Geburtstag der Elisabeth Klinik

175 und immer noch fit

Die Schwestern Magdalene und Brigitte haben jahrezehntelang im Elisabeth Klinikum gewirkt.
Die Schwestern Magdalene und Brigitte haben jahrezehntelang im Elisabeth Klinikum gewirkt.
Am 24.8. fand ein Festakt zum 175. Geburtstag der Evangelischen Elisabeth Klinik statt. Das zweitälteste Krankenhaus Berlins wurde lange Zeit von Schwestern der Diakonie geführt.

Ende August wurde der 175. Geburtstag der Elisabeth Klinik gefeiert. Somit ist sie nach der Charité das zweitälteste Klinikum der gesamten Hauptstadt. Nach der Gründung der Charité im Jahr 1710 passierte in Sachen Berliner Krankenhäuser erst einmal für lange Zeit nichts. „Im 18. Jahrhundert war die Charité das einzige Berliner Krankenhaus mit ausgebildeten Pflegerinnen und Ärzten verschiedener Fachrichtungen, mit Krankensälen und Behandlungsräumen“, so der Geschichtswissenschaftler Clemens Tangerding, der zum Jubiläum der Elisabeth Klinik ein Buch verfasst hat. „Daneben existierten zwar Fürsorgevereine und Hilfseinrichtungen für Waisenkinder oder arme Dienstmädchen. Ihr Hauptaugenmerk lag aber eher darauf, Menschen vor Armut zu bewahren.“

Einer jener Fürsorgevereine, nämlich der 1833 von Johannes Evangelista Gossner ins Leben gerufene Frauen-Krankenverein, machte 1837 den Schritt zum richtigen Klinikum und suchte deshalb ein Grundstück vor dem Potsdamer Tor am Landwehrkanal aus, wo das Krankenhaus sich noch heute befindet. 1858 erfolgte die Einrichtung des Mutterhauses, in dem die Diakonissen wohnten, die das Krankenhaus mehr als ein Jahrhundert lang trugen. Ihnen oblagen die Hauswirtschaft, die Pflege und die Verwaltung, fast genauso wie im 1847 eröffneten und 1970 geschlossenen Kreuzberger Bethanien-Krankenhaus.

Die Trägerschaft für das Klinikum hat seit 2009 die Paul Gerhardt Diakonie

Die Bausubstanz der Klinik wurde zu zwei Dritteln im Krieg zerstört. Das betraf unter anderem die Kirche des Krankenhauses, die dann durch eine Steinbaracke ersetzt wurde. Der Geschichtswissenschaftler Tangerding findet es spannend, zu sehen, wie große Ereignisse der deutschen Historie stets aufs Neue in das Krankenhaus hineingetragen wurden – durch dessen zentrale Lage. Die März-Revolutionäre kamen 1848 zur Behandlung, ebenso die Verwundeten der Kämpfe zwischen Kommunisten und Nazis in den Dreißigerjahren, die Flüchtlinge von 1945, später Demonstranten gegen Reagan, Hausbesetzer, die Bauarbeiter vom Potsdamer Platz: „Geschichte produziert eine Menge Verletzungen, und einige davon wurden hier behandelt“, so Tangerding.

Das Prinzip der von Diakonissen geführten Klinik war aber schon am Ende der Sechzigerjahre nicht mehr zu halten. Es gab nicht genügend Nachwuchskräfte, die „Feierabendschwestern“ wurden immer mehr, den Diakonissen war es nicht mehr möglich, für die Altersversorgung der zahlreichen Schwestern im Ruhestand aufzukommen. 1969 übernahm der „Verein zur Errichtung evangelischer Krankenhäuser“ die Trägerschaft für das Haus. Seit 2009 heißt er „Paul Gerhardt Diakonie“. Er ist Träger von insgesamt fünf Kliniken in Berlin: der Lungenklinik Buch, dem evangelischen Waldkrankenhaus Spandau, dem Martin-Luther-Krankenhaus, dem Hubertus-Krankenhaus und der Elisabeth Klinik.

Das Auskommen im Alter ist für die Diakonissen trotz Übernahme gesichert

Für die Schwestern der Elisabeth Klinik hatte die Übernahme die Bedeutung, dass ab sofort die evangelische Kirche in Berlin und Brandenburg für ihre Absicherung im Alter zuständig war. „Für uns ist gut gesorgt“, sagen die Schwestern. 2007 erfolgte die offizielle Auflösung des Diakonissenhauses. Mittlerweile ist die Elisabeth Klinik ein modernes Krankenhaus; zu seinen Schwerpunkten zählt die Laserchirurgie, die zur Behandlung von Gefäßmissbildungen und Tumorleiden eingesetzt wird. Und das Krankenhaus ändert sein Gesicht weiter: Unlängst wurde das alte Seniorenstift an der Lützowstraße abgerissen, an seiner Stelle soll ein neues Pflegeheim gebaut werden.


Quelle: Der Tagesspiegel

Elisabeth Klinik, Lützowstr. 24-26, 10785 Berlin

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