Der denkmalgeschützte Bau aus den 1930er-Jahren ist eine echte Sehenswürdigkeit in der City West, wenn auch viel bescheidener als Funkturm, Gedächtniskirche und Co.: Die älteste noch erhaltene Hochgarage Europas mit Doppelhelix und Vorhangfassade steht mitten auf der Kantstraße, umgeben von Imbissen, Läden, Wohnhäusern und viel Autoverkehr. Fast 90 Jahre lang konnte man hier parken, nun bleiben die Autos draußen und Kultur zieht ein.
Dufte heißt das kulinarische Kulturhaus, das die Kantstraße nun bereichert. Im Berliner Dialekt steht dufte für prima, damit ist die eigene Messlatte per Namensgebung schon hoch gesetzt. Beim Interieur hat man versucht, die einstige Bestimmung des Ortes nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Alte Garagentore, historische Bauteile und recycelte Materialien kommen zum Einsatz. Viele Möbel sind maßgefertigt. Zudem gibt es Lichtinstallationen, Vintage-Stücke und Pflanzen, um die Atmosphäre gemütlicher zu gestalten. Ein kleiner Biergarten ergänzt das Angebot der Sitzmöglichkeiten. Insgesamt wirkt alles sehr urban.
Der Biergarten liegt direkt neben der S-Bahn, das stört aber die Atmosphäre nicht. Quelle: Dufte/ Copyright: William KrauseDer Biergarten liegt direkt neben der S-Bahn, das stört aber die Atmosphäre nicht. Quelle: Dufte/ Copyright: William Krause
Vier Küchen sorgen ab 11:30 Uhr dafür, dass jeder Aufenthalt genussvoll wird. The Curried Cactus bietet Kreationen mit indischen und mexikanischen Einflüssen, handgemachte Pasta serviert Mani in Pasta, die die meisten sicher aus der Markthalle Neun kennen, Abuya steht für levantinische Küche und tacho bringt deutsche Gerichte mit regionalem Fokus auf den Tisch. Außerdem lädt das Café Dufte schon morgens ein, hier in den Tag zu starten, feinstes Sauerteigbrot bekommt man dazu vom Domberger Brot-Werk und abends punkten zwei Bars, die Fassbier, Naturwein, Cocktails und andere Drinks von heimischen Produzenten ausschenken. Auch die Küchen verzichten zugunsten kleiner Produzenten und Lieferanten auf Großkonzerne und Industriemarken.
Das Feeling in der Kant-Garage ist viel offener als in Restaurants. Du kannst frei wählen, welche Kulinarik oder welche Drinks dich ansprechen und dir dann einen Platz im großen Raum suchen. Die Betreiber nennen das die „Idee eines offenen Hauses“, dabei erinnert es doch stark an Food-Courts wie Kalle Halle, Kerb, Manifesto und Co., die es schon in vielen Teilen der Stadt gibt. Dufte will aber mehr: Ausstellungen, Konzerte, Talks und andere Veranstaltungsreihen sind geplant. Kultur soll hier nicht nur ein Rahmenprogramm bieten, sondern den Alltag bereichern.
Die Fassade erinnert natürlich weiter an die Vergangenheit der Garage. Quelle: Dufte/ Copyright: William KrauseDie Fassade erinnert natürlich weiter an die Vergangenheit der Garage. Quelle: Dufte/ Copyright: William Krause
Von den Gästen wird übrigens nicht erwartet, dass sie etwas konsumieren. Man ist auch für eine einfache Auszeit willkommen. Doch es gibt dennoch genug Gelegenheiten, sich von der Kulinarik verführen zu lassen. Für Abwechslung sorgen Formate wie der Tasty Tuesday mit mutigen Ideen aus der Food & Beverage-Branche, der Why not Wednesday für alternative Musikkonzepte oder der Auster-Samstag mit Bubbles und Austern. Für größere Events und Veranstaltungen lässt sich der Raum mit seinen gut 1.000 Quadratmetern Fläche verändern oder in kleinere Bereiche unterteilen. Die Eröffnung war bestens besucht. Wenn das so weitergeht, wird die Kant-Garage das urbane Wohnzimmer des Westens und Dufte ein Ort für spannende Begegnungen.
Dufte – Berlins kulinarisches Kulturhaus
Kantstraße 127
10625 Berlin
Webseite: Dufte






