Berlinweiter Protest

Aktion "5 vor 12" gegen Rassismus

Aktion
Ein Demonstrant hält ein Schild gegen Rassismus hoch.
Am 21. März 2013 ist der Internationale UN-Tag gegen Rassismus. Die Berliner Politik und der Türkische Bund Berlin-Brandenburg (TBB) rufen aus diesem Anlass zu der Aktion "5 vor 12" auf.

Noch immer werden Menschen aufgrund ihrer Herkunft, ihres Glaubens und ihrer Hautfarbe diskriminiert. Vor allem die NSU-Mordserie hat im vergangenen Jahr für viel Wirbel und Erschütterung gesorgt. Die Beratungsstelle gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus „Reach Out“ geht von durchschnittlich 150 rassistischen Übergriffen pro Jahr aus. Um aufzuklären und die Bürger Berlins für mehr Toleranz im multikulturellen Miteianander in der Hauptstadt zu sensibilieren, findet am 21. März 2013 die Aktion „5 vor 12. Gegen Rassismus und Rechtspopulismus“ statt.

Am Donnerstag um 11:55 Uhr ist jeder Berliner aufgerufen, an der stadtweiten Aktion teilzunehmen. Dabei ist alles erlaubt. Wer im Sinne einer Gedenkminute andächtig in sich gehen will, ist genauso aktiv wie Autofahrer, die in den fünf Minuten hupen oder Passanten, die beispielsweise in Trillerpfeifen blasen. In Kreuzberg haben einige Besitzer von türkischen Läden angekündigt, während der Aktion ihre Ladentüren zu schließen und so ein Zeichen zu setzen.

Tragische Geschichte

Vor den Rathäusern in Köpenick und Schöneberg sollen 10.000 Luftballons mit der Aufschrift „Berlin gegen Rassismus“ in den Himmel steigen. „Nach wie vor ist Rassismus in unserer Gesellschaft weit verbreitet. Leider gibt es kein Patentrezept zur Bekämpfung rechter Gewalt. Umso wichtiger ist es, dafür ein größeres Bewusstsein und die Voraussetzungen für eine aktive Auseinandersetzung breiter Bevölkerungsschichten zu schaffen. Alle Berliner und Berlinerinnen sollen gemeinsam gegen Rassismus kämpfen“, sagt die Schöneberger Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler.

Hintergrund: Am Vormittag des 21. März 1960 versammelten sich rund 20.000 Menschen in der Nähe von Johannesburg, um friedlich gegen die Passgesetze des Apartheid-Regimes zu demonstrieren. Nach der strikten Trennung der Wohn- und Geschäftsbezirke der schwarzen und weißen Bevölkerung in Südafrika, sollten die Passgesetze das“ Aufenthaltsrecht“ der schwarzen Südafrikaner in den Städten regulieren. Die Demonstration eskalierte und 69 Menschen wurden durch die Polizei getötet und über 200 verletzt. Sechs Jahre später machten die Vereinten Nationen den 21. März zum „Internationalen Tag gegen Rassismus“.  

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