Unterwegs im Kiez

Berlins Elite-See

Berlins Elite-See
Zahlreiche prächtige Villen reihen sich um das Ufer des Halensees. Zur Foto-Galerie
Königsallee - Exklusives Wohnen funktioniert nicht nur am Wannsee oder in Dahlem. Auch mitten in der City, zwischen Ku'damm und Grunewald, geht es ziemlich edel zu. Wir haben uns in dem Quartier rund um den Halensee umgeschaut - so weit es die Zäune zuließen.

Hohe, schmeideeiserne Zäune. Überall. Und jede Menge Bautätigkeit. Das sind vielleicht die ersten beiden Eindrücke, die sich bei einem Spaziergang im Norden des Ortsteils Grunewald aufdrängen. Dazwischen heckenbearbeitende Gärtner, Putzfrauen, die ihr Equipment aus dem Wagen hieven, und schicke Wagen, die in noch schickeren Hofauffahrten stehen. Auf den Klingelschildern – kleiner Trost: die meisten Häuser werden zumindest von mehreren Parteien genutzt – stehen auffallend oft Doktortitel oder lediglich geheimnisvolle Kürzel. 

Doch natürlich lohnt sich der Spaziergang durch die Straßen längs der Königsallee nicht nur in Sachen Neidfaktor. Auch architektonisch kann man eine Menge lernen. Viele Villen stammen nämlich noch vom Anfang des letzten Jahrhunderts. Und was sich dazwischen an neueren Häusern angesiedelt hat, ist auch nicht eben uninteressant. Ob mediterran, fernöstlich oder alpenländisch angehaucht – hier findet sich für jeden Geschmack die passende Bleibe. Aber weil die meisten Domizile natürlich schon vergeben sind, wird rund um den Halensee, der bereits um 1900 dank des „Lunaparks“ zu den liebsten Naherholungszielen der Berliner gehörte, fleißig gebaut.

Wohnen mit Seeblick

Ganz ähnlich verhält es sich auch an den Ufern von Dianasee, Koenigssee, Herthasee und Hubertussee. Sie alle wurden – als die Wohnlage um die Jahrhundertwende als en vogue galt – künstlich angelegt, um das Sumpfland zu entwässern und Bauland zu schaffen. Bis heute ist es deshalb nicht ganz leicht, an die Seeufer zu gelangen. Die meisten Villen am Wasser besitzen nämlich ein eigenes Ufergrundstück und wer die öffentlichen Bereiche besuchen möchte, muss schon ein wenige die Augen offen halten, um die häufig recht schmalen Zugänge nicht zu übersehen.

Der Friedenthalpark an der A100. (c) Trieba
Ausnahmen bilden lediglich das Nordufer des derzeit nicht als Badegewässer freigegebenen Halensees, wo der Friedenthalpark mit einer Sonnenwiese direkt an der Autobahn aufwartet, und der „Uferwanderwegs Grunewald“. Der sollte ursprüngleich die Seen unweit des Kurfürstendamms mit dem Grunewald verbinden. Doch nur am Südufer des Hubertussees ist dieses grüne Verbindungsband auf einer Länge von rund 700 Meter fertiggestellt. Überall sonst findet sich nur Stückwerk. Und für einen Weiterbau fehlt schon seit über zehn Jahren das Geld.

Wer sich mit dem zufrieden gibt, was da ist, der wird hier trotzdem seine Freude haben. Schließlich liegen die vier Seen der Grunewaldseenkette meist ziemlich verträumt und romantisch da, umgeben von alten Bäumen und wild wuchernden Hecken. Auf dem Wasser treiben Seerosen und bei unserem Spaziergang sind ein paar vereinzelte Angler die einzigen Besucher am Seeufer. Das kann dann schon zu einem kleinen Schock führen, wenn man ganz im Norden der Koenigsallee dann plötzlich wieder auf den Richtung Ku’damm brausenden Verkehr trifft.

Foto Galerie

Berlins Elite-See, Erbacher Straße, 14193 Berlin
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