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Top 10: Cooles, wildes Berlin im Film

Top 10: Cooles, wildes Berlin im Film
Szene aus dem innovativen und wilden Film "Lola rennt" von Tom Tykwer: Lola (Franka Potente) und Manni (Moritz Bleibtreu) müssen ganz schnell an Geld kommen.
Wenn die Popcorn-Maschine auf Hochtouren läuft und Netflix zum besten Freund mutiert – ja dann ist es Herbst in der Stadt. Diese Top 10 Berlin Filme liefert dir Klassiker aus den 90ern und Geheimtipps für die junge, wilde Filmlandschaft zum immer-wieder-gucken und verlieben.

Die 90-minütige-Flucht aus dem Alltag muss nicht immer in fremde Länder oder Planeten führen, wenn Berlin selbst so schön ist. Egal, ob heimische Regisseure oder aus dem Ausland – die Hauptstadt ist der beliebteste Drehort Deutschlands.

1. Das Leben ist eine Baustelle (1997)

Mensch, Mensch ist Jürgen Vogel da jung! Er spielt Jan Nebel, einen echten Unglücksraben. Wie der Name schon sagt, hat er zu allem Überdruss auch keinen Durchblick. Was die Zukunft bringt, null Plan, schließlich verliert er seinen Job in einer Fleischfabrik. Wenig später offenbart ihm seine Ex-Freundin, dass sie HIV-positiv ist. Absoluter Tiefpunkt. Alles ändert sich, als er bei einer Straßenschlacht auf die schöne Lebenskünstlerin Vera (Christiane Paul) trifft. Mit ihr zusammen vergisst er seine Alltagssorgen. Doch relativ schnell ergeben sich weitere Probleme: Wohin verschwindet Vera Nacht für Nacht?

Ein richtiger schöner Moment ist, wenn Jan Nebel sich für den Job als Küken verkleidet und sich mit Kollegen trifft, die Lippenstift- und Kabeltrommel-Outfits tragen.

2. Lola rennt (1998)

Nach diesem Film habt ihr den Song Wish (Komm zu mir) von Thomas D feat. Franka Potente als Ohrwurm. Versprochen! Dieser actiongeladene Film zählt bis heute zu den innovativsten der deutschen Filmszene. Lola’s Freund Manni hat einen Jutebeutel mit 100.000 Mark in der U-Bahn verloren und ruft komplett aufgeregt bei Lola an. Sie hätte ihn abholen sollen, aber ihr Moped wurde zuvor geklaut. Manni, der für einen Hehler arbeitet, hat nun nur noch 20 Minuten, bis sein Chef das Geld abholen kommt. Lola läuft durch die Stadt, um das Geld noch irgendwie vorher zu besorgen. Der Zuschauer sieht drei Läufe von Lola, jedes Mal verändern sich kleine Details und damit auch der Ausgang der Geschichte (Butterflyeffekt).

Besonders beeindruckend ist der Einsatz der Slam Camera. Mit der Technik können räumliche Hürden überwunden werden. So gibt es ein Satellitenbild von Berlin und von dort oben bahnt sich der Weg in Lolas Wohnung (Albrechtstraße, Mitte). Übrigens: Sebastian Schipper, Regisseur von Victoria, spielt auch mit in Lola rennt als Mike (Mann auf Fahrrad). Achte doch mal darauf.

3. Herr Lehmann (2003)

Für die einen ist es ein Kult-Klassiker, für die anderen kommt der Film von Leander Haußmann nicht an die Buchvorlage von Sven Regener heran. Im Film steht die Wende 1989 kurz bevor. Kreuzberg SO 36 ist eine eigene, kleine Welt, in der sich Frank Lehmann (Christian Ulmen) pudelwohl fühlt. Da er bald 30 Jahre alt wird, nennen ihn seine Kumpels nur noch Herr Lehmann. Sein Kieztrott wird allerdings auf den Kopf gestellt, als die Mauer fällt. Der etwas lethargisch wirkende Protagonist mag Whiskey. Gut, dass er in einer Bar arbeitet. Seine Eltern, die sich zu Besuch angemeldet haben, stellen sich aber einen Karrieretypen vor. Das stürzt Herr Lehmann in eine kleine Krise. Denn sein Kiezalltag und die aufkeimende Liebe zu Kathrin sind für ihn schon genug Aufregung…


4. Sommer vorm Balkon (2004)

Noch vor Wolke 9 und Als wir träumten schaffte Andreas Dresen mit der Geschichte über die zwei Freundinnen Nike (Nadja Uhl) und Katrin (Inka Friedrich) einen gelungen Film über die Wiedervereinigung. Selbst wenn es darum gar nicht geht. Die schwäbelnde Katrin lebt im Prenzlberg und ist alleinerziehende Mutter. Wenn ihr alles zu viel wird, schnappt sie sich eine Flasche Wein und steigt zu ihrer Freundin mit Berliner Schnauze hoch. Bei diesen Treffen sind Männer natürlich auch Gespräch, so weiß Katrin: „Die Richtigen sind meist die Falschen“. Eine Weisheit, die es in viele Beziehungsfilme geschafft hat. Nike, die als mobile Altenpflegerin arbeitet, trifft mit dem Lkw-Fahrer Ronald den vermeintlich Richtigen. Das entzweit die beiden Freundinnen und Katrin verfällt dem Alkohol.

5. Schwarze Schafe (2006)

In den 2000er Jahren kamen ein paar geniale Episodenfilme heraus, wie Amores Perros oder Babel. Der Film Schwarze Schafe von Oliver Rihs erzählt in fünf Episoden Geschichten von Berlinern mit Geldnöten. Darunter Darsteller wie Tom Schilling, Robert Stadlober, Jule Böwe und Oktay Özdemir. Eine unserer Lieblingsepisoden ist die mit den drei türkischen Jugendlichen Ali (Eralp Uzun), Halil (Richard Hanschmann) und Birol (Oktay Özdemir). Sie sind auf der Suche nach Sex und versuchen unter anderem im Berliner KitKat Club ihr Glück. Leider scheitern sie kläglich, da ihre Turnschuhe nicht sexy sind, umso lustiger für die Zuschauer.

6. Knallhart (2006)

Wieder eine Romanverfilmung! Regisseur Detlev Buck erzählt mit Knallhart eine Gänsehaut erregende Gesellschaftsstudie. Der 15-jährige Michael Polischka (David Kross) muss mit seiner Mutter aus der edlen Villa in Zehlendorf in den sozial schwachen Bezirk Neukölln ziehen. Es dauert nicht lang und er wird das Lieblingsopfer von Erol (Oktay Özdemir) und seiner Gang. Durch seine Freunde bekommt Michael Kontakt zu etlichen Dealern und Hehlern. Als er eines Tages fast von Erol abgestochen wird, rettet ihn Hamal (Erhan Emre), der ihn fortan als Drogenkurier mit Babyface nutzt.

7. Berlin Calling (2008)

Wer schon einmal beim Einschlafen die S-Bahn-Türgeräusche gehört hat, der versteht, warum DJ Martin „Ickarus“ Karow (Paul Kalkbrenner) daraus einen Techno-Song bastelt. Berlin Calling ist ein Film für Berlin-Ankömmlinge. Schließlich spielt der Film auch in der elektronischen Musik-Szene. Der Zuschauer fühlt sich schnell wie die Figur im Rausch aus Bildern von einem rastlosen Suchenden. Ickarus will eigentlich ein neues Album rausbringen, aber die Drogen machen ihm einen Strich durch die Rechnung. Um sich für einen Auftritt aufzuputschen, nimmt er eine Ecstasy-Tablette und erleidet eine Psychose. Er wird in eine Nervenklinik eingeliefert. Sein Partyleben lässt er jedoch nicht hinter sich und bestellt sich auch schon mal Frauen in die Klinik.

Von dem Riesenerfolg hat auch Paul Kalkbrenner ordentlich profitiert. Vor Berlin Calling gab‘ s für DJ-Gigs von ihm 2000 Euro am Abend. Heute winken sechstellige Summen und er fliegt im Privatajet zum Auftritt.

8. Oh Boy (2012)

„Was hast du zwei Jahre lang gemacht?“, fragt Walter Fischer (Ulrich Noethen) seinen Sohn Niko (Tom Schilling), der still und heimlich sein Jura-Studium geschmissen hat. „Nachgedacht über mich, über dich, über alles“, antwortet der Endzwanziger, der häufig etwas verloren wirkt. Er scheitert schon daran, sich einen Kaffee zu kaufen, schließlich gibt es keinen normalen Kaffee, sondern nur exotische Sorten wie Columbia Morning. Auch sein Geldbeutel streikt, da ihm sein Vater den Geldhahn zudreht. Niko wird geschupst und getreten, ob nun wirklich von Halbstarken oder verbal von einem herablassenden Psychologen. Oh Boy ist so schön, weil er so satirisch und treffend das Treiben durch eine chaotische Stadt zeigt, in der sich Niko die Frage stellt: „Sind die anderen das Problem oder bin ich wirklich so seltsam?“

9. Woyzeck (2013)

Nicht erschrecken – auch wenn Woyzeck viele an Pflichtlektüre in der Schule erinnert, die Fernsehfilmversion von 2013 ist definitiv sehenswert und spielt zur heutigen Zeit im Wedding. Dort wohnt Franz Woyzeck (Tom Schilling) mit seiner Familie. Er verliert sein eigenes Restaurant und muss fortan für den neuen Besitzer, den Hauptmann, schuften. Er versucht nun schnell an Geld zu kommen, um mit seiner Familie aus Wedding wegziehen zu können. Dafür nimmt er an einer medizinischen Studie Teil, bei der er möglichst lange ohne Schlaf bleiben soll. Die Medikamente lösen bei ihm Wahnvorstellungen und eine Potenzstörung aus. Er will wieder Mut fassen und fängt einen Nebenjob als Schienenreiniger an. Seine Frau Marie fühlt sich vernachlässigt und beginnt eine Affäre mit einer Berliner Kiez-Größe. Alles eskaliert, als Woyzeck davon am letzten Tag der Studie erfährt…

10. Victoria (2015)

Eine Nacht, die den Puls nach oben treibt! Victoria sorgt für ein „Fast wie dabei“-Feeling durch die besondere Entstehungsgeschichte. In einer einzigen Kamerafahrt – sprich ohne Schnitt – drehten Regisseur Sebastian Schipper und Kameramann Sturla Brandth Grøvlen den Film. Die dritte, finale Fassung wurde von 4.30 Uhr morgens bis 7 Uhr zwischen Kreuzberg und Mitte gedreht. Victoria (Laia Costa) trifft auf die „echten“ Berliner Boxer (Franz Rogowski), Blinker (Burak Yiğit), Fuß (Max Mauff) und Sonne (Frederick Lau). Was zunächst ein lustiges und romantisches Zusammentreffen in Berliner Spätis und auf den Dächern ist, wird plötzlich bitterer Ernst.

Allein beim deutschen Filmpreis räumte Victoria sechs Preise ab, u.a. für die besten Hauptdarsteller, die beste Regie und Kamera.

Westin Grand Hotel Berlin, Friedrichstr. 158-164, 10117 Berlin
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