Kikillus greift nach dem Stern

Neu in Mitte: Fine Dining im The Noname

Neu in Mitte: Fine Dining im The Noname
Zwischen Bondage und Bordüre - im The Noname staunen die Gäste schon vor dem ersten Bissen.
Der ist gekommen um zu bleiben. Spitzenkoch David Kikillus hatte in Dortmund schon einen Stern. Nach dem greift er jetzt auch im brandneuen Restaurant The Noname in den Heckmann-Höfen – zwischen blinkender Bondage-Street-Art und einem tollen Team.

Das Restaurant ohne Namen spielt mit Gegensätzen. Angefangen bei den Zutaten, die entgegen des Regionalhypes aus aller Welt kommen, über Chefkoch David Kikillus, der mit Cap und Tattoos das optische Kontrastprogramm zu seiner Gourmetküche bildet, bis hin zum Interieur zwischen Bondage-Street-Art und viel zartem Stoff. The Noname macht Eindruck.

 

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Ein Beitrag geteilt von the NOname Berlin (@thenoname_berlin) am Feb 25, 2019 um 5:48 PST

Im Gastraum verlieben wir uns sofort in die Jugendstilleuchten an der Stuckdecke, von der einmal ringsum bodentiefe, weiße Gardinen die Wände ersetzen. Allein das wäre Wow-Effekt – aber der neuen Fine-Dining-Adresse nicht aufregend genug. Also hängt eine überlebensgroße, leicht bekleidete Dame an Bondagebändern im Raum. Keine echte natürlich. Sondern ein Street-Art-Mural der Künstlerin Anne Bengard, das dank Lichtinstallationen den ganzen Abend Hingucker bleibt.

Aber kommen wir zum Essen. Unsere Wahl fällt auf das 6-Gänge-Menü (auch 8 sind möglich), das mit einem Gruß aus der Küche und fantastischem Sauerteigbrot beginnt. Großartig auch die Variationen der Auster an Sanddorn, Gurke und Kohlrabi. Neben einem Tartar der Muschel stellt uns der Service einen Austernchip mit Algenpuder auf den Tisch. Und der ist so dermaßen zum Niederknien, dass wir davon am liebsten eine ganze Tüte mit nach Hause nehmen würden. Auch auf den Punkt: der Kaisergranat (auch Kaiserhummer genannt) aus Island.

 

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Ein Beitrag geteilt von the NOname Berlin (@thenoname_berlin) am Apr 3, 2019 um 6:38 PDT

Ein Zwischengang aus Estragon und Kamille, der auf der Zunge wie Szechuanpfeffer pritzelt, läutet den zweiten beeindruckenden Teil des Menüs ein – sage und schreibe drei Desserts. Ehrlich gesagt sind wir skeptisch, weil beide keine großen Nachtischfans. Aber Kikillus belehrt uns eines Besseren. Zu Malz und Holunderbeere gesellt sich ausgehöhlte Topinambur. In der knusprig ausgebackenen Wurzel versteckt sich Vanilleeis. Der nächste Gang macht sogar noch mehr „Spaß“, den uns der Serviceleiter bei jedem Gericht wünscht. So abgefahren die Kombination aus Heumilchhaut aus dem Allgäu, Steinpilzchips und Trüffel klingt, so bespaßt sind wir. Das können die französischen Blauschimmelkäse-Bällchen mit Birne und Haselnuss nicht mehr toppen.

Die korrespondierenden Weine schenkt übrigens Steve Hartzsch gekonnt ein, der schon im Einsunternull, Reinstoff und im Fischers Fritz für Getränke zuständig war. Die 220 Positionen auf seiner Karte bleiben in Europa, mit Schwerpunkt auf Italien und Frankreich. Bald will er auch eine komplett alkoholfreie Getränkebegleitung anbieten. Spätestens dann kommen wir wieder. Das Menü soll regelmäßig komplett ausgetauscht werden. Damit keine Langeweile aufkommt und The Noname – wie sein Name schon sagt – frei von Konventionen bleibt.

Das 6-Gänge-Menü kostet 85, 8-Gänge gibt’s für 105 Euro. Extrawünsche wie vegetarische Versionen müssen vorab angemeldet werden. Wir wurden zu diesem Essen eingeladen. Danke dafür! An unserer objektiven Berichterstattung und eigenen Meinung ändert das nichts.

The Noname, Oranienburger Straße 32, 10117 Berlin

Festnetz 030/28877788

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Dienstag bis Samstag 18:00 bis 23:30 Uhr

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