Olympiastadion als Filmkulisse

Lauf Didi, lauf!

Dieter Hallervorden ist unter die Marathonläufer gegangen, aber nur für eine Rolle, die er als eine der wichtigsten seiner Karriere bezeichnet.
Dieter Hallervorden ist unter die Marathonläufer gegangen, aber nur für eine Rolle, die er als eine der wichtigsten seiner Karriere bezeichnet.
Dieter Hallervorden läuft und schwitzt für seinen neuen Film "Sein letztes Rennen", für den er mit Heike Makatsch im Olympiastadion vor der Kamera steht. Auch andere Produktionen wurden in der Sportstätte gedreht. Der Stadionchef Joachim Thomas wünschte, es wären noch mehr.

Dieter Hallervorden schwitzt. Der 77-jährige Schauspieler läuft auf der blauen Tartanbahn des Olympiastadions. Aber Hallervorden darf auch mal verschnaufen. Wenn die Kameraeinstellung gewechselt wird, bei Regieanweisungen oder neuen Szenen. Zurzeit steht er mit Heike Makatsch vor der Kamera. Im Olympiastadion drehen sie „Sein letztes Rennen“.

Das ist aber nicht das erste Mal, dass im Stadion Filmcrews unterwegs sind. So hielt vergangene Woche das Olympiabad als Kulisse für Til Schweigers Film „Kokowääh 2“ her.

Der Streifen soll im Februar in den Lichtspielhäusern zu sehen sein. Und das Gelände soll noch viel öfter Besuch von Filmleuten bekommen, darum werben die Stadionbetreiber auch auf ihrer Internetseite um Filmproduktionen und stellen die Vorzüge des Komplexes vor: „unzählige Treppenhäuser, eine doppelstöckige Tiefgarage, unendliche Flure, modernste Gefängniszellen“ – letztere wurden für die stadioneigene Polizeiwache im Keller eingerichtet.

Das wandelbare Stadion

15 bis 20 Filmdrehs sieht Stadionchef Joachim Thomas jedes Jahr in seinen Hallen, zusätzlich werden zehn bis 15 Termine für Fotoshootings gebucht. Auf Celluloid sieht sich das Bauwerk selten als Stadion dargestellt. So gehen die Räumlichkeiten im Science-Fiction-Streifen „Equilibrium“ von 2002 als Regierungsbüro durch. Im Herbst 2010 beehrte Bollywoodstar Shah Rukh Kahn die Sportstätte mit seiner Anwesenheit beim Dreh von „Don – The King is Back“. „Der Bekannteste, der hier gedreht hat“, sagt Thomas.

Thomas würde gerne öfter Kameras und Scheinwerfer auf dem Rasen sehen, egal ob es Marius Müller-Westernhagen für einen Musikclip bucht oder Allianz und Adidas für ihre Werbung. Auch Fernsehfilm-Crews fanden hier schon eine temporäre Heimat wie bei dem Dreh zur Sat.1-Komödie „Im Brautkleid meiner Schwester“. Damals waren sie die ersten, die eine Erlaubnis erhielten, in 40 Meter Höhe auf dem Glasdach zu filmen. Jedoch kann Thomas seinen Traum von der Miete nicht verwirklichen, da er möglichen Kunden auch eine Abfuhr erteilen muss: Sein Hauptmieter, Herta BSC, hat das Vorrecht bei der Terminvergabe und die müssen ihren Spielplan einhalten.

Nicht nur Didi

In „Sein letztes Rennen“ verkörpert Hallervorden die gealterte Marathon-Legende Paul Averhoff. Dieser gewann 1958 in Sydney die Goldmedaille. Inzwischen wohnt er im Altersheim, hat Langeweile und beginnt, sich für den Berliner Marathon fit zu machen. Die Handlung ist rein fiktiv. Am Dienstag wurden Szenen vom Zieleinlauf abgedreht. Der Film hat zum Berlin-Marathon 2013 Premiere. Mehr als ein Vierteljahr lief Hallervorden sich für die Rolle fit, die er als „eine der wichtigsten meiner Karriere“ bezeichnet. „Joggen, Schwimmen, Geräte. Das war sehr anstrengend“, sagt er. Bereits zu seiner Schulzeit sei er ein guter Läufer gewesen. „Aber die Schüler lachten sich wegen meines Laufstils kaputt und sagten: der läuft ja wie eine kastrierte Ente.“

Eine typische Klamauk-Vorführung wird der Streifen aber nicht sein. „Der Film hat mit Didi so viel zu tun wie Fußball mit einer Konzerthalle“, sagt Hallervorden. Kein Quatsch, kein  Nonsens. „So kann ich beweisen, dass ich nicht nur Komödie kann, sondern auch Charakterrollen“, sagt Hallervorden. „Er bringt aber auch in das ernsteste Drama ein Augenzwinkern mit rein“, sagt Produzent Boris Schönfelder. Am Sonntag begibt er sich dann am Kottbusser Tor und auf der Leipziger Straße in den Tross der tatsächlichen Marathon-Läufer. Aber nur für einige Kameraeinstellungen.

Olympiastadion, Olympischer Platz 1, 14053Berlin, http://www.olympiastadion-berlin.de/

Mehr Artikel zum Thema:


Quelle: Der Tagesspiegel

Olympiastadion Berlin, Olympischer Platz 3, 14053 Berlin

Weitere Artikel zum Thema

Essen + Trinken | Kultur + Events
Fine-Dining Erlebnis bei Loumi
Der Supperclub Loumi verzaubert in einem unscheinbaren Neuköllner Hinterhof seine Gäste mit einem regional-saisonalen 12-Gänge-Menü. […]
Kultur + Events | Party
Top 5: Tipps zum Vatertag in Berlin
Traditionell werden an Christi Himmelfahrt die Väter und Herren gefeiert, meist übernehmen sie das sogar […]