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Top 10: Hollywood in Berlin – die Drehorte

Top 10: Hollywood in Berlin – die Drehorte
Der Touri-Hotspot wurde schon für manche Produktion geräumt...
Für Filmfans ist Berlin ein wahres Mekka. Hier wird so viel gedreht und immer sieht unsere Stadt ganz anders aus. Wir haben die spannendsten Hollywood-Produktionen geortet und können dir genau sagen, wo Tom Hanks, Brad Pitt & Co unterwegs waren …

Bridge of Spies – Der Unterhändler

Es ist selten genug, dass historische Filme an Originalschauplätzen gedreht werden können. Umso erfreuter war Steven Spielberg 2014 über die Glienicker Brücke: Für das Finale in seinem Agentenaustauschfilm mit Tom Hanks in der Hauptrolle konnte er also genau dort drehen, wo viele legendäre Tauschgeschäfte im Kalten Krieg ausgeführt wurden. Politisches Gewicht bekamen die Dreharbeiten aber vor allem durch den Kurzbesuch von Kanzlerin Angela Merkel… Ein weiterer wichtiger Drehort für Spielberg war der Flughafen Tempelhof, hier drehte das Hollywoodteam nicht nur die Szenen, die in Berlin spielten, sondern auch die Rückkehr der Hauptfiguren in die USA. Außerdem fand man die Hollywoodgrößen noch am Gleisdreieck, am Palais am Festungsgraben, im Kino International, am S-Bahn Depot Erkner und an sechs weiteren Orten.
Fun-Fact: Elf Tonnen Kunstschnee wurden in Berlin verpulvert.

Bourne-Reihe

Der Regisseur Paul Greengrass liebt die Atmosphäre in Berlin, vor allem, weil hier noch so viel vom Kalten Krieg zu finden sei. Aber auch die modernen Bauten passen wunderbar zum Bourne-Look, den der Hollywoodregisseur kreiert hat. So wurde Bournes Ankunft für den jüngsten Film der Matt-Damon-Reihe 2016 futuristisch am Berliner Hauptbahnhof in Szene gesetzt. Weitere Orte waren der Tunnel am Alex, das Messegelände, die Karl-Marx-Allee, das Haus Cumberland, das Westin Grand, der Flughafen Tempelhof und die Spreebrücke an der Friedrichstraße. Ansonsten nahm es diese Hollywoodproduktion  nicht ganz genau mit der Realität: Dass eine Wohnung angeblich in Prenzlauer Berg liegt, obwohl in Kreuzberg gedreht wurde… geschenkt. Aber dass Moskau irgendwo zwischen Tiergartentunnel und Ostbahnhof zu finden sei, ist selbst für einen Film-Fake gewagt.
Fun Fact: Matt Damon soll auf den Berliner Weihnachtsmärkten seine Leidenschaft für Glühwein entdeckt haben.

Inglourious Basterds

Tarantinos Meisterwerk von 2009 spielt doch gar nicht in Berlin? Du hast ja keine Ahnung: Clärchens Ballhaus bot die Kulisse für ein französisches Landcafé, das Einstein-Stammhaus wurde kurzerhand eine Apfelstrudel-Institution in Paris und auch die Bastards rund um Leutnant Raine (Brad Pitt) stehen nicht auf französischem Grund, sondern an der amerikanischen Botschaft in Zehlendorf und im Fort Hahneberg. Im ehemaligen Chemiewerk in Rüdersdorf entstand das Innere des schmucken Pariser Kinos. Dass der gesamte Cast auch im Berliner Nachtleben seeeeeehr aktiv war, ist hinlänglich bekannt.
Fun Fact: Quentin Tarantino dachte, Diane Kruger sei eine Amerikanerin mit deutschen Vorfahren und würde an den deutschen Dialogen scheitern…

Operation Walküre

Hunderte Schulklassen, die während ihrer Berlin-Klassenreise den Bendlerblock auf der Must-See-Liste stehen hatten, mussten 2007 viel Geduld aufbringen: Bryan Singer drehte hier on location, wie es neudeutsch heißt, mit Tom Cruise als Claus von Stauffenberg die Operation Walküre. Für sich allein war die Crew dann an einem anderen Originalschauplatz: in der Villa Stauffenbergs in Zehlendorf in der Tristanstraße. Die passenden Innenaufnahmen drehten die Amis dann aber unweit in der Goethestraße in einer anderen Villa. Die Beelitzer Heilstätten dienten als Lazarett, der Flughafen Tempelhof als Wehrmachtszentrale und das Hauptzollamt wurde zum Büro von Generaloberst Fromm. Weitere Drehorte waren das Messegelände, das Finanzministerium, die US-Botschaft in der Clayallee und das Stadtbad Neukölln, dem ein riesiges Hakenkreuz auf den Grund gemalt wurde.
Fun Fact: Komisch fanden die Komparsen es sicher nicht, dass sie während des Drehs aus einem offenen LKW fielen, aber dass sie danach ganze 7,4 Millionen von den Amis als Schmerzensgeld verlangten, finden wir …äh …gewagt.

Octopussy

Der James-Bond-Klassiker Octopussy brachte Berlin als Drehort in den 1980ern wieder ins Gespräch. Ja, damals waren bekanntlich andere Zeiten und die geteilte Stadt brachte noch nicht so viele Vorteile für internationale Produktionen mit wie nach der Wende. In West-Berlin wurden Roger Moore und das große Filmteam mit offenen Armen empfangen. Heute rollen die Berliner nur noch mit den Augen, wenn wieder Straßen gesperrt werden. Am Checkpoint Charlie, Kurfürstendamm und auf der AVUS gab es für Schaulustige jedenfalls einiges zu erspähen. Die Flucht des Agenten 009 aus Ost-Berlin wurde übrigens auf der Westseite am Potsdamer Platz gedreht, diesen Mauerabschnitt finden Filmort-Touristen hier natürlich nicht mehr. Damals wurde er weiß gestrichen, weil es auf der DDR-Seite keine Graffitis gab. Nach Drehschluss pinselte die Crew auf die Mauer: „007 was here“.
Fun Fact: Beinahe hätte James Brolin hier Bond geben dürfen, doch kurz vor Drehstart überlegte sich Roger Moore, doch noch einmal als Agent 007 aufzutreten.

Unknown Identity

Lost in Berlin: Verloren fühlen sich nicht nur viele Touristen sondern auch Liam Neeson… in dem Thriller Unknown Identity verliert er als Martin Harris das Gedächtnis. Um die Lücken wieder zu füllen, kämpft er sich durch ganz Berlin: vom Hotel Adlon auf die Oberbaumbrücke (von wo aus er mit dem Taxi in die Spree stürzte) über die Friedrichstraße, zum Hauptbahnhof, in den Club Tresor, an den U-Bahnhof Platz der Luftbrücke und den an der Bülowstraße, in die Berlinische Galerie, die im Film von außen aussieht wie die Neue Nationalgalerie.
Fun Fact: Der Flughafen Tegel lehnte die Produktion aus organisatorischen Gründen ab und drehte die Ankunft in Berlin lieber am Flughafen Leipzig/ Halle.

Monument Men

Und schon wieder stellt Berlin im Film Paris dar, dabei haben die beiden Metropolen auf den ersten Blick nicht viel gemein. Im Nikolaiviertel, Unter den Linden an der Neuen Wache, am Wannsee, im Grunewald, im alten Chemiewerk in Rüdersdorf und im Palais am Festungsgraben fand die Hollywoodproduktion dennoch tolle französische Drehorte. Studio Babelsberg sei Dank, blieb George Clooney mit seinem Team länger in Berlin, weil die kreativen Kulissenbauer ihm vom Militärcamp bis zum bayerischen Schloss Neuschwanstein in Potsdam alles nachbauten.
Fun Fact: Die Hollywoodstars residierten im Soho House, hier sieht Berlin bekanntlich aus wie London.

Die Tribute von Panem

Zukunft, Vergangenheit oder Fantasy: Berlin kann alles sein. Für den dritten Teil der Panem-Reihe konnte unsere Hauptstadt die Kulissen für gleich drei Distrikte bieten. Der inoffizielle Distrikt 13 befand sich im alten Heizkraftwerk in der Köpenicker Straße, die alte Chemiefabrik in Rüdersdorf konnte als Distrikt 8 überzeugen und der Flughafen Tempelhof war der rebellische Distrikt 2. Eindrucksvoll zeigte sich auch die Unterführung am ICC, die ja alltags eher gruselig als hollywoodreif wirkt.
Fun Fact: Donald Sutherland soll sich schriftlich um die Rolle des Präsidenten Snow beworben haben.

Wer ist Hanna?

Wenn am kriminellen Umschlageplatz Kottbusser Tor plötzlich teure Technik herumsteht… ist Hollywood nicht weit. An den Berliner Sets von Wer ist Hanna? wurde ein Teil des 30-Millionen-Dollar Film-Budgets verbraten, auch wenn man hier auf den Charme der Originalschauplätze zurückgreifen konnte, die zugleich günstiger sind als Nachbauten in Studios. Wie viel Thriller-Potential die unschöne Ecke zwischen ZOB und S-Bahnhof Messe Nord hat, zeigt uns Kameramann Alwin H. Küchler in einer beeindruckenden Plansequenz. (Für Nicht-Cineasten: Plansequenz ist eine sehr lange Kamerafahrt, die nicht geschnitten wird.)  Außerdem wurde am Görlitzer Bahnhof und im Großen Windkandal auf dem Campus Adlershof gedreht. Zum Finale ging es in den Spreepark.
Fun Fact: Ein Gruß an Urban Artist Banksy pinselten die Filmemacher auf eine Wand am ZOB: One Nation Under CCTV…

In 80 Tagen um die Welt

114 Millionen kostete der Streifen, der in 22 Wochen abgedreht wurde. (Zum Vergleich: Ein Tatort bekommt 25 Tage und 1,5 Millionen) Berlin stand nicht auf der Reiseliste von Phileas Fogg (Steve Coogan) und Lau Xing (Jackie Chan), aber trotzdem wurde 2003 in der Hauptstadt fleißig gedreht. Und zwar wurde der Gendarmenmarkt ins London des 18. Jahrhunderts verlegt, während das Schloss Charlottenburg für Paris herhalten musste.
Fun Fact: Arnold Schwarzenegger verließ nach diesem Film das Showbiz und wurde Gouverneur von Kalifornien.

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