Freiwilligenaktion in Berlin

We serve Berlin

Das Serve the City Team ließ sich auch von dem Dauerregen am Samstag nicht entmutigen.
Das Serve the City Team ließ sich auch von dem Dauerregen am Samstag nicht entmutigen.
Kastanienallee - Um ehrenamtlich arbeiten zu können, braucht man immer eine Einrichtung, die einem zusagt und die man unterstützen will. Diesen Schritt zu machen, fällt vielen Leuten schwer. Daher hat Christine Thumm das Projekt "Serve the City" nach Berlin gebracht.

Etwa 50 Freiwillige haben sich in einem Raum bei der Heilsarmee in der Kastanienallee in Prenzlauer Berg versammelt. Mit einem roten T-Shirt ausgestattet habe auch ich mich am 25. Mai dort eingefunden. Alle sind trotz des schlechten Wetters sehr motiviert und wollen am besten sofort mit dem Helfen anfangen. Doch zunächst erzählt die Veranstalterin Christine Thumm etwas über den Hintergrund von Serve the City, damit auch die Neuankömmlinge Bescheid wissen.

Das Konzept kommt ursprünglich aus Brüssel und wurde von Thumm nach Berlin gebracht: Nun treffen sich also die unterschiedlichsten Hauptstädter einem Tag im Monat, um Bedürftigen etwas Gutes zu tun. Dazu stehen immer wieder verschiedene Organisationen zur Auswahl, bei denen die Helfer anpacken. Sie wollen mit Respekt, Mut, Mitgefühl Hoffnung und Demut denen, die nicht so viel Glück haben, zumindest für einen Tag lang ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Viele Berliner sind einfach unentschlossen oder zu zurückhaltend, um sich einer Organisation anzuschließen. Christine Thumm hat das erkannt und mit Hilfe ihres Projekts Serve the City ein breites Netzwerk an Organisationen geschaffen.

Ein Tag Hilfe im Seniorenheim

Ich selbst wollte auch schon immer einer gemeinnützigen Organisation betreten, hatte aber keine rechte Ahnung, welche es überhaupt gibt. Da kam der Serve the City-Aktionstag in Prenzlauer Berg wie gerufen. Es wurden für vier Projekte helfende Hände gesucht: An Obdachlose sollten Sandwiches verteilt werden, auf einem Hoffest wurden Kinder geschminkt, in  den Wohnstätten Siloah wurden gärtnerische Fähigkeiten gefordert und im Seniorenheim St. Elisabeth in der Eberswalder Straße wurden Entertainer gesucht. Ich entschied mich für die Hilfe im Seniorenheim. Anfangs wurden wir auf unsere anstehende Arbeit vorbereitet und motiviert.

Im Seniorenheim angekommen hat uns eine sehr nette Dame verschiedenen Aufgaben gegeben und wir wurden in die Etagen gebracht. Anfangs war es sehr komisch, denn überall war es sehr ruhig und man hatte das Gefühl, dass sich die älteren Leute nicht so leicht motivieren lassen würden. Einige haben Schach gespielt, geredet oder vorgelesen. Auch zwei Kinder von einer Freiwilligen waren dabei und haben mit den Senioren gebastelt. Allen scheint es unglaublichen Spaß gemacht zu haben, aktiv zu werden. Viel Zeit haben die Angestellten nämlich nicht für die Patienten. Nur rund zehn Minuten am Tag hat jeder Angestellter für jeden einzelnen Senioren Zeit, wird mir erzählt. Daher freuen sich die  Leiter des Seniorenheims immer ganz besonders, wenn Serve the City mit den Freiwilligen vorbeikommt – und sich Menschen bewusst Zeit nehmen.

Auch ich hatte mein persönliches Erfolgserlebnis: Ich habe mit einer schwer kranken und noch sehr jungen Patientin Ball gespielt und im Nachhinein wurde mit erzählt, dass sie lange nicht mehr so aktiv war und so viel gelacht habe. Ich werde definitiv wieder dabei sein, wenn Serve the City ehrenamtliche Helfer sucht.

We serve Berlin, Kastanienallee 71, 10435 Berlin

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