Die Spiele in Berlin auf dem Tempelhofer Feld

Public Viewing - ganz entspannt

Abends kann es schonmal etwas voller werden - doch alles in allem zeigen sich die "Spiele in Berlin" von ihrer entspannten Seite.
Abends kann es schonmal etwas voller werden - doch alles in allem zeigen sich die "Spiele in Berlin" von ihrer entspannten Seite.
Das Olympia-Public Viewing auf dem Tempelhofer Feld bietet vielfältiges Sportvergnügen. Über die entspannte Atmosphäre und viel Platz vor der Leinwand klagt nur ein Bier-Verkäufer.

Gechilltes Public Viewing: Seit einer Woche kann man auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens Tempelhof in der Sonne sitzen, ein Feierabend-Bier genießen und dabei die Olympischen Sommerspiele in London auf einer Leinwand verfolgen. „Ich sitze nach der Runde mit meinem Hund gerne hier – die Stimmung ist so entspannt“, so eine Besucherin.

Trotz der angenehmen Atmosphäre und der einzigartigen Großstadtkulisse wird es auf der Wiese auch bei deutscher Beteiligung nicht eng. Drei Mitglieder einer wöchentlich trainierenden Sportlergruppe haben es sich auf dem weitläufigen Areal in der Nähe des Haupteingangs mit Sonnenschirmen und Getränken bequem gemacht und beobachten das Treiben der Zuschauer – und Sportler. Denn die Besucher des Public Viewings auf dem Tempelhofer Feld können sich nicht nur die Übertragungen der Spiele anschauen, sondern selbst beim Volleyball oder Sackhüpfen aktiv werden.

Das Konzept gefällt auch den drei jungen Männern. Mit der Fanmeile an der Straße des 17. Juni würden sie nicht tauschen wollen: „Hier kann sich jeder Essen und Trinken mitbringen und es ist nicht so voll.“

Unzufriedener Gastwirt

Des einen Freud‘ ist des anderen Leid: Mirko Perleberg betreibt normalerweise das Tegeler Haxenhaus. Anlässlich der Olympischen Sommerspiele ist er auf dem Tempelhofer Feld mit einem Getränkestand vertreten. 10.700 Euro Miete für 17 Tage kostet ihn die mobile Zapfanlage und er rechnet nicht mehr damit, dass er das Geld beim Public-Viewing erwirtschaften kann.

Trotz des oft strahlenden Sonnenscheins bleiben die Gewinne aus: „Nüscht zu verdienen hier, die Leute bringen alles mit.“ Außerdem seien zu wenig Besucher da. Mehr Werbung und Bühnenprogramm könnten helfen, meint Perleberg. Letzteres gab es „bislang nur Freitag und Sonnabend.“ Deshalb könne er die Arbeit auch alleine schaffen, seine Servicekräfte hat er abbestellt.

Eine Besucherin aus Nordrhein-Westfalen freut sich über die angenehme Stimmung: „Wenn Public Viewing, dann so.“ Neben ihr veranstalten drei Neuköllner ein Picknick. „Ist doch super hier, man trampelt sich nicht tot“, pflichten sie der Dame bei. Der massenhafte Fan-Auflauf ist ihnen ebenso unwichtig wie zahlreiche Goldmedaillengewinner: „Völlig wurscht, es gibt doch trotzdem etliche Höhepunkte.“

Andere Zielgruppe

Noch bis zum 12. August werden die „Spiele in Berlin“ zu sehen sein. Michael Stiebitz, ehrenamtlicher Präsident des Berliner Hockey Clubs und Initiator der Live-Übertragung auf dem Tempelhofer Feld, bestätigt den Eindruck, dass Olympia-Public Viewing und Fußball-Fanmeile nur wenig gemeinsam haben.

Hier könne man sich, anders als beim Fußball, auf ganz verschiedene Sportarten und jede Menge Übertragungszeit freuen. „Die starken Entscheidungen in der Leichtathletik, die kommen ja erst in der nächsten Woche“, freut sich Stiebitz. Fünf- bis sechsmal am Tag wechsle das Publikum und 25.000 Besucher seien am ersten Wochenende gezählt worden. Nun kämen etwa 6000 täglich, so der Organisator.

Auch die sportlichen Angebote des Events würden gut angenommen. Beim Hockeyspielen, Yoga oder Rollski-Biathlon können die Zuschauer ihre eigenen Fähigkeiten unter Beweis stellen. Ab Montag sind auch Schulklassen zum gemeinsamen Sporterlebnis eingeladen. Für Bewegungsfreiheit sei dennoch gesorgt: „Millionen Zuschauer haben wir ja noch nicht da“, so Stiebitz.

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Quelle: Der Tagesspiegel

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