Kieziges Filmfestival

Start der dritten Boddinale

Start der dritten Boddinale
Die Berlinale ist nicht das einzige Filmfestival im Februar. Bei der Boddinale muss außerdem niemand am Ticketschalter Schlange stehen.
Nord-Neukölln - Alle Welt redet von der Berlinale, aber in Neukölln freut man sich auf die Boddinale. Das alternative Kultur- und Filmfestival findet dieses Jahr zum dritten Mal und wieder zeitgleich zum namensverwandten, aber um einiges größeren Festspiel statt.

Während sich am roten Berlinale-Teppich die Stars die Klinke in die Hand geben, treffen sich in der Boddinstraßen, genauer im Kreativzentrum Loophole, lokale und Berlin-affine KünsterInnen und stellen ihre Kurz-, Lang- und Experimentalfilme oder auch Dokumentationen vor.

Alle Werke stammen entweder aus der Loophole-Community oder aus ihrem nahen Umfeld. Das Loophole versteht sich als Plattform für und bietet einen Raum in dem Ausstellungen und Konzerte organisiert und auch mal Partys veranstaltet werden. Das filmische Schaffen ihrer befreundeten KünstlerInnen feiern die BetreiberInnen nun zum dritten Mal auf der Boddinale. Auch dieses Jahr kommen hier wieder Streifen auf die Leinwand, die oft mit einem geringen Budget produziert wurden und auf den etablierten Filmfestivals nicht zu sehen sind.

Für diese Möglichkeit, in die Neuköllner Undergroud-Kunstszene einzutauchen, müssen die BesucherInnen auch über keinen großen Etat verfügen: Der Eintritt ist an allen Abenden frei. Nach den Screenings gibt es Gespräche mit den KünstlerInnen und danach jede Nacht Partys mit Konzerten oder DJ-Programm nach unterschiedlichen Musikrichtungen.

Für jeden was dabei und alle kommen hin

Angestoßen wird das Festival am Donnerstag, den 5. Februar mit „Kaputtccino“, einem Kurzfilm von Kuesti Fraun, in dem es um eine Überflussgesellschaft geht. Gleich darauf folgt „Rangan 99“, der einzige Film eines Künstlers, der noch nie in Berlin war: Tiyam Yabandeh ist Iraner und erzählt die Geschichte zweier Soldaten in unterschiedlichen Uniformen während des Irak-Iran-Kriegs. Bis zum 15. Februar werden dann jeden Abend ab 18 Uhr weitere Werke gezeigt – sogar auf drei Leinwänden gleichzeitig und zwei weitere stehen Donnerstag, Freitag und Samstag zusätzlich im Kaleidoskop bereit. Die VeranstalterInnen raten ihrem Publikum möglichst früh zu kommen, um noch einen Sitzplatz zu ergattern. Bei kostenlosen Filmvorführungen wird es schließlich immer voll.

Das Themenspektrum im Programm ist sehr vielfältig: Kommunikation in politischen Krisen, nautische Abenteuer, Segen und Flüche der Möglichkeiten unserer Generation, die Suche nach Bedeutung, romantische Beziehungen und allerlei Experimentelles, was vielleicht gar nicht kategorisiert werden sollte. Zu gewinnen sind die Preise für Best Feature, Best Short, der Boddinale Community Award und der Loophole Award, welche die Jury am letzten Tag des Festivals feierlich verleiht.

Die dritte Boddinale findet vom 5. bis zum 15. Februar statt. Screenings von 18:00 bis 20:00 Uhr und von 21:00 bis 23:00 Uhr. Ab 23:00 Uhr Aftershowpartys. Das vollständige Programm der Boddinale gibt es hier.

Loophole, Boddinstraße 60, 12053 Berlin

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