Ende der Standortsuche

Der Pfefferberg ruft, Guggenheim kommt

Entscheidung gefallen: Hier zieht im Juni das Guggenheim Lab ein.
Entscheidung gefallen: Hier zieht im Juni das Guggenheim Lab ein.
Der Berg ist das Ziel: Die Guggenheim-Stiftung hat sich für den "Pfefferberg" als Standort für ihr Labor zur Zukunft der Stadt entschieden. Der Beschluss war zuletzt allgemein erwartet worden, nachdem sich die Stiftung vom ursprünglich geplanten Platz in Kreuzberg distanziert hatte. Die Eröffnung des Labs in Prenzlauer Berg wird sich nun um drei Wochen verzögern.

Wie die Guggenheim-Stiftung in New York mitteilte, wird das BMW-Guggenheim-Lab sich in Prenzlauer Berg niederlassen. Das Projekt findet nun auf dem Gelände des Kulturzentrums Pfefferberg statt – jedoch erst ab 15. Juni und damit drei Wochen später als vorgesehen.

Nachdem mehrere Standorte in Prenzlauer Berg und zuletzt in Kreuzberg verworfen worden waren, schien die Zukunft des Projekts in Berlin gefährdet. Die Guggenheim-Stiftung und BMW, der Sponsor des Labs, verhandelten jedoch mit der Senatskanzlei und örtlichen Veranstaltern über einen Alternativstandort. Trotz Stillschweigens gegenüber den Medien sickerte am letzten Märzwochenende der Standort Pfefferberg durch, wofür es allerdings erst heute die offizielle Bestätigung gab.

Proteste gegen Standort Kreuzberg

Lange war ein brachliegendes Grundstück an der Cuvrystraße im Kreuzberger Wrangelkiez der favorisierte Standort für das mobile Lab. Dagegen formierte sich jedoch beträchtlicher Widerstand aus der Bevölkerung. Verschiedene Anwohnergruppen befürchteten, das Lab wäre ein Vorläufer für noch mehr Gentrifizierung im Kiez, indem es unter anderem die Attraktivität des Mediaspree-Entwicklungsgebiets für Investoren erhöhe. Kritik entzündete sich auch am Sponsor BMW.

Gegner des Labors drohten mit Sachbeschädigungen und Besetzungen des Geländes, um das Projekt zu stoppen. Daraufhin distanzierten sich die Organisatoren vom Standort Wrangelkiez und verursachten damit eine harte politische Debatte über die Legitimität des Protestes und die Intoleranz der Kreuzberger linken Szene. Innensenator Frank Henkel (CDU) sprach davon, dass „diese Chaoten“ ein „Standortrisiko für Berlin“ seien.

Weltweite Diskussion über Großstädte

Die Idee hinter dem Guggenheim-Lab ist es, Konzepte für die Zukunft der Großstadt und das Leben in ihr zu entwickeln. Die Kuratoren wollen darüber mit Architekten, Technikern und Künstlern ins Gespräch kommen, doch auch die Anwohner rund um den Pfefferberg miteinbeziehen. Vorläufiger Titel für das Berliner Labor ist „Confronting comfort“ – es soll über die Bequemlichkeit des westlichen Lebensstils diskutiert werden, dem es aufgrund seines enormen Ressourcenverbrauchs an Nachhaltigkeit mangelt.

Die Freunde des Labs müssen sich jedoch etwas länger gedulden als geplant: Erst am 15. Juni soll die Veranstaltung nun beginnen. Damit verkürzt sich der Aufenthalt in Berlin um drei Wochen, denn am 29. Juli ist Schluss. Danach wird die Leichtbau-Konstruktion aus Karbon demontiert und nach Mumbai, Indien, verschifft. Im Dezember soll dort die nächste Station der Welttournee sein. Insgesamt soll das Lab innerhalb von sechs Jahren in neun Weltmetropolen zu Gast sein.


Quelle: Der Tagesspiegel

Pfefferberg, Schönhauser Allee A 176, 10119 Berlin

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