Neu im Kiez

Die gute Seite Neuköllns

Die gute Seite Neuköllns
Am Richardplatz 16 in Neukölln lockt die Buchhandlung "Die gute Seite" mit einem ausgewählten Sortiment. Zur Foto-Galerie
Richardplatz – In Zeiten des blühenden Onlinehandels stellt sich die Frage, ob der kleine Buchladen um die Ecke noch eine Chance hat. Anne Gregor und Frederike Hartwig sagen ja und eröffneten am 1. März 2014 ihr Geschäft "Die gute Seite" im Neuköllner Richardkiez. Ein Wagnis mit einem besonderen Konzept.

Betritt man den Buchladen am Richardplatz 16, könnte dem geneigten Bücherwurm auffallen, dass man es hier nicht mit einem Geschäft zu tun hat, bei dem sich die Regale unter der Last an Lesestoff biegen. Im Gegenteil: Hier trifft man auf eine Kombination aus Café, Laden und Veranstaltungsort.

Ganz bewusst haben sich die Betreiberinnen Frederike Hartwig und Anne Gregor dazu entschieden, sich von der klassischen Einrichtung einer Standard-Buchhandlung abzuheben. Gregor ist gelernte Buchhändlerin, Hartwig kommt aus der Politik – kennengelernt haben sie sich letztendlich im Buchhandel. Im März 2014 eröffneten sie ihren Laden am alten Rixdorfer Dorfanger.

Enge Vernetzung im Kiez

„Wir finden diese Ecke von Neukölln wunderschön und Rixdorf steht ja schon für sich allein“, begründet Gregor die Standortwahl. Der Buchladen versteht sich auch ein wenig als kleines kulturelles Zentrum, das eng mit dem Kiez verbunden ist. „Wir freuen uns total, dass die Buchhandlung von der Nachbarschaft so gut angenommen wird“, so Anne Gregor. „Wir wollten einen schönen Kiezladen machen, der im Kiez verankert ist und uns ein bisschen mit den Organisationen vernetzt“, erzählt Gregor weiter.

Helle, große Räume, ein sorgfältig ausgewähltes Buchsortiment für Groß und Klein und das Café „Die Kuchengabel“ direkt im Laden sorgen für ein gemütliches Ambiente. „Das ist eine schöne Symbiose – Kaffeetrinken und in Büchern stöbern – das passt einfach ganz gut zusammen“, so Anne Gregor. „Wir brauchen keine Buchhandlung, die vom Boden bis zur Decke mit Büchern vollgestopft ist“, erklärt sie das Ladenkonzept. „Unser System haben schon mehrere Menschen ganz unterschiedlich – von irritiert bis absolut positiv – wahrgenommen.“ Die Irritation kann Gregor nur damit erklären, dass die „meisten noch im Kopf haben, dass eine Buchhandlung vollgestellt sein muss. Es sind weitaus mehr Exemplare in den Regalen als man denkt“, meint die Buchhändlerin weiter.

Keine Massenware

Persönliche Beratung ist den Firmengründerinnen äußerst wichtig. „Das ist genau das, was dieser kleine Laden leisten kann und das Internet eben gerade nicht“, meint Gregor auf die Frage hin, ob es nicht schwierig sei, in Zeiten von Internet- und Großbuchhandel noch einen Buchladen zu eröffnen.

„Wir versuchen eine spannende Auswahl an Büchern zu treffen, die nicht gerade Massenware sind“, so Gregor selbstbewusst. „Wir haben einen ziemlich großen Teil Berliner Literatur, viel Kinder- und Jugendliteratur, Belletristik – unsere Sachbuchabteilung ist klein aber fein“, erklärt sie das Sortiment. Auch englische Literatur ist in der Buchhandlung zu finden.

Hartwig und Gregor liegt es zudem am Herzen, auch Klein- und Kleinst-Verlage zu unterstützen – eigens organisierte Veranstaltungen im Laden sollen dazu beitragen. Aus diesem Grund laden die beiden am 14. Mai zu einer Buchpremiere in ihren Räumlichkeiten ein. Dann werden gesammelte Märchen aus Burkina Faso vom Jaja-Verlag vorgestellt, die sich die Berliner Autorin Anne Wenkel zusammengehört, aufgeschrieben und illustriert hat.

Du hast Lust auf die Veranstaltung bekommen? Auf der Website von „Die gute Seite“ erfährst du mehr.

Foto Galerie

Die gute Seite, Richardplatz 16, 12055 Berlin

Telefon 030 12 02 22 43

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Montag bis Freitag: 10.00 Uhr bis 19.00 Uhr
Samstag 10.00 Uhr bis 15.00 Uhr

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