Publikumsmagnet

Rundgang über die Grüne Woche 2014

Tiere streicheln und mehr auf der Grünen Woche in Berlin.
Tiere streicheln und mehr auf der Grünen Woche in Berlin.
Messegelände - Als Presse-Mensch hat man viele Vorteile. Einer davon ist, dass man die Grüne Woche, zu der auch in diesem Jahr mehr als 400.000 Besucher erwartet werden, bereits einige Stunden vor der offiziellen Eröffnung besuchen darf. Wir konnten uns also ganz in Ruhe auf dem riesigen Messegelände und in den 26 Ausstellungshallen umsehen - und wurden dann doch noch von der Messerealität eingeholt.

Die Grüne Woche ist ein Erlebnis für die Sinne. Wir beginnen unseren „kleinen“ Rundgang (124.000 Quadratmetern Hallenfläche!) in der Blumenhalle – und sind von dem lieblichen Duft, der vom „Parlament der Blumen“ verströmt wird, sowie der tropischen Luft, die von den feucht gehaltenen Sandwegen aufsteigt, gleich ganz betört. In aller Ruhe schauen wir uns also die verschiedenen Blütenpflanzen, exotischen Gehölze, akkurat angelegten Friedhofsbeete und kleinen Gartenlauben an, die Lust auf ein eigenes Domizil in ländlicher Umgebung machen. Eigentlich könnte man in Halle 9 schon einen ganzen Tag verbringen – doch wir müssen weiter.

Als nächstes lockt es uns in Halle 8.2, in der sich Estland, das diesjährige Partnerland der Grünen Woche, präsentiert. Unterwegs passieren wir unter anderem eher unspektakuläre Dampfstaubsauger, den von zahlreichen Wurst- und Gewürzständen ausgehenden, würzigen Duft Ungarns sowie die netten Norweger, die fleißig Lachshäppchen und andere Leckereien an die ersten Gäste des Tages verteilen. Estland zeigt sich – abgesehen von den hübschen jungen Frauen, die hinter jedem Stand platziert sind – von einer wenig spektakulären Seite. Es gibt viele Fleischwaren und Männer im Anzug, die sich gegenseitig zu der repräsentativen Rolle ihres kleinen Landes beglückwünschen.

Eine kleine Weltreise

Außerdem machen wir eine weitere sinnliche Erfahrung der Grünen Woche: Betritt man den Messebereich eines bestimmten Landes, könnte man – zumindest in diesen frühen Morgenstunden, in der alles nur auf die Presse und wichtige Funktionäre wartet – fast vergessen, dass man sich noch in Berlin befindet. Saudi-Arabien beispielsweise empfängt den Besucher mit fremden Klängen, verschleierten Frauen und bärtigen Männercliquen, in China wirkt alles sehr kühl und technisiert, in Russland werden schon um neun Uhr morgens aus voller Kehle Volkslieder geschmettert und der irische Pub wartet zur selben Stunde bereits auf die ersten Gäste – wie viele der Wein-, Bier und Schnaps-Stände übrigens nicht ganz vergeblich.

Wir ziehen weiter, vor dem offiziellen Start um 10 Uhr wollen wir die vielen Tiere in Halle 25 (Rinder, Pferde, Schweine, Ziegen und mehr), in Halle 26 (Alpakas, Esel, Rentiere, Hunde, Katzen, Kaninchen und mehr) und auf dem ErlebnisBauernhof in Halle 3.2 noch ganz entspannt erleben. Wir werden nicht enttäuscht: Kleine Zicklein blinzeln verschlafen aus dem Stroh, Pferde werden in der Arena warm geritten und so mancher Bulle erhält noch schnell eine frische Föhnfrisur.

Nachdem wir endlich genug gestreichelt und zur Stärkung einen Hemmes-Bananenmilchshake genossen haben, machen wir uns noch schnell auf in die neue Bio-Halle – 1.2b – und freuen uns, dass die alternative Landwirtschaft sich hier auch endlich publikumswirksam und nicht nur so „zwischendurch“ zur Schau stellt.

Es geht los

Punkt 10 Uhr wird es dann schlagartig voll in den Messehallen unterm Funkturm und man fragt sich, wie all die Besucher so schnell von den Kassen in die entlegensten Winkel der Grünen Woche gelangen können. Am Freitagvormittag bestimmen dabei natürlich vor allem Rentner, Schulklassen und Reisegruppen das Bild. Noch lässt es sich zwar aushalten, doch dort, wo es etwas gratis gibt, wo sich verschiedene Wege kreuzen oder wo ein Bühnenprogramm ansteht, gibt es schnell kein Weiterkommen mehr. Am Stand mit den Käsehäppchen bekommt man außerdem schon mal einen Ellenbogen in die Rippen und die nette Verkäuferin lächelt auch nicht mehr ganz so entspannt wie vor einer halben Stunde.

Wir brauchen für unseren Weg zurück zum Eingang Ost dann auch doppelt so lange wie vorher und sind nach einer Stunde im Getümmel froh, wieder an der frischen Luft zu sein. Gerne kommen wir wieder – aber am liebsten, bevor sich um 10 Uhr die Türen der Grünen Woche für den Publikumsverkehr öffnen.

Alles Weitere zur Grünen Woche erfährst du hier:

ICC - Internationales Congress Center Berlin, Messedamm 22, 14055 Berlin

ICC

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