Clash Mob #2

Der Sonne entgegen

Im warmen Licht des Sonnenuntergangs wandert der Clash Mob über die Rollbahn.
Im warmen Licht des Sonnenuntergangs wandert der Clash Mob über die Rollbahn.
Das Tempelhofer Feld wird belagert: Menschen mit Küchengeräten, Klanghölzern, Spraydosen oder riesigen Blasinstrumenten versammeln sich in Massen an der Oderstraße und ziehen dann in Richtung Columbiadamm. So zumindest dürfte die Vision des Musikers Lump200 aussehen, der für den kommenden Mittwoch zum Clash Mob #2 aufruft.

Groß soll es werden und laut. Nach dem Clash Mob #1 im Mai folgt nun am Mittwoch, den 22. August, die zweite Ausgabe des musikalischen Spaziergangs über die Tempelhofer Freiheit. Initiator Lump200 ruft die Berliner dazu auf, mit tragbaren Instrumenten oder Gegenständen, die sich als solche umfunktionieren lassen, zusammen Musik zu improvisieren. Dabei will er „der Sonne entgegengehen“, was er bereits vor dem ersten Versuch selbst ausprobiert hatte: „Ich wollte wissen, ob es dieses gewisse Gefühl erzeugt – und es war super.“

Im Mai kamen trotz Radio-Werbung und eigenen Videos nur rund zwanzig Leute. Dies war womöglich dem Wetter geschuldet. Es regnete und war sehr windig. Die Mutigen, die samt eigener Instrumente letztendlich über den Asphalt marschierten, verstanden es durchaus, sich lautstark auszudrücken. „Besonders gefiel mir die Spraydose beim ersten Clash Mob“, erinnert sich Lump200, René Desalmand mit bürgerlichem Namen.

Die Idee zum Clash Mob entstand durch die Diversität seiner Band, erzählt der Sound-Künstler, der ursprünglich aus der Schweiz kommt. Zuerst sei es ein Solo-Projekt gewesen, was sich dann aber vor rund drei Jahren zu Live-Laptop-Konzerten mit der Band mauserte. Dabei entstanden die Tracks direkt vor Publikum. Die Lump200-Mitglieder haben unterschiedliche Hintergründe, was das Ergebnis besonders spannend macht. Paulin am Sousaphon, also der Marching-Tuba, hat eine klassische Ausbildung, während Gitarrist Fabian oft Theatermusik macht. Der Original-„Lump“ René hingegen kann ein abgebrochenes Jazz-Musikstudium und eine lange Techno-Periode vorweisen.

Improvisationstalent ist gefragt

Das experimentierfreudige Band-Umfeld drückt sich für Desalmand durch das Motto des zweiten Clash Mobs, „We Don’t Mind Diversity“, aus. Auch die unzähligen existierenden Stile, die durch unterschiedliche Kombinationen immer Neues in der Musik hervorrufen, stünden dafür, meint er. Deshalb hat sich auch die Umsetzung dieser Aktion im Gegensatz zur ersten geändert. „Im Mai war es das Ziel, dass der gewählte Ton immer gleich bleibt. Die Performance entsteht nun durch mehrere kurze, aber verschieden Töne der Teilnehmer“, sagt er. Zusätzlich will er als Taktgeber unterschiedliche Tempi auf seiner Trommel anschlagen und hofft so, die Truppe die ganze Zeit über dynamisch zu halten. „Beim ersten Versuch ist es doch gegen Ende etwas stiller geworden. Das wollen wir vermeiden“, so der Wahlberliner.

Rund eine halbe Stunde soll der improvisierte Marsch über das Tempelhofer Feld gehen – recht lang für einen Flash Mob. Der Name der Aktion erinnert zwar an dieses Internetphänomen, aber es soll eigentlich um einen „Musik-Clash, also ein Aufeinandertreffen verschiedenster Musikarten“, gehen, erklärt Desalmand.

20 Uhr soll es vom Eingang Oderstraße aus mit Tuba, Geige, Löffel oder gut geölter Stimme hinunter aufs Rollfeld gehen, immer dem Sonnenuntergang entgegen.

Ein offizielles Einladungsvideo gibt es hier.

Eindrücke zum Clash Mob #1 können Sie in diesem Artikel nachlesen:

Tempelhofer Feld, Columbiadamm 110, 10965 Berlin

Telefon 030 2000374

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Jahreszeitenabhängig, täglich von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang
März bis September ab 06:00 Uhr
Oktober, November & Februar ab 07:00 Uhr
Dezember & Januar ab 07:30 Uhr

Blick aufs Tempelhofer Feld.

Blick aufs Tempelhofer Feld.

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