Freiluftkino in Kreuzberg

Dieses Kino schwimmt!

Dieses Kino schwimmt!
Am "Dreiländereck" zwischen Kreuzberg, Neukölln und Treptow parkt auch in diesem Sommer das Floßkino.
Reichenberger Kiez – Ein in Berlin einzigartiges Kinoerlebnis kann man auf einer Wiese am Landwehrkanal und völlig umsonst genießen. Die Filme sind independent, die Musik handgemacht und das Essen hat Vokü-Charakter: Das Floßkino startet in seine fünfte Saison!

Vor vier Jahren haben sich ein paar kreative Köpfe zusammengefunden und beschlossen, ein Floß zu bauen. Und zwar eins, das nicht viel kostet und trotzdem was kann. Herausgekommen ist ein zum Teil aus Spenden finanziertes Gefährt mit dem Namen „Wackelberry“. Die Brücke zu den Geschichten um Huckleberry Finn, der mit seinem Freund Jim auf einem Floß Abenteuer erlebt und dem Glück entgegenschippert, ist da schnell geschlagen. Und auch die Jungs und Mädels des Vereins „Bootschaft e.V.“ erleben auf dem Wackelberry seit Jahren eine Menge: einen Videodreh der Band Seeed, Konzerte für die Fête de la Musique oder Performances für die „Escape – Art Parade“ waren schon darunter. Und eben immer wieder Kino.<spunq:text

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Ein Abend im Zeichen des Floßkinos geht ganz einfach: Es parkt an einer Wiese zwischen dem Kreuzberger Paul-Lincke- und dem Görlitzer Ufer. Die etwa 15 Mitglieder der Bootschaft hängen die Leinwand auf und bringen in ihren heimischen Küchen höchst selbst fabrizierte Leckereien mit, die für einen schmalen Taler auf den mitgebrachten Tellern des Publikums landen. In den Abendstunden spielt eine Band; sobald es dunkel genug ist, werden Kurzfilme auf die Leinwand am Floß projiziert. Die können von Laien oder Filmstudenten stammen, mit professionellem Equipment oder der Handykamera gedreht worden sein.

„Wir haben auf jeden Fall den Anspruch, nicht professionell zu sein und wollen unbekannte Werke zeigen“, erklärt uns Laurin, einer der Bootschafter. „Unsere Filmauswahl ist super subjektiv. Wir gucken einfach, was eingeschickt wird und was zusammenpasst.“ Da passt vor allem, dass auch die Herrschaften um das Floßkino selbst nicht aus der Filmbranche kommen. Sie arbeiten allesamt ehrenamtlich an der Veranstaltungsreihe, lassen die Filmemacher bei Vorführungen persönlich zu Wort kommen und machen sich keine Gedanken um Zuschauerzahlen.

Ein schöner Abend von Freunden für Freunde

Trotzdem kommen in der Regel zwischen 150 und 300 Leute zum Kino, die meist über drei Ecken auf die Veranstaltung stoßen. „Wir veranstalten einfach einen kleinen, netten Abend von Freunden für Freunde und Freundesfreunde“, erklärt uns Laurin. Die Botschaft hinter dieser Aktion ist vor allem, dass jeder einen Gestaltungsspielraum in seiner direkten Umgebung hat. „Wir sind keine Profis, aber gehen als gutes Beispiel voran und zeigen, dass man, wenn man Lust drauf hat, auch was Besonderes realisieren kann“.

Alle Infos zum Floßkino und weiteren Aktionen der Bootschaft e.V. findest du auf der Homepage des Vereins, aktuelle Termine gibt es auf Facebook. Dort steht auch, wo du dich melden kannst, wenn du selbst mit deiner Band auf der Wackelberry spielen oder deinen Film auf der schwimmenden Leinwand sehen möchtest. Bald soll es einen Themenabend unter dem Motto „Abgelehnt“ geben. Ach ja, und unterstützen kannst du die Ideen der Bootschaft natürlich auch!

Dieses Kino schwimmt!, Reichenberger Straße 92, 10999 Berlin
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