Kupferdiebstahl auf dem Südwestkirchhof

"Wir wollen keinen Hochsicherheitstrakt"

"Wir wollen keinen Hochsicherheitstrakt"
Wolfgang Huber und Friedhofsverwalter Olaf Ihlefeldt vor einem beschädigten Mausoleeum.
Stahnsdorf - Der Kupferdiebstahl auf dem Südwestkirchhof nimmt dramatische Ausmaße an.

Immer häufiger gerät der zweitgrößte Friedhof Deutschlands ins Visier von Kupferdieben. Allein in diesem Jahr musste die Anlage Schäden in Höhe von 100.000 Euro verzeichnen. Sieben der insgesamt 25 einzigartigen Mausoleen auf dem Friedhofsgelände wurden zum Teil schwer beschädigt. Mit ihren massiven, zu Dekorationszwecken aber auch zum Schutz angebrachten Kupferplatten sind die historischen Grabstätten ein besonders lukratives Ziel für die Kupferdiebe.

Bei einer Friedhofsbesichtigung mit Wolfgang Huber, bis 2009 Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, am 22. November wurde klar, wie machtlos die Verantwortlichen der Diebstahlsserie gegenüberstehen. Die Gelder für eine dringend notwendige Instandsetzung der Grabmale fehlen ebenso, wie die finanziellen Mittel für eine bessere Sicherung des Friedhofsgeländes.

Allein die Kosten für einen massiveren Zaun würden sich laut Friedhofsverwalter Olaf Ihlefeldt auf etwa 700.000 Euro belaufen. Aus der Landeskirche kommt keine zusätzliche Unterstützung: Die finanziellen Möglichkeiten seien „ausgereizt“, so Oberkonsistorialrat Arne Ziekow.  Besucher und Unterstützer des Südwestkirchhofs werden nun mit Aushängen und Informationskärtchen um Spenden gebeten.

Du möchtest einen Beitrag leisten zum Erhalt der einmaligen Grabstätten auf dem Südwestkirchhof? Über die Möglichkeit von Grabpatenschaften und die Daten des Sonderkontos „Rettet die Mausoleen“ informiert dich die Friedhofsverwaltung Stahnsdorf. Mehr Infos gibt es hier.

Südwestkirchhof, Bahnhofstraße 2, 14532 Stahnsdorf

Telefon 03329 62315

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