durchgesetzt hat.

So weit, so gut. Traurig war jedoch die Art und Weise. Kampf und Leidenschaft wurden im Vorfeld versprochen, doch davon war am Ende für den Zuschauer leider nicht viel zu sehen. Taktisch mag man sich mit eng stehenden Ketten vielleicht für ein probates Mittel entschieden haben, um dem Ballbesitzfußball des BVB etwas entgegenzusetzen. Doch an einem solchen Tag wie gestern ist ein Stadion wohl nur zu einem kleinen Teil mit Taktiktüftlern gefüllt. Alle anderen Fans möchten ihr Team am Ende des Tages auch Kämpfen, Grätschen, Schießen und selbst nach einem vermeintlich vorentscheidenden 2:0 weiter unbeirrt nach vorne rennen sehen. Das gestrige Duell sah für den Zuschauer aber leider zu sehr nach einem mittelprächtig motivierten Bundeliga-Kick kurz vor dem Ende der Hinrunde aus. Genau daher kam wohl auch die Leere, die man kurz nach dem Abpfiff spüren und in den Gesichtern sehen konnte. Und die ganz Berlin direkt wieder vereinte.

Olympiastadion, Olympischer Platz 3, 14053 Berlin

Olympiastadion

Nächtlicher Glanz: Olympiastadion Berlin

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