Initiative legt Forderungskatalog vor

Kampf gegen Medikamenten-Missbrauch

Kampf gegen Medikamenten-Missbrauch
Medikamentmissbrauch hat, verglichen mit der Alkohol- und Drogenproblematik, noch keine hohe gesellschaftliche Aufmerksamkeit.
Anfang 2013 gründete sich in Berlin eine Initiative gegen Medikamentenmissbrauch. Um die Öffentlichkeit aufzuklären und auf die Missstände aufmerksam zu machen, wurde nun ein Forderungskatalog herausgegeben.

Laut Bericht der Bundessuchtzentrale waren 2012 rund 1,9 Millionen Erwachsene arzneimittelabhängig. Vor allem der Wirkstoff Benzodiazepin, der in Schlaf- und Beruhigungsmitteln enthalten ist, macht vielen Betroffenen zu schaffen. Auch in Berlin liegt die Zahl der Missbrauchsfälle von Medikamenten jährlich bei mehreren Zehntausend. Im Januar 2013 gründete sich daher die Berliner Initiative gegen Medikamentenmissbrauch. Sie möchte die Öffentlichkeit für die Sucht sensibilisieren, die im Vergleich zu Drogen- oder Alkoholproblemen häufig als marginal wahrgenommen wird.

Die Berliner Drogenbeauftragte Christine Köhler-Azara begrüßt die Aktivitäten der Initiative. „Die Anzahl der Medikamentenabhängigen ist ähnlich hoch wie die der Alkoholabhängigen. Dennoch beziehen sich weniger als ein Prozent der bewilligten Suchttherapien auf Medikamentenabhängigkeit. Bei keiner anderen Stoffgruppe ist die Diskrepanz zwischen der Anzahl der Süchtigen zu denen, die Hilfe suchen, so eklatant groß – das muss sich ändern“, sagt Köhler-Azara.

Prävention und Warnhinweise

Auch Dr. Sybill Klotz, Stadträtin für Gesundheit, Soziales und Stadtentwicklung des Bezirks Tempelhof-Schöneberg, unterstützt die Initiative. „Medikamentensucht ist die heimliche, verschwiegene Sucht, die vor allem, aber nicht nur, Frauen betrifft. Das muss endlich zu einem öffentlichen Thema werden“ verlangt Klotz und hofft auf den neuen Forderungskatalog der Initiative. Zehn Punkte enthält der Katalog, der vor allem auf Prävention setzt.

Unter anderem soll ein übergeordnetes Gremium zwischen Bund und dem Land Berlin geschaffen werden, das in Zukunft Maßnahmen und Kontrollen koordiniert. Für die Patienten sollen Warnhinweise hinsichtlich des Suchtpotentials auf den Arzneimittelverpackungen angebracht werden. Als weiteren Präventionspunkt fordert die Initiative die Ergänzung des Rahmenlehrplans der Berliner Schulen um das Thema „Verantwortungsvoller Umgang mit Medikamenten“.

 

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Fachstelle für Suchtprävention im Land Berlin, Mainzer Str. 23, 10247 Berlin

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