Pflanzenkunde

Ein Besuch im Hanf Museum

Ein Besuch im Hanf Museum
Hier wachsen Cannabis-Pflanzen der Gattung "Fedora 17". Zur Foto-Galerie
Nikolaiviertel - In der vermeintlichen Altstadt von Berlin steht ein ganz besonderes Museum. Das Hanfmuseum ist das einzige seiner Art in Deutschland und eines von nur wenigen weltweit. Es beherbergt eine Dauerausstellung rund um die Pflanze und dient als Treffpunkt für die jährlich stattfindende "Hanfparade". QIEZ hat sich vor Ort einen Eindruck verschafft.

Taue, Tücher, Tüten. Es gibt eine Reihe von Dingen, die man mit der Pflanze Hanf assoziiert. Die meisten denken wahrscheinlich an ihre Verwendung als Rauschmittel. Dabei ist dies nur ein kleiner Teil der langen Geschichte des Gewächses, das ursprünglich aus Zentralasien stammt. Hanf wird von den Menschen bereits seit Jahrtausenden als Webstoff, Medizin oder Nahrungsmittel verwendet. Das Berliner Hanfmuseum beleuchtet die Geschichte der Pflanze aus mehreren Blickwinkeln, von der manuellen und industriellen Verarbeitung in den letzten Jahrhunderten bis hin zur Verwendung von Cannabis als Kult-Droge. Die sich über 250 Quadratmeter erstreckende Ausstellung ist eine Mischung aus Werkzeugen zur Hanfverarbeitung, schrulligen Exponaten rund um das Thema Kiffen und Beiträgen zur immer wieder aufkommenden Legalisierungsdiskussion.

In den ersten vier Ausstellungsräumen dreht sich alles um den Anbau der Pflanze und ihre Nutzung als Rohstoff für Textilien und Baumaterialien. Neben einer alten Spindel, mit der im 19. Jahrhundert Tücher und Decken gewebt wurden, sind einige Kleidungsstücke aus Hanf und eine Sammlung von Tauen zu sehen, die unter anderem in der Schifffahrt zum Einsatz kamen. In einem in die Wand eingelassenen Glaskasten wachsen außerdem Pflanzen der Gattung „Fedora 17“, eine THC-arme Cannabisvariante, deren Anbau zu Anschauungszwecken von der Bundes-Opium-Behörde genehmigt wurde.

Cannabis als Droge

In den anderen Räumen wird der Konsum von Hanf als Rauschmittel thematisiert. Dabei haben die Kuratoren allerdings ein wenig zu weit ausgeholt. In einem der Zimmer hängen Gemälde, die Tabak rauchende Menschen zeigen. Des Weiteren sind Pfeifen ausgestellt, die nicht zur Inhalation von Cannabis genutzt wurden. Der Zusammenhang dieser Exponate mit dem Thema Hanf ist kaum nachvollziehbar.

Anders ist dies im hinteren Teil des Museums. Hier wird ausführlich auf die Geschichte des Cannabiskonsums und die Prohibition der Droge eingegangen. Bongs und Haschischpfeifen sind ebenso Teil der Ausstellung wie Bob Marley-Bilder und Infotafeln über die Rastafari-Kultur. Auch die Gretchenfragen rund ums Thema Kiffen werden thematisiert: Ist das Rauchen von Cannabis nun legal oder nicht? Darf man geringe Mengen bei sich tragen? Und was ist überhaupt eine geringe Menge? Untermalt wird das Ambiente von der Stimme des Bundestagsabgeordneten Hans-Christian Ströbele, die aus einem kleinen Lautsprecher scheppert und vehement die Legalisierung der Droge fordert.

Eine Extra-Wand ist dem 1989 verstorbenen Berliner Schauspieler und Kabarettisten Wolfgang Neuss gewidmet, der in seinen späten Lebensjahren das Haschischrauchen für sich entdeckte und unter den Spitznamen „zahnloser Althippie“ und „Indianerfrau“ zur Kultfigur der West-Berliner Kiffer-Szene wurde.

Im Keller des Museums befindet sich ein kleines Café. Hier kann man in esoterischer Atmosphäre einen Hanftee verköstigen. Rauchen ist allerdings verboten.

Foto Galerie

Hanf Museum Berlin, Mühlendamm 5, 10178 Berlin

Telefon 030 2424827

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Dienstag bis Freitag 10 bis 20 Uhr,
Samstag und Sonntag 12 bis 20 Uhr

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