Interview mit der Erotik-Verlegerin Giada Armani

So sexy liest Berlin

So sexy liest Berlin
Giada Armani verlegt in ihrem gleichnamigen Verlag erotische eBooks. "Komm, wie du willst" steht ganz oben auf ihrer To-Read-Liste.
Charlottenburg - Liebe, Sex und Zärtlichkeit sind ihr Geschäft! Giada Armani verlegt erotische Literatur im Internet. Schnell, diskret, garantiert geprüft. Mit QIEZ sprach die Südtirolerin ohne Alter über Lese-Vorlieben, Männer und ihre wilde Zeit in Berlin.

QIEZ: Du leitest seit 2011 einen erotischen eBook-Verlag in Berlin. Wie sexy ist die Hauptstadt?

Giada Armani: Einerseits sind viele Berliner von der eigenen Coolness sicherlich etwas gebremst. Andererseits gibt es Clubs wie das KitKat oder Berghain, die international bekannt sind, um die uns alle beneiden, weil sie so offen und explizit sind. So frei bist du sonst nur im Paradies. Oder in der Hölle (lacht).

Q: Bist du in den Läden selbst Gast?

GA: Früher hatte ich eine wilde Phase. Als ich mit 20 Jahren nach Berlin gekommen bin, habe ich bis nachts gekellnert und danach Party gemacht. Da war ich erst mittags im Bett – sieben Tage die Woche. Mittlerweile bin ich deutlich ruhiger geworden. Aber für meinen Job brauche ich natürlich neuen Stoff. Ich kann nicht sagen, ich mache erotische Literatur und bilde mich dann nicht weiter. Ich muss mich inspirieren lassen.

Q: Wie bist du auf die Idee gekommen, erotische Bücher zu verlegen?

GA: Bei meinen Eltern gab es im Bücherregal immer zwei Reihen. Vorne standen die Klassiker, schräg dahinter die expliziten Werke wie „Emanuelle“. Das waren die schönsten und spannendsten Stunden meiner Kindheit… Als ich dann vor Jahren in Deutschland die Buchmesse in Frankfurt besucht habe, interessierte mich das Thema eBooks sehr und ich dachte mir, das könnte man probieren. In meinem Herzen bin ich Logistikerin und mag schnelle Wege. Schon war die Idee geboren, mit einem eigenen Verlag erotische Literatur und eBooks zu kombinieren.

Q: Du nennst dich und deinen Verlag Giada Armani. Dabei trägst du eigentlich einen anderen Namen. Warum?

GA: Meine Großmutter hieß Armani. Außerdem hatte ich damals einen seriösen Job, habe Events organisiert. Da wollte ich kein Risiko eingehen. Aber auch unabhängig davon mag ich meinen richtigen Namen nicht. Als Kind habe ich ihn regelrecht gehasst. Heute nennen mich sogar meine Freunde Giada und ich habe ihn mir als Künstlernamen in den Pass eintragen lassen.

Q: Als Giada verlegst du über 200 Romane von 30 Autoren, vertreibst darüber hinaus in deinem Online-Shop Sex- und Beziehungsratgeber anderer Verlage. Wer kauft bei dir was?

GA: Oft sind es Frauen zwischen 28 und 45 Jahren, die gerade eine Lebenskrise haben oder etwas Neues ausprobieren wollen. Da gibt es zum Beispiel das Frauen-Sex-Buch „Komm wie du willst“ von Emily Nagoski. Das ist ein Bestseller, den ich selbst unbedingt lesen will.
Außerdem ist Dominanz nach wie vor ein Thema. Nach „50 Shades of Grey“, wo sich die Frau vom dominanten Mann aufhängen lässt, gibt es in der Literatur gerade die Gegenbewegung. Bücher, in denen Männer dominiert werden. Ich habe gerade das deutsche Buch „Die Herrinnen von nebenan“ von Emanuel J. rausgebracht, das von einem Mann handelt, der sich von seiner Nachbarin versklaven lässt. Das ist natürlich speziell. Auf sowas muss man stehen.

Q: Inwiefern unterscheiden sich die italienischen von den deutschen Männern?

GA: Ich würde gar nicht zwischen den Männern unterscheiden, eher zwischen den Nationen. Wir Italiener mögen Spiele und flirten gern. Ihr Deutschen dagegen nehmt alles ein bisschen zu ernst. Beispiel: metrosexuelle Männer. Die gibt es bei uns in Italien schon immer. Hier ist das jetzt ein Trend (lacht).

Q: Welche drei sexy Adressen in Berlin kannst du empfehlen?

GA: Ich liebe „Très Bonjour“ in der Torstraße neben dem Soho House. Hier kaufe ich meine außergewöhnlichsten Dessous. Außerdem hat die Unterwäscheabteilung des „Galeries Lafayettes“ aufregende Lingerie. Aber mein absoluter Geheimtipp ist „Perlensäue“. Ich habe Nina Kharytonova vor knapp einem Jahr kennengelernt und mich restlos in ihren Körperschmuck verliebt. Den bekommt man in ausgewählten Geschäften wie der  „Rau Boutique“ oder online zu kaufen.

Très Bonjour, Torstraße 3, 10119 Berlin

Telefon 030-22803180

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