Mit Musik und schicken Stühlen

Erster Kurt-Weill-Platz der Welt eingeweiht

Erster Kurt-Weill-Platz der Welt eingeweiht
Offiziell eröffnet wurde der Kurt-Weill-Platz durch Wolf Schulgen, Abteilungsleiter der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Prof. Dr. Walter Londong und Bezirksstadtrat Christian Gräff (v.l.). Allerdings war das Areal bereits einige Zeit zuvor fertiggestellt und zugänglich. Zur Foto-Galerie
Helle Mitte – Knapp 17 Jahre nach der Eröffnung des Hellersdorfer Ortszentrums wurde am 8. Mai der letzte fertiggestellte Platz im Kiez eingeweiht. Benannt ist die mit Bäumen, Rasen und Sitzgelegenheiten ausgestattete Fläche nach Kurt Weill, dem Komponisten der "Dreigroschenoper". Die Erinnerung an ihn spiegelte sich sowohl bei der Gestaltung als auch bei der Einweihung des Platzes wider.

Es gibt Straßen und Gassen, die den Namen von Weill, dem musikalischen Kollaborateur Bertolt Brechts bei der „Dreigroschenoper“, tragen. Doch Professor Dr. Walter Londong, Vizepräsident der Kurt-Weill-Gesellschaft Dessau, wusste bei der Einweihung der neu gestalteten Grünfläche in der Hellen Mitte zu berichten, dass es sich um den einzigen Platz handelt, der nach dem bedeutenden Komponisten des 20. Jahrhunderts benannt ist.

Bis 2012 glich das Areal zwischen Kastanienallee, Janusz-Korczak- und Senftenberger Straße einer wilden Grünfläche mit Trampelpfaden. Dank der Priorisierung des Bezirksamts Marzahn-Hellersdorf und der Unterstützung mit Fördermitteln durch die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung konnte vorletztes Jahr die Umgestaltung beginnen, in die gut 280.000 Euro flossen. Kurt Weill steht dabei nicht nur auf dem Straßenschild, sondern spielte auch in den Überlegungen der verantwortlichen Landschaftsarchitektin Gabriele Wilheim-Stemberger eine große Rolle. Ein Plattenband entlang des Hauptwegs enthält die Städtenamen der wichtigsten Lebensstationen des Komponisten, von Dessau bis New York. Außerdem sind mehrere Sitzobjekte nach Motiven aus seinem Leben und Schaffen gestaltet.

Erste Gebrauchsspuren

Die Grünflächen des Platzes sind unter anderem mit Birken, Rasen sowie unterschiedlichen Beeten und Sträuchern bepflanzt. Seine drei Ebenen sind durch Treppen und barrierefreie Rampen verbunden. Über die Gestaltung wurden auch die Anwohner frühzeitig informiert und konnten ihre Meinung äußern. Fertig wurde die Anlage bereits einige Zeit vor der Einweihung, so dass bereits erste kleine Farbflecken und Aufkleber auf den fest verschraubten Stühlen zu sehen sind. Die Laune bei den Gästen der Zeremonie konnte das nicht trüben. Der Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung Christian Gräff (CDU) würdigte den neuen Kurt-Weill-Platz als „etwas, das sich sehen lassen kann, wo man gerne ist“.

Angelika Keil, ehrenamtliche Bibliothekarin in der Peter-Weiß-Bibliothek, ging auf die Straßennamen der Hellen Mitte ein, während Professor Londong einen Überblick über die Vita des Komponisten gab. „Weills Arbeit in Deutschland konnte nur durch Nazis gestoppt werden“, so der Experte. In den 1930er Jahren floh Weill nach massiven Störungen seiner Vorführungen zunächst nach Paris und emigrierte 1935 in die USA, wo er später große Erfolge am Broadway feiern sollte.

Passenderweise ging der formellen Eröffnung des Platzes eine musikalische Darbietung voraus. Die Sängerin Barbara Kellerbauer brachte mit zwei Songs aus der Dreigroschenoper, dem „Lied von der Unzulänglichkeit des menschlichen Strebens“ und vor allem mit „Mackie Messer“, selbst einige der älteren Anwesenden zum Mitwippen. Begleitet wurde sie vom Pianisten Fred Symann.

Foto Galerie

Erster Kurt-Weill-Platz der Welt eingeweiht, Henny-Porten-Straße 2, 12627 Berlin
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