Krankenhaus Herzberge

Psychiatrie im Grünen

Hauptgebäude des KEH von Süden gesehen.
Hauptgebäude des KEH von Süden gesehen.
Alt-Lichtenberg - Gleich neben dem Lichtenberger Industriegebiet eröffnet sich eine andere Welt. Unter dem Berliner Winterhimmel wirken die Gebäude des Evangelischen Krankenhauses Königin Elisabeth Herzberge (KEH) im englischen Pavillonstil wie eine Romanvorlage.

Das Gelände ist Teil des Landschaftsparks Herzberge,in dem einst Patienten zur Selbstversorgung Nahrungsmittel anbauten. Rund 60 Gebäude verteilen sich auf etwa 40 Hektar, insgesamt stehen 671 Betten zur Verfügung. Im Zentrum liegt das Hauptgebäude am Ende des imposanten Aufgangs, den ein großer Brunnen ziert. Über dem Eingang prangt die Inschrift: „Dem Geisteslicht zum Schutze, gemeinem Wohl zu nutze.“

1893 als „Irrenanstalt Herzberge“ für 1050 Patienten außerhalb der damaligen Stadtgrenzen eröffnet, ist einer der Klinikschwerpunkte bis heute die Psychiatrie. Mit dem Rücken zum Hauptgebäude liegen rechts der Längsachse, die das Gelände teilt, Psychiatrie und Neurologie, links weitere somatische Abteilungen. Theretisch getrennt sind beide Bereiche in der Praxis heute eng verzahnt, etwa in der chirurgischen Abteilung für behinderte Menschen. Hier liegt einer der Schwerpunkte des KEH: Menschen mit geistigen und psychischen Behinderungen sowie hohen und höchsten Alters. Auch Menschen mit geistiger Behinderung, bei denen zusätzlich eine psychische Erkrankung festgestellt wurde, werden hier behandelt. In besonders auffälligen Phasen kommen sie aus ganz Berlin für bis zu vier Wochen hierher, bis sie stabil genug sind, um nach Hause oder in ihre Pflegeeinrichtung zurückkehren zu können.

Im Dritten Reich wurden viele psychisch erkrankte Patienten der inzwischen in „Städtische Heil- und Pflegeanstalt Herzberge“ umbenannten Klinik abtransportiert und ermordet. Fortan behandelten die Ärzte hier Kriegsopfer. In der DDR entstand auf der Ostseite des Klinikgeländes wieder eine staatliche Psychiatrie. Auf die Westseite zog – unterstützt von Spenden westdeutscher Kirchen – ein konfessionelles Krankenhaus, das „Königin-Elisabeth-Hospital“. Wegen der hervorragenden Pflege ließen sich hier auch Parteileute und Sowjetkader behandeln. 1992 wurden beide Häuser zum Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge zusammengeführt.

Seit 2003 trägt das Haus das vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland verliehene Gütesiegel „Energie sparendes Krankenhaus“ – als eine von zehn Berliner Kliniken. Im Zuge der Sanierungsarbeiten seit 2011 soll die Energieversorgung weiter optimiert werden. Zudem entstehen die Grünanlagen nach Originalplänen neu. Der Nachhaltigkeitsbeauftragte des Krankenhauses ist Ornithologe – er hat über 60 Vogelarten auf dem Gelände gezählt.


Quelle: Der Tagesspiegel

Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge, Herzbergstr. 75-79, 10365 Berlin

Telefon 030 5472-0
Fax 030 5472-2000

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Hauptgebäude des KEH von Süden gesehen.

Hauptgebäude des KEH von Süden gesehen.

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