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Berlin ist ein Star

Szenen des Films "Around the world in 80 Days" (In 80 Tagen um die Welt) wurden im Mai 2003 am Gendarmenmarkt gedreht.
Szenen des Films "Around the world in 80 Days" (In 80 Tagen um die Welt) wurden im Mai 2003 am Gendarmenmarkt gedreht. Zur Foto-Galerie
Es muss am unwiderstehlichen Charme der Stadt liegen. Oder an der Vielfalt der Bezirke. Schließlich gibt es von Plattenbauten in Marzahn über die bürgerlichen Gegenden in Charlottenburg bis hin zu den Villenvierteln am Wannsee in Berlin so ziemlich jedes Ambiente, jeden Stil und jede Epoche, die das Herz eines Regisseurs begehrt. So kommt es, dass nationale wie internationale Filmemacher immer wieder unsere Stadt als Kulisse auswählen – und zwar im Jahr rund hundert Mal, zumindest für einzelne Szenen. Hier die besten Auftritte Berlins.

„In 80 Tagen um die Welt“

Berlin gleich London. In der Action-Komödie „In 80 Tagen um die Welt“, die auf Jules Vernes‘ gleichnamigem Roman basiert, doubelt unsere Hauptstadt tatsächlich in einigen Szenen die Metropole an der Themse. So ist die Bank of England der Französische Dom am Gendarmenmarkt und das Schauspielhaus fungiert als Gebäude der Royal Academy of Science. Als Phileas Fogg (Steve Coogan) zur königlichen Akademie huscht, ist zwischen dem Schauspielhaus und dem Französischen Dom im Hintergrund der Big Ben zu sehen – natürlich eine Montage. Warum nicht gleich in der englischen Hauptstadt gedreht wurde? Das könnte damit zusammenhängen, dass ein Drehtag in Berlin wesentlich preiswerter ist als einer in London. Außerdem amüsant: Arnold Schwarzenegger war auch nicht wirklich in Istanbul auf Mission, die Szenen sind im Orangerieschloss in Potsdam entstanden. (UK/Irland/Deutschland/USA 2004, Regie: Frank Coraci)

„Sommer vorm Balkon“

Wer sich auf die Spuren der Freundinnen Katrin (Inka Friedrich) und Nike (Nadja Uhl) begeben will, die im Sommer 2005 in Berlin nach dem Richtigen suchen, der muss nach Prenzlauer Berg fahren. Dort wurde die mehrfach ausgezeichnete Komödie „Sommer vorm Balkon“ in der Umgebung des Helmholtzplatzes gedreht. Das Mietshaus, das die beiden bewohnen, befindet sich an der südöstlichen Ecke des Platzes. (Deutschland 2005, Regie: Andreas Dresen)

„Hilde“

Hildegard Knef ist zwar in Ulm geboren, aber noch als Baby nach Berlin gekommen, wo sie 2002 auch starb. Insgesamt hatte die Chansonsängerin und größte deutsche Diva des letzten Jahrhunderts nicht weniger als 16 Wohnorte in der Hauptstadt, darunter in Schöneberg, Friedenau und Zehlendorf. Kein Wunder also, dass Heike Makatsch alias Hilde in der Verfilmung ihrer Autobiografie auch quer durch Berlin unterwegs ist. Die Philharmonie diente als Filmkulisse, Schillertheater und Delphi-Kino sind zu sehen, und die Ankunft von Hilde in einer PanAm-Maschine wurde originalgetreu auf dem Flughafen Tempelhof realisiert. (Deutschland 2009, Regie: Kai Wessel)

„Lola rennt“

Im Sauseschritt geht es für die Heldin Lola (Franka Potente) durch ein Fantasie-Berlin. Überall, wo die Stadt besonders hip und trendy wirkte, filmte Regisseur Tom Tykwer seinen Kultfilm. So ist im einen Moment Prenzlauer Berg zu sehen, im anderen hetzt die Protagonistin über die Oberbaumbrücke und wieder im nächsten prescht sie über den Gendarmenmarkt. Außerdem im Bild: das Kronprinzenpalais in Mitte und das Foyer des Rathauses Schöneberg. (Deutschland 1998, Regie: Tom Tykwer)

„Christiane F. – Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“

Mit dieser Produktion hat der im letzten Jahr verstorbene Bernd Eichinger ganze Arbeit geleistet: Kaum ein Film schafft es, die Atmosphäre des ehemals wichtigsten Bahnhofs der Stadt so aufrichtig einzufangen wie dieser. Die Studie des Drogen- und Prostitutions-Milieus, die auf dem gleichnamigen Buch basiert, spielt sich fast nur vor den grauen Fassaden des Bahnhofs Zoo ab. Nur einmal fahren die Minderjährigen zu einem David Bowie-Konzert in der Charlottenburger Deutschlandhalle, die gerade abgerissen wurde, um an ihrer Stelle bis 2013 eine neue Messe- und Kongresshalle zu errichten. (Deutschland 1981, Regie: Uli Edel)

„Das unsichtbare Netz“

Berlin nach dem Zweiten Weltkrieg: Der smarte amerikanische Militärpolizist Steve Van Dyke (Gregory Peck) muss im Fall eines entführten GI ermitteln. Dafür hängt er in Vergnügungslokalen ab, wandert Ost-Berliner Straßen entlang und flirtet in einem Ausflugscafé am Wannsee. Die Gedächtniskirche am Kurfürstendamm und ein Panoramablick über die Dächer der Stadt gibt es außerdem zu sehen. Revolutionär: Der Streifen wurde im damals noch ganz neuen Cinemascope-Format gedreht. (USA 1954, mit Gregory Peck, Regie: Nunnally Johnson)

„Der Vorleser“

Kate Winslet gewann für Stephen Daldrys Verfilmung des Bestsellers „Der Vorleser“ sogar einen Oscar – und durfte bei den Dreharbeiten gleich die verschiedensten Ecken Berlins kennenlernen. Schon die erste Szene wurde in einer Wohnung in der Wilmersdorfer Straße, mit Blick nach draußen, aufgenommen. Zudem huschen die Schönhauser Allee, die Französische Straße, die Frankfurter Allee und die Kreuzberger Oranienstraße durchs Bild. Um das Studentenleben des jungen Vorlesers Michael Berg (David Kross) zu zeigen, fuhr man ins Studentenwohnheim Schlachtensee. Die Gerichtsszenen mit Hanna Schmitz (Kate Winslet) als ehemaliger KZ-Wächterin wurden im Kammergericht am Kleistpark in Schöneberg gefilmt. (Deutschland/USA 2008, Regie: Stephen Daldry)

„Don  – The King is Back“

Shah Rukh Khan flitzt ausnahmsweise mal nicht durch Asien. Als Ganove Don im Film „Don – The King is Back“ hetzt der beliebte Bollywood-Schauspieler durch Berlin, vorbei an der East Side Gallery, dem Berliner Dom, dem Alexanderplatz und dem Olympiastadion. Eine Verfolgungsjagd startet an der Friedrichstraße, führt witziger Weise durch einen Wald und endet schließlich am Brandenburger Tor. (Indien 2011, Regie: Farhan Akhtar)

„Good Bye, Lenin!“

Rund um den früheren Leninplatz, heute besser bekannt als Platz der Vereinten Nationen, war Daniel Brühl als Alexander Kerner im Dauereinsatz, um seiner aus dem Koma erwachten Mutter Christiane (Katrin Sass) weiszumachen, es gäbe die DDR noch. Einer der Drehorte war ein Plattenbau in Friedrichshain, der irgendwo versteckt hinter dem Kino International liegt. Und auch die Karl-Marx-Allee hatte ihren Auftritt. (Deutschland 2003, Regie: Wolfgang Becker)

Berlin: Die Symphonie der Großstadt“

Diese Bild- und Toncollage von Walter Ruttmann ist legendär: Sie beschreibt einen Tag im Leben Berlins. Da fährt am Morgen ein Zug in den alten Hauptbahnhof ein, zwischendrin wird immer wieder auf die Uhr des Roten Rathauses geschwenkt. Der Tag startet in der Industriestadt, die Rollläden der Schaufenster gehen hoch, Menschen eilen zur Arbeit und essen später zu Mittag. Am Abend wird gefeiert. Der Schwarz-Weiß-Film endet mit einem Blick auf den Funkturm. (Deutschland 1927, Regie: Walter Ruttmann)

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Quelle: QIEZ / Zitty

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