Reinickendorf, Tegel
Siemensbahn als Verbindung nach Tegel

Verlassene Strecke mit Potenzial

Verlassene Strecke mit Potenzial
An der Haltestelle Siemensstadt entließ die Siemensbahn in den 30er Jahren die Arbeiter in die Fabriken. Heute liegt die Strecke verwildert da.
Die Zukunft der ehemaligen Siemensbahn bleibt ungewiss. Auf lange Sicht könnte sie der Anbindung des ehemaligen Flughafens Tegel an das S-Bahn-Netz dienen.

Nicht genutzte Strecken können die Bahn teuer zu stehen kommen. An der seit mehr als 30 Jahren stillgelegten Siemensbahn müssen nun „mehrere zehntausend Euro“ für „größere Arbeiten im Rahmen der Verkehrssicherungspflicht“ ausgegeben werden, so ein Sprecher des Unternehmens.

Die Bahn bemühe sich weiterhin um eine Entwidmung der rund 5 Kilometer langen Gleisanlage zwischen Jungfernheide und Gartenfeld – damit könnte sie endgültig aufgegeben werden. 2007 war zu diesem Zweck ein erster Antrag beim Eisenbahn-Bundesamt eingegangen.

Langfristige Pläne

Das Anliegen der Bahn dürfte jedoch kurzfristig keinen Erfolg haben. Der Berliner Senat will die Strecke nicht aufgeben, um sich die Möglichkeit für einen Anschluss der Wasserstadt Spandau ans S-Bahn-Netz offenzuhalten. Auch das ehemalige Flughafengelände Tegel könnte bei einer Nachnutzung durch Hochschulen und Unternehmen für eine Anbindung infrage kommen.

Den Planern der zukünftigen Nutzung des Flughafens Tegel schwebt zwar primär ein S- oder U-Bahn-Anschluss als wirksame Infrastrukturmaßnahme vor, doch dieser würde derzeit zu teuer werden. Deshalb sind laut Phillip Bouteiller von der Tegel Projekt GmbH auch der Bau einer Seilbahn vom S-Bahnhof Jungfernheide oder eine Magnetbahn im Gespräch. Darüber hinaus würde auch die Wiederbelebung der Siemensbahn ihren Zweck erfüllen. Derzeit ruht jedoch das Verfahren um die Zukunft der Strecke.

Eine Bahnverbindung mit Geschichte

Zwischen 1927 und 1929 war die oberirdische Bahntrasse von Siemens errichtet worden, um die Arbeiter aus der Stadt in die Fabrik zu befördern. Nach dem Krieg wurde die Strecke weitaus weniger stark befahren: Siemens strich viele Arbeitsplätze und die Verwaltung zog nach München. Schließlich wurde die Strecke nur noch alle 20 Minuten von kurzen Zügen genutzt.

1980 stellte die auch für einige West-Strecken zuständige DDR-Reichsbahn den Zugverkehr auf der Siemensbahn komplett ein. Zwar übernahm die BVG 1984 den gesamten öffentlichen Verkehr im Westen Berlins, doch statt die Siemensbahn zu reaktivieren, baute man die U-Bahn-Linie 7 bis zum Rathaus Spandau aus.

Auch nach der Wende blieb es still auf der Siemensbahn. Eine Verbindung zum S-Bahn-Netz besteht nicht mehr, seit die Brücken für den Ausbau der Schleuse Charlottenburg abgerissen wurden. Die Vereinbarung über den Neubau wurde bisher nicht erfüllt – obwohl man sich die Möglichkeit zur Weiternutzung offenhalten will.

Lesen Sie mehr zu den Verkehrs-Plänen für den Flughafen Tegel:

Verlassene Strecke mit Potenzial, Flughafen Berlin-Tegel (TXL), Berlin, Deutschland 13405, 13405 Berlin

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