Wilmersdorfer Kanincheninsel

Sie mümmeln wieder!

Ein Wilmersdorfer Kiezbewohner
Ein Wilmersdorfer Kiezbewohner
Wilmersdorf hat seine Lieblinge wieder! Nachdem im Frühjahr kaum ein Kaninchen zu sehen war, haben sich die süßen Tierchen nun ihre angestammte Heimat an der Bundesallee zurückerobert.

Die Kreuzung Bundesallee/Spichernstraße/Hohenzollerndamm scheint auf den ersten Blick kein Paradies für Wildtiere zu sein. Von allen Seiten rauscht der Verkehr über die breite Asphaltpiste, U-Bahnhof und Geschäftsgebäude bestimmen das Bild zu beiden Seiten der Durchgangsstraße. Hier zeigt sich Wilmersdorf nicht unbedingt von seiner liebenswertesten Seite. Doch wer genau hinsieht und sich nicht zu schnell vom Verkehrsstrom mitreißen lässt, der entdeckt sie, die possierlichen Tierchen, die diesen Teil der Stadt für sich entdeckt haben.

Seit vielen Jahren schon bewohnt eine Wildkaninchen-Population den Gerhart-Hauptmann-Park an der Meierottostraße. Bis zu 60 Mümmelmänner lassen es sich hier zwischen alten Bäumen und dichten Hecken gut gehen. Wohlgesonnene Anwohner füttern die Tiere auch im Winter mit Möhrchen und Stroh. So lässt es sich leben!

Zuflucht vor allzu aufdringlichen Besuchern und neugierigen Hunden bieten den Kaninchen die Verkehrsinseln zwischen den Fahrbahnen. Blitzschnell und todesmutig überqueren sie bei Bedarf den Asphalt und ziehen sich so auf die unberührten Flächen zurück. Leider schafft nicht jeder der Hoppler den Übergang – an manchen Tagen zeugen Kaninchenkadaver am Straßenrand von allzu gewagten Überquerungsversuchen.

Familie Fuchs

Doch der Verkehr ist es nicht, der in den vergangenen Monaten im Wilmersdorfer Kiez für das Gerücht sorgte, kein Hase würde mehr im Grün rund um die Bundesallee heimisch sein. Eine Fuchsfamilie hat sich vor einiger Zeit in der Nähe der Kanincheninseln niedergelassen. Eine Nachbarschaft mit Folgen! Um ihre hungrigen Welpen zu ernähren, machen die Elterntiere natürlich auch vor den Ureinwohnern an der Bundesallee nicht halt. Vor allem in den Abendstunden kann man des Öfteren einen Fuchs beobachten, der frischen Hasenbraten nach Hause trägt.

Doch wie sich jetzt herausstellt, scheint der gewitzte Jäger von nebenan kein großes Problem für die Kaninchen zu sein. Mit ihrem guten Gehör, den schnellen Läufen und den tief in den Wilmersdorfer Boden gegrabenen Bauten können sich genug Exemplare vor den Füchsen in Sicherheit bringen.

In diesen Wochen kann man das Ergebnis des erfolgreichen Kaninchenkonzepts beobachten: Zahlreiche junge Hüpfer, manche von ihnen nur eine halbe Hand breit, tollen auf der Wiese im Gerhart-Hauptmann-Park umher. Zu weit entfernen sie sich jedoch noch nicht vom heimischen Bau: Wer sich ihnen zu sehr nähert, der sieht nur noch die weiß aufblitzenden Schwänzchen im Gebüsch verschwinden.

QIEZ.de hat einige Eindrücke an der Kanincheninsel für Sie gesammelt:

Sie mümmeln wieder!, Bundesallee 13, 10719 Berlin

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