Denkmalgerechte Sanierung

Geldsegen für die Gethsemanekirche

Geldsegen für die Gethsemanekirche
Auf den ersten Blick sieht die Gethsemanekirche ja noch recht stattlich aus. Doch der Sakralbau bedarf dringend einer Sanierung.
Stargarder Straße - In der in den 1890er Jahren vom Architekten August Orth entworfenen Gethsemanekirche bröckelt es an allen Ecken und Enden. Eindringende Feuchtigkeit hat den Mauerwerk stark zugesetzt; aufgrund herabfallender Gesimsteile musste der Kirchengarten bereits gesperrt werden. Doch nun naht endlich Hilfe: Dank hoher Fördergelder können im kommenden Jahr umfangreiche Sanierungsarbeiten beginnen.

Über ein verspätetes Nikolausgeschenk durfte sich am 8. Dezember die Evangelische Kirchengemeinde Prenzlauer Berg Nord freuen. Neben einem Förderbescheid von 900.000 Euro, ausgeschrieben von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, konnte sie auch einen Fördervertrag über 50.000 Euro von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz entgegennehmen. Zusammen mit 450.000 Euro Eigenkapital soll das Geld in den ersten Bauabschnitt zur denkmalgerechten Sanierung der Gethsemanekirche fließen. Die Bauarbeiten können bereits im kommenden Jahr beginnen.

Im Zentrum der Baumaßnahmen sollen die Erneuerung der Kirchenfassade und des Dachs des evangelischen Gotteshauses stehen. Insgesamt werden für die Arbeiten zwei Millionen Euro veranschlagt, für den zweiten Bauabschnitt hat die zuständige Senatsverwaltung bereits weitere Fördermittel in Aussicht gestellt. „Hier geht es nicht nur um die Erhaltung des Bauwerks mit seiner architektonisch und stadtbildprägenden Wirkung, die Kirche hat darüber hinaus als Symbol der friedlichen Revolution eine große Bedeutung für die Geschichte des vereinten Berlins“, betont Staatssekretär Prof. Dr. Lütke Daldrup bei der Übergabe der Förderbescheide.

Friedlicher Protest im Kirchenbau

Die Gethsemanekirche wurde in den 1980er Jahren ein zentraler Treffpunkt für Oppositionelle und Anhänger der Friedensbewegung in der damaligen DDR. Ab Oktober 1989 war sie Schauplatz des friedlichen Protests gegen das Staatsregime. Mahnwachen, Diskussionsveranstaltungen und ein Lichtermeer auf dem Kirchenplatz machten aus der Gethsemanekirche ein Symbol des gewaltfreien Widerstandes. Erneute Aufmerksamkeit zog die Kirche 2003 auf sich. Trotz eines päpstlichen Verbots fand in der Kirche zum ersten Mal eine angekündigte gemeinsame Abendmahlsfeier mit katholischen und evangelischen Christen statt. Das Interesse an der Messe war so enorm, dass sich eine große Anzahl Gläubiger auf dem Kirchenvorplatz und der Straße vor der Gethsemanekirche drängten.

Ihren Namen erhielt die fertig errichtete Kirche 1893 übrigens von Kaiser Wilhelm II. Gethsemane war der Name jenes Gartens, in dem Jesus Christus in der Nacht vor seiner Kreuzigung betete. Die expressionistische Holzplastik „Betender Jesus“ im südlichen Querschiff erinnert daran. Der Architekt August Orth war für den Bau der Gethsemanekirche verantwortlich. Er kombinierte den im protestantischen Kirchenbau verwendeten Rundbogenstil mit eigenen Elementen aus Romanik und Gotik. Dabei wurde die Anzahl der Pfeiler im Inneren der Gethsemanekirche auf das Nötigste reduziert, was zu einem eleganten Raumeindruck führte.

Gethsemanekirche - Evangelische Kirchengemeinde Prenzlauer Berg Nord, Stargarder Str. 77, 10437 Berlin
XMAS Newsletter

Weitere Artikel zum Thema Sehenswürdigkeiten

Ausflüge + Touren | Kultur + Events | Sehenswürdigkeiten

Was passiert denn jetzt mit dem Spreepark?

Der Spreepark in Berlin Plänterwald wird vom Lost Place zum Kultur- und Kunstpark ausgebaut. Beim […]
Kultur + Events | Sehenswürdigkeiten

Top 5: Promi-Friedhöfe in Berlin

Wo finden Stars, Sternchen und die Großen aus Kultur, Wirtschaft und Politik ihre letzte Ruhe? […]
Ausflüge + Touren | Freizeit + Wellness | Sehenswürdigkeiten

Den Weg zum Ziel: Besuch auf dem Müggelturm

Seit diesem Jahr im Mai kann man den Müggelturm in Köpenick wieder besuchen. Also haben […]