QIEZ-Geschichte(n)

Lichtenbergs Ortsteile: Friedrichsfelde

Lichtenbergs Ortsteile: Friedrichsfelde
Pelikane vor dem Schloss Friedrichsfelde, das in den Tierpark Berlin in Lichtenberg integriert ist.
Anlässlich des 725. Jahrestags der ersten urkundlichen Erwähnung Lichtenbergs hat das Bezirksamt die "Kurze Geschichte eines Berliner Bezirks" mit vielen Bildern und Informationen herausgegeben. In mehreren Kapiteln wird dabei auch der Entwicklung der verschiedenen Lichtenberger Ortsteile nachgegangen. Wir haben uns das Buch für euch angesehen und stellen euch heute den Ortsteil Friedrichsfelde vor.

Herzstück des heute rund 50.000 Einwohner umfassenden Ortsteils Friedrichsfelde ist – natürlich – das namensgebende Schloss. Dieses wurde 1695, rund 400 Jahre nach der ersten urkundlichen Erwähnung „Rosenfeldes“ und vier Jahre vor der Umbenennung der Region in „Friedrichsfelde“, von Generalmarinedirektor Benjamin Raule im niederländischen Stil errichtet. Das Anwesen hat eine bewegte Vergangenheit hinter sich: Nach vielen Besitzerwechseln ging das bereits damals vielfach erweiterte und umgebaute Landschloss 1816 in den Besitz der Familie von Treskow über. Sie kümmerte sich lange Jahre um das Ensemble, ließ unter anderem von Peter Joseph Lenne einen Schlosspark anlegen und machte diesen bereits früh der Öffentlichkeit zugänglich.

Erholungsfläche für die Hauptstadt

Nachdem Familie von Treskow nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs enteignet wurde, kehrte erst Mitte der 50er Jahre wieder Leben in Park und Schloss Friedrichsfelde ein. Damals begann man mit der Anlage der Tierparks Friedrichsfelde und schlug das Anwesen kurzerhand der neuen Erholungsfläche zu. Bis heute gehört das renovierte Schloss zum Areal des Tierparks, nach den Plänen des neuen Zoo-Chefs Knieriem soll dort bald ein neues Gourmet-Restaurant eingerichtet werden.

So spektakulär wie rund ums Schloss ging es im Rest Friedrichsfeldes nicht immer zu. Dort lebten bis 1801 nur rund 479 Einwohner. Dank einer verbesserten Anbindung an Berlin, die Anlage neuer Siedlungskomplexe und dem Ausbau der regionalen Wirtschaft wuchs die Bevölkerung in den kommenden 100 Jahren auf 10.000. Im 20. Jahrhundert ging das große Bauen in Friedrichsfelde weiter. Es entstanden Reformsiedlungen in Stile des Neuen Bauens sowie zwischen 1926 und 1930 die deutschlandweit erste Siedlung in Großplattenbauweise – die Splanemann-Siedlung. Ebenfalls noch vor der Machtergreifung der Nationalsozialisten erhielt Friedrichsfelde 1930 eine Anbindung ans Berliner U-Bahnnetz.

Traurige Berühmtheit erlangte Friedrichsfelde während der NS-Zeit durch das „Arbeitserziehungslager“ Wuhlheide am Triftweg. 25.000 Häfltinge und Zwangsarbeiter waren hier untergebracht, 3.000 von ihnen starben.

Friedrichsfelde wird jünger

Zu DDR-Zeiten prägten unter anderem das Großkraftwerk Klingenberg mit seinen rauchenden Schornsteinen, neue Wohnquartiere sowie ein riesiger Gebäudekomplex der Stasi das Bild des Ortsteils. Heute ist in letzterem unter anderem die Hochschule für Wirtschaft und Recht untergebracht. Und auch sonst tut sich viel in Friedrichsfelde. Die zu Sowjetzeiten entstandenen, nicht unbedingt ansehnlichen Plattenbauten sind zwar noch da, doch immer mehr weltoffene Familien, viel Grün und natürlich der wunderschöne und oftmals menschenleere Tierpark geben dem Kiez an vielen Stellen ein junges Gesicht. Und wer weiß – wenn die Mieten in der Innenstadt weiter anziehen, siedeln sich hier sicher bald die ersten hippen Örtlichkeiten an.

Das Buch „Lichtenberg. Kurze Geschichte eines Berliner Bezirks“ (ISBN 978-3-00-043170-8) steht zum Ausleihen in allen Lichtenberger Bibliotheken bereit.

Tierpark Berlin-Friedrichsfelde, Am Tierpark 125, 10319 Berlin

Telefon 030 515310

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Tierpark Berlin-Friedrichsfelde

Der Tierpark in Berlin-Friedrichsfelde ist der flächenmäßig größte Tiergarten Europas.

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