Flüchtlingshilfe

Hilfe im stillen Kämmerlein

Hilfe im stillen Kämmerlein
Auch der regierende Bürgermeister Michael Müller hat sich die Notunterkunft Karlshorst schon angesehen. Bei so vielen Schuhen im Regal muss alles seine Ordnung haben.

Karlshorst - Flüchtlingshilfe kann vielfältig aussehen: Neben Geld- und Sachspenden machen vor allem Einsätze in den Notunterkünften Sinn. Wer in Karlshorst helfen möchte, landet zunächst im Spendenlager. Denn hier gibt es stets jemanden, der freiwilligen Helfern eine Aufgabe zuweist. QIEZ-Redakteurin Julia hat in der Kleiderkammer angepackt.

Schon zwei Mal musste die Kleiderkammer innerhalb der Flüchtlingsunterkunft umziehen. Viele Stunden hat es gedauert bis Spielzeug, Hygieneartikel und Textilien sinnvoll sortiert und an der richtigen Stelle angekommen waren. Erstmal. Klar ist nämlich auch: Drei Mal in der Woche wird Kleidung an die Bewohner der Unterkunft ausgegeben und ständig müssen neue Spenden einsortiert werden. Helfende Hände sind in der Kleider- und Spendenkammer in der Köpenicker Allee darum immer gern gesehen.

An diesem Sonntag stehen wir in der Kleiderkammer für Frauen. Über und über stapeln sich Sachen in Regalen, auf Kleiderständern und in Kartons. Dazwischen führen schmale Gänge von einer „Abteilung“ in die nächste. Andere haben gut vorsortiert. In der einen Ecke finden wir Shirts, in der anderen Röcke und so weiter. Zu unserer Linken entdecken wir eine Helferin, die seit dem frühen Morgen Schals und Tücher so auseinanderklamüsert, dass auf den ersten Blick zu erkennen ist, welches Stoffende zu welchem Stück gehört. Sich in dieser Fülle von Sachen zu orientieren, fällt uns schon schwer. Wie lange sollen dann erst die Frauen hier zubringen, bis sie gefunden haben, was sie brauchen?

Würdest du das noch anziehen?

Also ran an die Bouletten. Wir sollen die Kleiderständer nach Unnötigem durchforsten: Es wird kalt, also gehören dünne Kleidchen ins Lager für Sommerklamotten. Fleckige oder kaputte Sachen stecken wir in Wäsche- oder Müllsäcke auf dem Flur. Und davon gibt es viele. Auch Pullover, denen man die Jahre im Keller förmlich „anriecht“. Klar, auch die könnte könnte man noch tragen. Möchte man aber nicht. Bei der Entscheidung, ob die Sachen noch tragbar sind, steht also ein Maßstab an oberster Stelle: Alles, was wir so, wie es ist, selbst mitnehmen würden, darf bleiben.

Einwandfreie Textilien sortieren wir nach Art, Größe und Zweck. Wenn möglich, machen wir eigene Kleiderständer nur für Sportsachen, für Jeans- oder Strickjacken frei. Manchmal ordnen wir sogar farblich. Wir lächeln über stilistisch fragwürdige Spenden und freuen uns über neuwertige Klamotten.

Als Einstieg nur zu empfehlen

Vor lauter Stoff sehen wir an diesem Tag keine Bewohner und kaum Tageslicht. Anders ist es bei der Ausgabe der Kleidung, denn auch dabei kann man helfen. Die gibt es aber nur wochentags und endet um 18 Uhr. Für Abwechslung am Wochenende ist gesorgt, wenn man sich mal in der Kinderabteilung, im Hygienelager und bei den Herrenklamotten nützlich machen kann.

Für einige mag diese Arbeit im stillen Kämmerlein ein Ausschlusskriterium sein. Verständlich, wenn man darauf hofft, beim Helfen mit Geflüchteten in Kontakt zu kommen. Für andere könnte sich die Mitarbeit in einer Kleiderkammer aber genau durch das Fehlen dieser Möglichkeit anbieten. Zum Beispiel, wenn Mütter ohne Impfschutz anpacken wollen. Oder wenn man sich erst einmal mit der Organisation einer Unterkunft vertraut machen möchte.

Hier kannst du dich in den Schichtplan für freiwillige Helfer in der Kleiderkammer der Notunterkunft Karlshorst eintragen. Alle weiteren Infos zum Standort und seinen Projekten findest du bei Lichtenberg hilft. Eine allgemeine Übersicht über weitere Möglichkeiten, Geflüchteten zu helfen haben wir hier zusammengestellt.
Hilfe im stillen Kämmerlein, Köpenicker Allee 146, 10318 Berlin
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