Vandalismus in Kreuzberg

Doherty zahlt Strafe scheibchenweise

Pete Doherty bei einem Konzert in Berlin.
Pete Doherty bei einem Konzert in Berlin.
Der britische Sänger Pete Doherty hat mit der Berliner Justiz Ratenzahlung für seine Strafe wegen Vandalismus vereinbart. 2009 hatte er nach dem Besuch einer Kreuzberger Kneipe ein Auto beschädigt - nun muss er 500 Euro monatlich bis 2016 an die Landeskasse überweisen.

Seinen Namen hat sich Peter Doherty als Sänger der Babyshambles und der Libertines gemacht, die Solokarriere verläuft ebenfalls vielversprechend. Ob seine gelegentlichen Alkohol- und Drogen-Eskapaden dafür verantwortlich sind, dass der britische Musiker scheinbar unter Geldmangel leidet, ist nicht bekannt. Doherty, der vor kurzem 33 wurde, hat beim Land Berlin seit zwei Jahren 30.000 Euro Schulden. Die Gage für seine in der Regel ausverkauften Konzerte sollte allemal reichen, um die Summe auf einen Schlag zu begleichen, doch der Sänger zahlt seit Dezember 2011 monatliche Raten von 500 Euro an die Landeskasse. Die Staatsanwaltschaft und der hiesige Anwalt von Doherty, Simon Bergmann, bestätigten die Informationen.

Die Strafe geht auf eine lange Nacht in Kreuzberg zurück. Am 5. Dezember 2009 hatte der Rocker in der Kreuzberger Kneipe „Trinkteufel“ das Ende seiner damaligen Deutschlandtournee gefeiert. Der Trinkteufel ist eine Eckkneipe in der Naunynstraße, die sowohl bei alteingesessenen Kiezbewohnern als auch bei musikinteressierten Touristen beliebt ist. Doherty trank dort offensichtlich mehr als das eine oder andere Bier. Als er schließlich frühmorgens aus dem Lokal auf die Straße schwankte, demolierte er dort mit einer Flasche ein parkendes Auto. Polizisten nahmen den Musiker vorübergehend fest und brachten ihn für drei Stunden auf die Polizeiwache am Checkpoint Charlie. Im Juni 2010 schickte ihm die Berliner Staatsanwaltschaft deswegen einen Strafbefehl in seine britische Heimat.

Kein Arbeitseinsatz im Park

Die Tagessätze orientierten sich dabei wie üblich am Einkommen des Sünders, bei Doherty wurden 30 mal 1000 Euro festgelegt. Sollte der Musiker die gesetzte Zahlungsfrist nicht einhalten, drohten ihm die Behörden 30 Tage Ersatzhaft an. Auf die dritte Option, die Strafe durch gemeinnützige Arbeiten zu begleichen, ging Doherty nicht ein. Ein Einsatz mit Harke und Rechen in Berliner Parks hätte wohl auch niemand von ihm erwartet. Die Ersatzhaft trat der Musiker ebenfalls nicht an, wochenlang war den Berliner Behörden nicht klar, ob er die Amtspost überhaupt bekommen hatte. Denn die Justiz war sich nicht zu 100 Prozent sicher, wo sich der Hauptwohnsitz des Sängers befindet. Tatsache ist: Lange gingen keine Zahlungen ein. Doherty hatte wegen anderer Vergehen auch die britische Justiz in Atem gehalten.

Unter Vermittlung von Anwalt Bergmann einigten sich Doherty und die Justiz im vergangenen Jahr schließlich auf die neue Verfahrensweise. Sollte Pete Doherty in diesen Schritten weiterzahlen, wird es wohl noch bis November 2016 dauern, bis er seine Schulden bei der Hauptstadtjustiz beglichen hat.


Quelle: Der Tagesspiegel

Trinkteufel, Naunynstr. 60, 10997 Berlin

Telefon 030 6147128

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