Interview

Die Pro Olympia-Kampagne: "Wir Wollen Spielen"

Die Pro Olympia-Kampagne: "Wir Wollen Spielen"
Olympia geht alle Berliner an - laut der neuen Kampagne "Wir Wollen Spielen". Zur Foto-Galerie
Hat Berlin nun Bock auf Olympia oder nicht? Das Bündnis NOlympia Berlin setzt sich schon seit Juli gegen die Bewerbung Berlins für die Olympischen Sommerspiele 2024 bzw. 2028 ein. Am 3. November ist nun die Gemeinschaft "Wir Wollen Spielen" an den Start gegangen, die Intention ist klar. Wir haben mit dem Mitgründer Alexander Wolf über die Berliner Unlust gesprochen.

Man nehme einen Starfotograf, volksnahe, coole Kampagnenmotive, eine Facebook-Selfie-Aktion und eine Handvoll Berliner, welche andere Hauptstädter mit ihrer Lust anstecken wollen – schon hat man die mediale Aufmerksamkeit für „Wir Wollen Spielen“. Hinter der neuen Kampagne steckt der Verein berlympic e.V., der sich für die Hauptstadt als Austragungsort der Olympischen Spiele 2024 einsetzt. Um als deutscher Vertreter ins Rennen gehen zu dürfen, muss nur noch Hamburg aus dem Rennen gekegelt werden; die endgültige Entscheidung fällt am 21. März.  Ins Leben gerufen wurde die Kampagne von Alexander Wolf, Leiter des Netzwerks AusserGewöhnlich Berlin, Timon Meyer, Partner von T-Base Consulting, Michael Hapka, Geschäftsführer der O2 World Berlin, Martina Weier, Standortleiterin der MediaCompany Agentur für Kommunikation, Fotograf Oliver Rath und Kommunikationsdesigner Karsten Kossatz (www.paperplain.berlin). Zu den weiteren Unterstützern zählen aktuell rund 40 Unternehmen und 400 Privatpersonen.

Neben dieser Pro-Olympia-Kampagne gibt es auch die offizielle Kampagne des Senats, die sich „Wir wollen die Spiele! Berlin für Olympia“ nennt – aber die Macher sind zeitlich offenbar noch nicht ganz so weit.

Eine Inititaive für eine Pro-Haltung der Stadt

Alfons Hörmann, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes, erklärte kürzlich: „Die Frage (…) steht und fällt mit der Stimmungslage in der Bevölkerung.“ Genau da setzt „Wir Wollen Spielen“ an. „Schaffen wir Berliner es, den Eindruck zu vermitteln: Ja, wir haben wirklich Lust darauf – und zwar mehr als die Hamburger? Das ist eigentlich unser Kernziel“, erklärt Kampagnen-Mitinitiator Alexander Wolf.

Pro Olympia-Kampagne. (c)Oliver Rath
„Es geht darum, dass die Stadt Lust hat auf etwas und nicht immer nur dagegen sein kann. Eigentlich ist es eine Initiative für eine Pro-Haltung der Stadt.“ Aktuell ist die Zustimmungsquote in der Hansestadt noch höher.

Dabei liegen die Gründe für Olympia in Berlin seiner Meinung nach auf der Hand: Geld für alle, Sport und Freude, Sportplätze, ein gemeinsames Projekt – ganz Berlin ein Fest. „Auch die Argumente von NOlympia finde ich nicht schlecht“, sagt Wolf. „Ich stimme ihrer Kritik sogar zu. Aber ich bin gegen die Konsequenzen, die aus ihrer Kritik erfolgen.“ Schließlich müsse beispielsweise aus der Aussage, Berlin kriege keine Großprojekte mehr hin, keine Rückzugspolitik resultieren.

Zu den Zielen, die sich „Wir Wollen Spielen“ gesetzt hat, bleibt noch eine bescheidene Zahl zu nennen: „So drei Millionen Befürworter wären gut“, sagt Wolf lachend. „Wenn alle Berliner dafür wären, würde ich Angst kriegen. Denn dann wäre Berlin nicht mehr Berlin.“


Weitere Infos findest du hier.
http://www.wir-wollen-spielen.berlin

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