Sommerferien im FEZ

Der jüngste Kiez Berlins

Der jüngste Kiez Berlins
Im Ferienparadies FEZ in der Wuhlheide öffnete der jüngste Kiez Berlins. Wilkommen in FEZitty! Zur Foto-Galerie
Wuhlheide – Im FEZ Berlin öffnete am 20. Juli 2015 das zehnte Mal FEZitty seine Türen. Die Hauptstadt der Kinder wird von ihnen die ganzen Sommerferien lang gestaltet und regiert.

Das Durchschnittsalter in der jungen Stadt „FEZitty“ liegt bei 9 Jahren, die Steuern werden stets aufrichtig bezahlt und das Jobcenter vermittelt jeden Tag bis zu 600 Stellen in 120 Berufsfeldern. Eine Polizei gibt es nicht – FEZitty funktioniert auch ohne. Das klingt erstmal etwas utopisch, doch vielleicht sollte sich unsere Hauptstadt von diesem Konzept noch eine Scheibe abschneiden…

Um das Geheimnis dieser Stadt zu lüften, führt kein Weg am FEZ vorbei. Bereits auf dem Weg dorthin beginnt das Abenteuer. Die Parkeisenbahn kutschiert Kinderscharen zum Ort ihrer Träume, die Freude darüber spiegelt sich in glücklichen Gesichtern wider und in der parallel dazu ansteigenden Geräuschkulisse. Die Sonne scheint und in der Parkanlage wimmelt es nur so von Spielplätzen und Kleinbürgern.

Elterngarten statt Kindergarten

Nachdem der Eintritt gezahlt wurde, veranlasst der Anblick von FEZitty das ein oder andere Schmunzeln, vor allem Eltern sind plötzlich davon betroffen. Mühsam aufgebaute Stände, liebevoll geschmückt und verziert. Kreative, vielseitige Aktionen, welche spielerisch Zusammenhänge und Werte wie den Aufbau einer Stadt und das Wechselspiel zwischen Arbeit und Vergnügen näherbringen. Und das allerwichtigste: im jungen Kiez organisieren sich die Kinder selbst, sie bestimmen die Regeln, sie vergeben die Jobs, sie sind die Akteure! Deswegen gibt es auch eine „Elternfreiezone“. Wo denn nun aber hin mit den Eltern? Am besten im Elterngarten abgegeben und erst am späten Nachmittag wieder abholen.

Jeder Einwohner zwischen 6 und 14 Jahren bekommt einen Stadtausweis, welchen er im Einwohnermeldeamt vorzeigen muss, um ein Startguthaben zu ergattern. Dabei handelt es sich um einen Betrag von vier Wuhlis – so heißt die Währung der Spielstadt. Schon jetzt lockt der Supermarkt mit selbsthergestellten oder gespendeten Produkten. Im Außenbereich werden die Angebote zum Wuhlis verprassen nahezu verdoppelt, es rufen die Hüpfburg, das Kinderrestaurant „Mampfhafen“, der Zirkus, das Theater oder die Schmuckwerkschaft. Doch wer sich auf Dauer etwas leisten möchte, braucht logischerweise zuallererst einen Job. Den gibt’s im Jobcenter, nach der Arbeit erhalten die Kinder einen Lohnzettel, welchen sie gegen Wuhlis in der Bank eintauschen können. In dieser Stadt verdient jeder das gleiche, egal ob bei der Müllabfuhr oder im Fernsehen.

Zukunftsfragen

Während meines Rundgangs staune ich immer mehr über das große Ausmaß dieses Spiels. Für jedermann ist etwas dabei, von Redakteur über den Gärtner bis hin zu Modedesigner. „Am beliebtesten sind die Berufe Taxifahrer und Fahrführer“, erklärt Pressesprecherin Marion Gusella. Aber auch die Komplexität überrascht, es werden 20 Prozent Steuern einbehalten und erst ab jeweils vier Stunden Studium und vollbrachter Arbeit erhält der Bürger das Recht zu wählen, ein eigenes Unternehmen zu gründen oder zu heiraten. Plötzlich steht ein etwa achtjähriger Forscher der Universität neben mir und fragt ganz selbstverständlich: „Was willst du an der Welt verändern?“. Ganz baff über diese Fragestellung realisierte ich, mit einem Blick auf das Wasserbecken, dass Kinder und fleißige Helfer versuchen, einen schwimmenden Stadtteil mittels recyceltem Material zu errichten. Der junge Akademiker verfolgt meinen Blick und erklärt sofort, dass dies die „Zukunftsstadt“ werden wird. Das Thema Nachhaltigkeit wird im diesem Jahr also auch im jüngsten Kiez heftig diskutiert.

Am Ende meiner Tour treffe ich noch auf den amtierenden Bürgermeister, Anton Heinicke. Er ist vierzehn Jahre alt und verwaltet seine Stadt so gut er kann – zumindest bis nächste Woche, denn dann stehen bereits die Neuwahlen auf dem Programm. Während er mich ein Stück begleitet, erzählt er, dass auch hier nicht immer alles so rund läuft, wie es scheint: „Wir haben eigentlich keine Probleme, das einzige, was die Bürger immer wollen, ist mehr Geld.“

Tja, manches wird sich anscheinend nie ändern, nicht mal in FEZitty.

FEZitty öffnet bis zum 28. August immer Montag bis Freitag von 10 bis 17 Uhr im FEZ-Berlin. Der Tagesstadtausweis kostet 3 Euro, das Wochenticket 8 und der Dauerausweis kann für 25 Euro erworben werden. Gäste (Eltern, Kinder unter sechs Jahren) dürfen für 1 Euro eintreten.

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FEZ Freizeit- und Erholungszentrum Wuhlheide, An der Wuhlheide 197, 12459 Berlin

Telefon 030 530710
Fax 030 53071111

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Samstag, Sonntag und Feiertag 12:00 bis 18:00 Uhr
Kurzferien
Montag bis Freitag von 10:00 bis 18:00 Uhr
Samstag, Sonntag und Feiertag von 12:00 bis 18:00 Uhr
Sommerferien
Montag bis Freitag von 10:00 bis 17:00 Uhr
Samstag, Sonntag und Feiertag von 12:00 bis 18:00 Uhr

FEZ Freizeit- und Erholungszentrum Wuhlheide

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