Unternehmen im Kiez

Von wegen alles eine Soße

Von wegen alles eine Soße
Der Meister und Saucenfritz in seiner Küche. Hier mischt J.D. Fritz seine leckeren Kreationen zusammen. Zur Foto-Galerie
Weißensee - Hier hat sich einer eingenistet, der mit Gourmet-Saucen Leben auf Berlins Teller bringt. Aus seiner kleinen Manufaktur heraus beliefert der "Saucenfritz" Bio-Märkte und Privathaushalte und stimuliert sämtliche Geschmacksknospen bis zum Höhepunkt - so zumindest sein Versprechen.

Die Gustav-Adolf-Straße in Weißensee gibt es schon seit fast 140 Jahren. Sie hat sogar eine eigene Internetseite. Sie zu erlaufen würde mindestens 20 Minuten dauern. Am belebten Beginn der Straße befindet sich die Saucenfabrik von J.D. Fritz. Und weil es so naheliegend ist, heißt sein Unternehmen auch „Saucenfritz“. J.D. Fritz spricht begeistert über Weißensee. Die Geschäftsräume hier waren für den Saucenfritz schlicht preiswerter als anderswo, darum ist er vor drei Jahren hergekommen. Er sagt, der Kiez entwickle sich – die Gewerberäume füllen sich mit der Zeit. Seine eigene Firma ist zwar mittlerweile zu groß geworden für die bisherigen Räume, die eher an eine Wohnung als an eine richtige Produktionsküche erinnern. Aber der Stadtteil ist dem Geschäftsführer ans Herz gewachsen und er möchte bleiben. Woanders findet man die einmalige Mischung der Menschen nicht mehr, die hier wohnen, findet Fritz.

Unscheinbarer Sitz in der Gustav-Adolf Straße.
Er selbst kommt eigentlich aus Frankfurt. Früher war er in der Filmproduktion tätig. In der Familie war J. D. Fritz aber schon immer der Salatsaucenspezialist und hat bereits als achtjähriger Steppke Dressing-Battles mit seiner Cousine veranstaltet. Später war sein Dressing auf jeder Party der Renner. Einmal hat er eine Freundin dabei erwischt, wie sie sich heimlich in der Küche ein Gurkenglas mit der für den nächsten Tag fertigen Sauce abgefüllt hat. Irgenwann hat Fritz dann beschlossen, sich mit seinem Zauberzeug selbstständig zu machen. Seit 2011 kann jeder seine Saucen in diversen Bioläden in Berlin und Brandenburg, aber auch in Nord- und Süddeutschland und in Nordrhein-Westfalen kaufen.

 

Vom Salat zu Kiezkeule und Mundraumorgasmus

Anfangs standen bei Fritz nur Salatsaucen auf dem Plan, aber die sind vielseitig einsetzbar und können auch für andere Gerichte verwendet werden. Außerdem bastelt der Saucenliebhaber stetig an neuen Rezepten, die jetzt auch über die kalte Küche hinausgehen. Aus dem Starterpaket von drei verschiedenen Saucen sind so elf geworden und der Firmenname änderte sich von Salat- zu Saucenfritz. Am Grundkonzept hat sich seither aber nichts geändert: Saucenfritz ist ein Manufakturbetrieb, der 100% Bio bietet und seine Produkte von Hand und mit viel Liebe herstellt.

Diese Saucen warten auf ihre Etikettierung.
Seine Grundzutaten wählt Fritz sorgfältig aus – in die Saucen kommt nur hochwertiges Olivenöl und Essig, vitalisiertes Wasser, Gemüsebrühe und Himalayasalz. Diese Ingredienzien sorgen für den „Umami-Effekt“ in Fritz‘ Saucen, die besonders intensiv schmecken (umami gilt neben süß, sauer, salzig und bitter als weiterer Geschmackssinn – man könnte ihn „vollmundig“ nennen). Darum eignen sich die Saucen auch perfekt, um dem Essen den entscheidenden „Kick“ zu geben, lässt der Saucenfritz uns wissen. Zu den Lieblingssaucen des Chefs zählt darum übrigens die Honig-Senf-Sauce. Die kann man als Basis für alles Mögliche verwenden. Etwas Dill, Knoblauch, Zitrone oder Knoblauch hinzugegeben und schon erlebt man wieder ein neues Geschmackserlebnis. Der Saucenfritz ruft explizit dazu auf, auf diese Art mit all seinen Saucen kreativ zu werden. Auf seiner Homepage bietet er Rezepte dafür, wie man seine Saucen verfeinern kann. Es gibt dort aber auch Rezeptvorschläge für alle, die die Dressings und Würzsaucen unverfälscht unterrühren wollen. Die Palette reicht da vom Gurkensalat bis zu Spargel mit Rindercarpaccio.


 

Im Kiez kennt man sich

Da der Betrieb vom Saucenfritz noch relativ klein ist, kann er Innovationen schnell umsetzen. Davon profitiert auch Patrick Hahnel von Spice for Life, den wir euch in diesem Artikel vorgestellt haben. Für ihn hat Fritz gerade den „Mund Raum Orgasmus“ kreiert. Diese Gewürzpaste verbindet Patricks Gewürzliebling, den Andaliman Pfeffer, mit Chili, Olivenöl und Salz. Fritz verspricht, dass sich das Geschmackserlebnis genauso anfühlt, wie es der Name verspricht. Auch die „Kiezkeule“ ist eine Gemeinschaftsproduktion von Patrick und Fritz. Darin steckt der Berliner Chili von Spice for Life, der in einem Berliner Integrationsbetrieb gewachsen ist. Die scharfe Sauce, die wie vieles beim Saucenfritz vegan ist, passt zu Nachos, Currywurst oder in die Nudelsauce.

Der Saucenfritz ist also ein Paradebeispiel dafür, dass Weißensee ordentlich Feuer im Hintern hat. Und das auch noch mit einer großen Portion Freude für die Geschmacksnerven. Beim Saucenfritzen kann, wer möchte, einfach vorbeischauen. Zwar gibt es hier keinen offiziellen „Showroom“ zum Schnuppern, Probieren und Kaufen, aber Neugierigen wird der nette Herr von nebenan die Tür auch nicht vor der Nase zuknallen. Und ob man die köstlichen Saucen am Ende hier kostet, im Onlineshop bestellt oder im Bio-Markt ins Einkaufskörbchen schmeißt: Kosten lohnt sich auf jeden Fall!

Foto Galerie

Saucenfritz, Gustav-Adolf-Straße 162, 13086 Berlin

Telefon 030 54 84 66 85

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