Elektronikmesse

Die Trends der IFA

Stars auf der IFA: Moderatorin und Fußballerfrau Sylvie van der Vaart wirbt für elektrische Zahnbürsten.
Stars auf der IFA: Moderatorin und Fußballerfrau Sylvie van der Vaart wirbt für elektrische Zahnbürsten.
Die meisten Besucher der IFA wollen sehen, was die Zukunft auf dem Markt der Smartphones und Tablet-PCs so bringt. Wer Haushaltsgeräte an den Mann bringen will, hat es nicht leicht.

Die meisten IFA-Besucher, wie ein Gang durch die Messehallen zeigt, tummeln sich dort, wo die Innovationsbranche um Smartphones und Tablet-PCs ihre Neuheiten demonstriert. An anderen Orten geht es beschaulicher zu: Am Stand eines Staubsaugerherstellers probiert ein einzelner Kunde die Produkte aus. Auch bei den Herstellern rund ums Thema Kochen und Waschen hält sich eher Fachpublikum auf. Der Grund liegt auf der Hand: Die Trommeln von Waschmaschinen kann man nicht neu erfinden, die Möglichkeiten zur Verkleinerung der Gefriertruhe sind begrenzt, und der Stabmixer benötigt keinen Online-Zugang.

TV-Köche und Smart Communication

Wer mit seinen Produkten im toten Winkel der Innovationsmesse steht, kann aber sein Image mit der Glitzerwelt eine halbe Branche weiter verbinden: „Unterhaltungselektronik für die Geschmacksnerven“ nennt ein Hersteller von Küchengeräten seine Fabrikate, ein anderer rühmt eine Waage, „flach wie ein iPad“. Wer nicht so einen Trumpf im Ärmel hat, braucht mindestens einen TV-Koch. Doch müssen die angepriesenen Features natürlich trotzdem einen gewissen Neuigkeitswert haben. Als Johann Lafer in einer Halle enthusiastisch vorführt, dass sich sein Pürierstab in zwei Teile splitten lässt, da ist der Betrachter aufgrund von so viel Wirbel um Selbstverständlichkeiten eher ent- als begeistert.

Nicht zuletzt wegen solcher Scheinneuheiten konzentriert sich der Besucher auf die sogenannte Smart Communication. Dort, wo andauernd die Welt neu erfunden wird, vernetzter, kleiner, praktischer. Auf die Frage „Worum geht’s hier“ erläutern Messehostessen in der Kathedrale eines koreanischen Smartphone- und Tabletherstellers wahrhaft poetisch den Möglichkeitssinn: „Stellen wir uns vor, ich wäre in Australien und Sie wären mein Bruder hier in Deutschland…“

Trend: Sprach- und Bewegungssteuerung

Auch ein anderer großer Trend der letzten Jahre wird vorangetrieben: Die Ersetzung des Knopfdrucks durch aufwendige und zurzeit noch ziemlich dysfunktionale Sprach- oder Bewegungssteuerungen scheint bei den Herstellern technischer Geräte beschlossene Sache. Es gibt kaum einen Stand, an dem keiner vor einem Bildschirm wedelt oder rumbrüllt. Unwillkürlich kommen einem Szenen einer Ehe in den Kopf, in denen der Mann „Klappe zu!“ schreit und dann seiner Frau erläutern muss, dass er den Kühlschrank und nicht sie meinte. Allein dafür lohnt sich der IFA-Besuch.

Was aber bleibt sonst zu sagen, da vorrangig die Trends der letzten Jahre bestätigt werden? Vielleicht ja, dass das Zusammenwachsen von allem mit allem und der Technik mit dem Menschen weiter fortschreitet. Vielleicht aber auch nur, dass nicht alles, was Sinn macht, auch sinnvoll ist.


Quelle: Der Tagesspiegel

Messehallen am Funkturm, Jafféstr. , 14055 Berlin

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