Standert: Räder und Eis am Stiel

Standard, aber kein Mittelmaß

Standard, aber kein Mittelmaß
Fahrradladen, Szenetreff und Café in einem. Zur Foto-Galerie
Ein Laden, der individuell gestaltbare Design-Fahrräder zusammen mit Eis am Stiel verkauft: Seit Anfang August hat Standert sein Kombi-Geschäft auf der Invalidenstraße.

Passanten gucken neugierig in das große Schaufenster an der Invalidenstraße 157. Hier, wo vorher die Anwohner ihre Zigaretten im Kiez-Kiosk gekauft haben, ist seit rund einem Monat Standert beheimatet: ein Shop für Design-Räder, Fahrrad-Werkstatt, Café und Eisdiele in einem. Der Besitzer Max von Senger und Etterlin hat Industriedesign an der Universität der Künste in Berlin studiert und seine Fahrrad-Leidenschaft schon in seiner Jugend beim Mountain-Biken im Schwarzwald entdeckt. „Aus der Kombination ist die Idee entstanden, selbst im Fahrradbereich gestalterisch tätig zu werden“, erklärt von Senger und Etterlin. „Die Rahmen der Standert-Räder sind alle von mir entworfen. Ich wollte ein Modell für jeden kreieren, ein schönes Standard-Rad, das aber nicht überteuert ist.“ Zehn verschiedene Farben gibt es, dazu verschiedene Lenker und Rahmengrößen zur Auswahl, um sich selbst sein Stadtrennrad zu gestalten (ab 700 Euro).

Eine bloße Verkaufsstelle war dem jungen Kreativen aber zu wenig. „Ich habe neun Monate lang als Kurier gearbeitet und hatte viel Leerlauf-Zeiten“, erzählt er. „Das ist schon ein einsames Business, wenn man zwischen den Fahrten irgendwo beim Bäcker sitzt und wartet. In Kreuzberg gibt es am Schlesischen Tor den Laden Keirin, der auch ein kleines Café integriert hat und da trifft sich die gesamte Szene. So etwas braucht die Ecke hier auch.“

Mitten im Kiez

Neben den Standert-Rädern steht Fahrradausrüstung vom Helm bis zur Luftpumpe von verschiedenen Herstellern im Regal und in der integrierten Werkstatt werden Fahrräder – auch von anderen Marken – wieder auf Vordermann gebracht. Der offene Tresen lockt zudem mit hausgemachtem Eis-am-Stiel, den sogenannten Super Pops. Rund zehn verschiedene Sorten an Wassereis gehören zum Sortiment, darunter viele Exoten wie Ananas-Chili, Pfirsich-Bourbon oder Pflaume-Vanille-Estragon (für 1,50 Euro). Da werde noch fleißig experimentiert, die Idee dazu sei aber unabhängig vom Fahrradladen entstanden. „Das war in einer Clubnacht. Ich hab mir überlegt, dass es ein Eis geben müsste, das wie ein Wachmacher funktioniert, wie Club-Mate zum Beispiel. Kaltes Wassereis in einer heißen Sommernacht“, sagt Senger und Etterlin.

Er selbst ist in Lichterfelde geboren, hat in Mitte gelebt und siedelte im letzten Jahr nach Neukölln um. Dass die Ecke an der Invalidenstraße sehr touristisch ist, stört ihn nicht. „Ich habe zufällig im Schaufenster das ‚Zu vermieten‘-Schild gesehen und fand, dass der Laden mit seinem Backsteingemäuer Potenzial hat. Das Kiezgefühl ist hier übrigens stark ausgeprägt, die Nachbarschaft kennt sich. Die benachbarten Ladenbesitzer haben auch während der zweieinhalbmonatigen Bauphase immer mal reingeguckt, um zu sehen, wie es läuft und mich herzlich willkommen geheißen.“

Foto Galerie

Standert, Invalidenstraße 157, 10115 Berlin

Telefon 030 284 442 19

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Dienstag bis Freitag von 12:00 bis 20:00 Uhr
Samstag von 11:00 bis 16:00 Uhr

Standert

Das Konzept: Café meets Bike-Store.

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