Politik, Atomkraft und Filme aus Kolumbien

Diese Berliner Filmfestivals erwarten dich im Herbst

Diese Berliner Filmfestivals erwarten dich im Herbst
Das Interfilm Festival startet am 20. November in seine 34. Ausgabe.
Eine Doku produziert von Jay-Z, atomare Filme und digital restaurierte Schätze aus der DDR – in den kommenden Wochen zeigt Berlin wieder Filmstadtqualitäten mit sehr abwechslungsreichen Festivals. Welche auf deiner To-do-Liste stehen sollten...

Uranium Film Festival (9. bis 14. Oktober)

Die komplexen Themen Atomkraft und Radioaktivität will das Uranium Film Festival für seine Besucher zugänglich machen. Das internationale Filmfest wurde 2011 in Rio de Janeiro gegründet und befasst sich mit Uranabbau bis hin zu Atombomben. Den Start des Festivals macht die Eröffnung der Fotoausstellung Hibakusha Weltweit. Diese widmet sich den Millionen von Menschen, deren Umwelt und Gesundheit durch die Atomwirtschaft beeinträchtigt werden. Der Schwerpunkt bei diesem Festival liegt auf Dokumentationen, so befasst sich Too Precious to Mine mit dem Volk der Havasupai, die am Grand Canyon leben und von dem dortigen Wasser abhängig sind. Nun droht ein 20-jähriges Verbot des Uranbergbaus unter der Trump-Regierung zu kippen. Mehr als zwanzig Filme werden Anfang Oktober gezeigt, wobei viele der internationalen Regisseure aus Japan, Australien, den USA und Großbritannien auch nach Berlin kommen und ihren Film persönlich vorstellen.

Wann: Eröffnung ist am 9. Oktober ab 19 Uhr im Zeiss Planetarium

One World Berlin: Human Rights Film Festival (17. bis 20. Oktober)

Bereits 2004 wurde dieses Festival gegründet, das sich auf Werke zum Thema Menschenrechte konzentriert. In diesem Jahr kannst du im Lichtblick-Kino und im Aquarium am Südblock dokumentarische Werke aus Deutschland, Australien und den USA anschauen. Im Blickpunkt stehen der Rechtsextremismus in Deutschland, der Einfluss der Digitalisierung auf den Alltag und die Gesellschaft sowie der institutionalisierte Rassismus in den USA. Gezeigt wird als Berlin-Premiere die sechsteilige Dokuserie Rest in Power: The Trayvon Martin Story, die sich mit dem Fall des afroamerikanischen Jugendlichen befasst, der von einem Mitglied einer Nachbarschaftswache in Florida erschossen wurde. Täter George Zimmerman wurde freigesprochen. Produziert wurde die Serie übrigens vom Rap-Mogul Jay-Z. Außerdem auf dem Programm steht der Film der beiden Fernsehjournalist*innen Katja und Clemens Riha VMannsland, der Interviews mit den wichtigsten V-Leuten im deutschen Rechtsextremismus der letzten Jahrzehnte zeigt. Neben den Filmen wird es auch Gespräche mit den Filmemachern und Beratungsexperten von Menschenrechtsorganisationen geben.

Wann: Bereits am 7.10 zeigt das Festival den Film A Woman Captured, das restliche Programm startet ab dem 17. 10
Wo: Lichtblick-Kino im Prenzlberg und Aquarium am Südblock (Kottbusser Tor)
Wie viel: Im Lichtblick-Kino Tickets ab 6,50 Euro (ermäßigt 5,50 Euro)
Mehr Infos: One World Berlin

Film-Restored (25. bis 28. Oktober)

Einen Blick in die Vergangenheit machst du mit dem Filmerbe Festival der Deutschen Kinemathek, das dir digital restaurierte Filme präsentiert. Vervollständigt wird das Festival durch Vorträge und Werkstattberichte, wobei vor allem das Zusammenspiel von Film- und Fernseharchiven als Überlieferer eines audiovisuellen Erbes in diesem Jahr eine Rolle spielt. Gezeigt werden im Kino Arsenal insgesamt elf Filme, darunter die Verfilmung des Romans Der kleine Prinz aus dem Jahr 1966 (DDR), die Komödie Alles auf Zucker (2005) sowie der Schwarz-Weiß-Streifen Shirins Hochzeit von 1976.

Wann: Das Filmprogramm startet um 20:30 Uhr am 25. Oktober mit dem Film Die bleierne Zeit (1981)
Wo: Kino Arsenal und Deutsche Kinemathek (Potsdamer Platz)
Wieviel: Wer sich zum kompletten Festivalprogramm anmelden möchte, kann das bis zum 23. Oktober unter filmrestored@deutsche-kinemathek.de tun. Mit Akkreditierung ist der Zugang zu den Vorträgen und zu den Filmen kostenfrei. Es gibt aber auch die Möglichkeit, nur zu einzelnen Vorstellungen zu gehen, dann gelten die regulären Preise des Kino Arsenal (8 Euro, Mitglieder 5 Euro).

Interfilm (20. bis 25. November)

Zum 34. Mal wird das Internationale Kurzfilmfestival in Berlin gezeigt, in Verbindung mit dem KUKI, dem Kurzfilmfestival für Kinder und Jugendliche (18. bis 25. November). Das Programm ist noch nicht ganz vollständig, aber bereits angekündigt ist eine Sektion, die den Fokus auf die Filmlandschaft in Kolumbien legt. Dazu werden ein internationaler und ein deutscher Wettbewerb ausgetragen, genauso wie ein Dokumentarwettbewerb und ein Konfrontationswettbewerb. Bei Letzterem stehen Shorts im Mittelpunkt, die sich mit Gewalt und Intoleranz beschäftigen. Als Bonus zum Festival gibt es zahlreiche Partys, eine Virtual Reality-Show im Zeiss Großplanetarium und Filme, die live neu vertont werden. Übrigens hat die Academy of Motion Picture Arts and Sciences in Los Angeles das Interfilm Berlin zum Academy Qualifying Festival auserkoren. Das bedeutet, dass die Gewinnerfilme im Internationalen Wettbewerb ab sofort automatisch am Rennen um den Oscar in den Kategorien Live Action Short und Animated Short Film teilnehmen.

Wann: Das Festival wird am 20. November in der Volksbühne eröffnet.
Wo: Unter anderem Babylon, Neues Off
Mehr Infos: Interfilm

 

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Ein Beitrag geteilt von interfilm (@interfilm_berlin) am Nov 23, 2017 um 3:47 PST

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