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S21 im Wedding

S21 im Wedding
Links im Bild wird die neue S21 aus dem Tunnel auftauchen und dann in die Ringbahn einfädeln.
In diesen Tagen beginnen die Bauarbeiten am Bahnprojekt S21 – in Berlin. Die neue S-Bahnlinie soll den Hauptbahnhof mit der Ringbahn verbinden. Planungen für einen Bahnhof zur Anbindung von Ost-Moabit wurden dagegen vorerst fallen gelassen.

Die Vorbereitungen für den Bau der neuen S-Bahnlinie S21 liefen bereits seit 2009. Jetzt starten auch die ersten Arbeiten an der Strecke, zu der nur ein neuer Bahnhof gehören wird: eine Station direkt unter dem Hauptbahnhof. Zu Beginn hatten die Planungen einen weiteren Halt an der Perleberger Brücke vorgesehen, der weite Teile des mit Schnellbahnen nicht gesegneten Ostteils von Moabit anbinden sollte. Inzwischen ist von diesem Vorhaben jedoch nicht mehr die Rede.

Dafür bekommt die neue Linie zwei Anschlüsse an die nördliche Ringbahn: Westhafen und Wedding. Die S-Bahn kommt an derselben Stelle ans Tageslicht, an der auch der Fernbahntunnel endet. Ihre Trasse, die zunächst in einem Trog liegt, wird zwischen den Fernbahngleisen und zwei Gleisen, über die Güterzüge vom Nordring aus westlicher Richtung zum Güterbahnhof des Westhafens sowie zum Kraftwerk Moabit rangiert werden, hindurchführen. Der weitere Weg zum S- und U-Bahnhof Westhafen erfolgt ebenerdig, in den Neunzigerjahren wurde bei der Wiederherstellung des S-Bahn-Nordrings bereits vorausschauend ein Tunnelportal mitgebaut.

Brücken, Tunnel und eine geteilte Straße

Mehr Aufwand muss dagegen für den Bau der östlichen Strecke zum S- und U-Bahnhof Wedding betrieben werden. Hinter dem Ende des Hauptbahnhof-Tunnels führt die Trasse aufwärts. Sie wird als Spannbetonbrücke mit einer Länge von 265 Metern fortgesetzt. Die Perleberger Brücke wird als Stabbogenbrücke überquert. Über das Friedrich-Krause-Ufer und den Berlin-Spandauer-Schifffahrtskanal geht es dann wieder auf einer Spannbetonbrücke, die eine Länge von 154 Metern hat.

Am Nordufer trifft die Trasse auf die Doppelpfeiler des Fernbahn-Overflys. Dort führt die Strecke abwärts und fädelt auf der Höhe der Tegeler Straße zwischen dem Overfly und der Brücke des Nordrings in ein ebenfalls aus den Neunzigerjahren stammendes Tunnelportal ein. Dank des S21-Projekts wird der Hauptbahnhof von der S-Bahn künftig direkt aus beiden Richtungen des Nordrings angefahren. Da die neue Linie voraussichtlich auf Dauer am Hauptbahnhof enden wird, hat sie einen begrenzten Nutzen für den Wedding und ist für ganz Berlin eher fragwürdig.

Auf die Straßenführung im Bereich der neuen Trasse hat dieser Knoten aus Brücken, Tunneln, Rampen und Überwerfungsbauwerken große Auswirkungen. Die Tegeler Straße wird durch die beinahe ebenerdig ankommende Tegeler Straße in zwei Teile zerschnitten und dadurch beidseitig zur Sackgasse. Um eine Ausweichmöglichkeit für Pkw, Busse und Lkw zu schaffen, wird das Nordufer bis zur Fennstraße für den Straßenverkehr ausgebaut. Die Rodung von Bäumen und Sträuchern beginnt bereits in diesem Jahr, damit alles bereit für die Bauarbeiten ab Frühjahr 2013 ist. Erst nach Fertigstellung des neuen Nordufers erfolgt die Unterbrechung der Tegeler Straße.

Dieser Text entstand in Kooperation mit dem Blog Weddingweiser: weddingweiser.wordpress.com

 

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S21 im Wedding, Lindower Straße 8-9, 13347 Berlin

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