Abschied von Kladow

Die Yogis verlassen Berlin

Immer schön locker bleiben. Mehr als 7000 Besucher kamen zum Yoga-Festival, das an diesem Wochenende zum letzten Mal am Havelufer in Kladow stattfand. Weil der Platz für Zelte und Autos dort nicht ausreicht, suchen die Veranstalter eine neuen Standort..
Immer schön locker bleiben. Mehr als 7000 Besucher kamen zum Yoga-Festival, das an diesem Wochenende zum letzten Mal am Havelufer in Kladow stattfand. Weil der Platz für Zelte und Autos dort nicht ausreicht, suchen die Veranstalter eine neuen Standort..
Europas größtes Yoga-Festival findet letztmalig in Berlin statt. Jetzt soll der Spirit nach Brandenburg fließen.

„Der Auftritt von Mirabai Ceiba wird ein Abschiedskonzert im doppelten Sinn“, sagt Stefan Datt: „Es beendet das 11. Berliner Yogafestival und zugleich unsere Zeit im Kulturpark Kladow.“ Schwingt da ein wenig Wehmut mit? „Nicht wirklich“, sagt Stefan Datt, der 2005 das größte Yoga-Festival Europas erfunden hat. „Es war eine schöne Zeit, aber unsere Veranstaltung ist immer größer und der Platz hier durch zahlreiche Baumaßnahmen immer kleiner geworden. Wir machen auf jeden Fall kreativ weiter, aber anderswo.“

Tempelhof ist zu hässlich

Gerüchte, wonach das Festival im nächsten Jahr auf dem Tempelhofer Feld stattfinden soll, weist Datt verwundert von sich: „Auf keinen Fall, das ist viel zu hässlich. Wir brauchen reine Natur, fließendes Wasser, alte Bäume. Höchstwahrscheinlich gehen wir nach Brandenburg.“ Immerhin sei der Kulturpark Kladow auch durch das Yoga-Festival, zu dem zuletzt mehr als 7000 Besucher kamen, gut bekannt geworden, meint Datt, der als Physiotherapeut in Charlottenburg arbeitet. 1999 ging er für mehrere Jahre in Yoga-Ashrams unter anderem in Indien und Kanada. Als zurückkehrte, staunte er: „Aus ungefähr fünf Yoga-Schulen in Berlin waren 120 geworden“, erzählt er: „Die konkurrierten oft miteinander, obwohl das doch so gar nicht dem Yoga-Spirit entspricht.“ Deshalb habe er das Festival initiiert, um sich kennenzulernen und die Gemeinsamkeiten zu entdecken.

Yoga auch für Ältere

Zuerst trafen sich die Yogis in der Chausseestraße, dann vier Jahre lang auf die Brachfläche zwischen Hauptbahnhof und Bundeskanzleramt. Immer sei dabei eine positive Energiewelle über die Hauptstadt geschwappt, sagt Datt, schon wegen der Yoga-Meister, Gurus und Künstler aus aller Welt. Brandenburg könne sich also durchaus auf das Festival freuen, der genaue Ort stehe aber noch nicht fest. Er müsse vor allem Platz bieten für tausende Besucher, denn inzwischen gibt es Yoga auch für Kinder, ältere Menschen und sogar für Behinderte. „Yoga ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen“, freut sich Datt: „Es ist unglaublich, wie glücklich und friedlich die Menschen miteinander feiern – und das ohne einen Tropfen Alkohol.“


Quelle: Der Tagesspiegel

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