Dem Alter auf der Spur

Wie lebt es sich eigentlich als alter Mensch?

Wie lebt es sich eigentlich als alter Mensch?
Erst in Frankfurt am Main, jetzt in Berlin: Die Ausstellung "Dialog mit der Zeit", die sich mit dem Älterwerden und den damit zusammenhängenden Fragen befasst.
Potsdamer Platz - Egal ob an der Supermarktkasse oder im Straßenverkehr: Mit dem Alter bewältigt man den Alltag doch behäbiger. Das können Jüngere nicht immer nachvollziehen und reagieren manchmal ungeduldig. Dabei werden auch sie stetig älter. Und können daher bis August im Museum für Kommunikation schon einmal nachvollziehen, was es mit dem Altern auf sich hat und wie es sich anfühlt.
 

Sigrid Stawowy tritt mit breitem Lächeln vor die elf Besucher, die an diesem Donnerstagvormittag an ihrer Führung durch die Ausstellung „Dialog mit der Zeit“ teilnehmen. Sie hat auch allen Grund dazu, denn die 86-Jährige möchte den Menschen am eigenen Leib zeigen, dass das Älterwerden keinesfalls nur Last ist, sondern wie jeder Lebensabschnitt fantastische Möglichkeiten bietet. Darum beteiligt sie sich als eine von 33 ausgewählten Begleitern an der Ausstellung im Museum für Kommunikation, die noch bis 23. August stattfindet. Sie alle sprechen mit ihren Gästen über ihre Gedanken zum Alter und welche Fragen ihnen hier am Herzen liegen.

Das Alter nachempfinden

Die Ausstellung selbst setzt sich aus drei Teilen zusammen. Zunächst gibt es einen munteren Dialog zu ausdrucksstarken Bildern, die sich mit dem glücklichen Altern befassen. Nachvollziehbar, dass sich jeder etwas anderes darunter vorstellt: Manch einer möchte weiter Abenteuer erleben, sich an und mit seiner Familie freuen oder einfach nur in Ruhe seinen Hobbys nachgehen. Besonders spannend ist das, wenn verschiedene Generationen an einer Führung teilnehmen und Schulkinder, Studenten, Berufstätige und Rentner ins Gespräch kommen.

Anschließend geht es in einen großen gelben Raum, dem Erlebnisraum der Ausstellung. Hier sollen die Besucher auf Deutsch und Englisch praktisch nachvollziehen können, wie sich einfachste Dinge mit der Zeit erschweren. Angefangen beim Türen öffnen mit zittrigen Händen oder einer Kinokartenbestellung per Telefon, wenn das Hören schwerer fällt. Hier kann jeder an sechs Stationen nachempfinden, wie das so ist, wenn man allmählich das Rentenalter erreicht.

Perspektiven zeigen

Außerdem gibt es im rot eingefärbten Bereich runde Erzählzelte, in denen aufgezeichnete Beiträge von älteren Menschen laufen, die ihre Eindrücke zum Rentnerdasein erzählen und wie sie sie wertschätzen. Auffallend in der Raumhälfte: ein blauer Bereich mit der Aufschrift „Zukunft des Alters“. Hier findet der dritte Teil der Ausstellung statt, in dem die Führungsleiter ihre Gäste zu Zahlen und Prognosen älterer Menschen in Deutschland abstimmen lassen und informieren: Wie viele über 65-Jährige leben voraussichtlich im Jahr 2040 hier? Wie viele der über 80-Jährigen sind pflegebedürftig? Wie viele Hundertjährige leben aktuell in Deutschland? Abgerundet wird das Ganze durch vier Einspielfilme, über deren Wahrheitsgehalt abgestimmt werden kann.

Nach etwa 75 Minuten verabschieden sich die Gäste von ihren Führungsbegleitern. Frau Stawowy schaut sichtlich froh aus, eine ihrer ersten Führungen im Rahmen der Ausstellung gemeistert zu haben und wünscht den Besuchern alles Beste. Bis August wird sie das wohl noch vielen Besuchern ihrer Führungen wünschen. Und ihnen hiermit ein Stück Dankbarkeit und Zuversicht weitergeben, die sie für das Altern empfindet.

Die Ausstellung „Dialog mit der Zeit“ findet vom 1. April bis 23. August im Museum für Kommunikation Berlin jeden Tag (außer montags) statt. Der Eintritt kostet 4 Euro, ermäßigt 2 Euro. Weitere Informationen liefert auch der Ausstellungsflyer.

Museum für Kommunikation, Leipziger Straße 16, 10117 Berlin

Telefon 030 202940
Fax 030 20294111

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Dienstag 09:00 bis 20:00 Uhr
Mittwoch bis Freitag 09:00 bis 17:00 Uhr
Samstag, sonntag und an Feiertagen 10:00 bis 18:00 Uhr

Museum für Kommunikation

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