Umsonst und draußen

Naturlehrpfad der Schnippel-Girls

Naturlehrpfad der Schnippel-Girls
In dieser Kleingartenanlage ist jeder Besucher herzlich willkommen. Wir haben den Naturlehrpfad der Kolonie Freiheit besucht. Zur Foto-Galerie
Dammwegsiedlung - Einer umtriebigen Bastelgruppe, der Stiftung Naturschutz Berlin und vielen privaten Spendern ist es zu verdanken, dass Familien in der Kleingartenkolonie Freiheit einen abwechslungsreichen Naturlehrpfad beschreiten können. Wir haben das Projekt besucht.

„Uns war es von Anfang an wichtig, hier etwas zum Anfassen aufzubauen. Mit der Kombination aus verschiedenen Lehrgärten, Beeten, Schaubildern und Mitmach-Aktionen haben wir ein echtes Pilotprojekt im Süden Berlins auf den Weg gebracht“, berichtet Marina Jubelt stolz. Seit ihrem elften Lebensjahr ist sie in der Kleingartenkolonie Freiheit im Süden Neuköllns aktiv. Heute besitzt sie mit Ehemann Michael Jubelt – ebenfalls seit 49 Jahren Mitglied der Kolonie – nicht nur ein eigenes kleines Gartenparadies – sondern hat Ende der 90er auch die Frauen-Bastelgruppe „Schnippel-Girls“ ins Leben gerufen.

Mit dem Insektenhotel fing alles an.
Mit den Einnahmen aus dem Verkauf der Bastelarbeiten wurden zunächst zahlreiche Spielgeräte für die Kinder der Kolonie angeschafft. Ende 2008, als die Ideen und der Platz für neue Spielgeräte langsam knapp zu werden begannen, fasste man ein neues Ziel ins Auge. Die Anlage eines Naturerlebnispfades. „Eigentlich ist mein Mann Schuld“, schmunzelt Marina Jubelt. „Er wollte damals unbedingt ein Insektenhotel aufstellen. Nach und nach kamen dann immer mehr Ideen hinzu und wir beschlossen, das Ganze als „Erlebnispfad“ aufzuziehen.“ Ganze anderthalb Jahre dauerten die Planungen für das Projekt, das von Anfang an von der Stiftung Naturschutz Berlin unterstützt wurde. „Die haben uns auch Mut gemacht, das Ganze noch etwas größer aufzuziehen“, erinnert sich Michael Jubelt, der die Schnippel-Girls als Bankkaufmann in finanziellen und bürokratischen Fragen unterstützt. Auch private Geldgeber konnten dank seiner Hilfe für den im September 2010 eröffneten Naturlehrpfad gewonnen werden.

Zeit, Geld und Mühe haben sich gelohnt: Heute können Familien auf dem Naturlehrpfad der Kolonie Freiheit an 17 Erlebnisstationen Natur und Umwelt mit allen Sinnen erleben. Zu den Highlights gehören etwa die „Honigfabrik“ und der Schaubienenstock, die von den Rudower Imkerfreunden betrieben werden und die „Süße Freiheit“ liefern: eigenen Kolonie-Honig, der zu den regelmäßig stattfindenden Tagen der offenen Tür verkauft wird. Auch ein Getreidelehrgarten, Barfußpfad, Kräuterpflasterweg, Naschstraße oder Quizstation sind auf dem 1,2 Kilometer langen, gut ausgeschilderten Rundweg untergebracht.

Impressionen aus dem Lehrgarten.
Schau-Imkern, gemeinsames Brotbacken im selbst gemauerte Holzbackofen, Rundgänge für Kitagruppen und Schulklassen oder die gemeinsame Arbeit im Schau- und Lehrgarten stehen darüber hinaus regelmäßig auf dem Programm. Dabei gilt: Willkommen sind nicht nur Erwachsene und Kinder aus der Kolonie. Auch für externe Besucher ist der Naturlehrpfad von April bis Oktober täglich unentgeltlich zugänglich. Vor allem am Wochenende und in den Ferien hat sich der Naturlehrpfad so zu einem echten Ausflugstipp für Kinder und Erwachsene aus ganz Berlin gemausert. „Dann wird es hier manchmal richtig voll“, freut sich Michael Jubelt. Übrigens: Jeder der möchte, kann von Mai bis Oktober jederzeit eine ebenfalls kostenlose Führung auf dem Naturlehrpfad buchen und dabei viel Wissenswertes erfahren. Für alle anderen gibt es an jeder Station informative, zum Teil eigens angefertigte Schautafeln.

Ist eine so große Offenheit fremden Besuchern gegenüber nicht ungewöhnlich für eine Kleingartenanlage? „Natürlich waren anfangs nicht alle begeistert von der Aussicht, täglich viele neue Gesichter auf dem Gelände zu sehen“, bestätigt Michael Jubelt. „Heute können wir sagen, dass von 130 Parzellen 30 das Projekt aktiv unterstützen und 80 positiv für den Naturlehrpfad eingenommen sind. Die restlichen 20 sind nicht so dabei, legen uns aber auch keine Steine in den Weg.“ Zum Glück: Schließlich lohnt sich ein Gang durch die Kolonie Freiheit nicht nur wegen der zahlreichen Erlebnis-Stationen. Ganz nebenbei können auch noch wunderschöne Gärten bewundert und ungewöhnlich viele junge Gesichter begrüßt werden. Da bekommt man glatt selbst Lust, ein echter Laubenpiper zu werden …

Alle weiteren Infos findest du hier.

Foto Galerie

Kolonie Freiheit, Dammweg 208, 12057 Berlin

Kolonie Freiheit

Und hier ist die dazugehörige Station. In zehn Beeten wird echtes Getreide angebaut.

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