Milliardenflughafen BER

Eröffnung erst im März 2013

Eröffnung erst im März 2013
Baustelle Flughafen: Fraglich, ob es im März 2013 wirklich losgeht.
Eine Hiobsbotschaft folgt der nächsten: Der Willy-Brandt-Flughafen in Schönefeld eröffnet erst im März 2013. Dadurch ufern auch die Kosten aus.

Nicht nur, dass der Willy-Brandt-Flughafen in Schönefeld deutlich später fertig wird. Er wird auch dramatisch teurer. Schon jetzt kostet er fast drei Milliarden Euro und damit eine halbe Milliarde mehr als Aufsichtsratschef Klaus Wowereit (SPD) und die anderen Verantwortlichen bisher verlauten ließen. Das bestätigen dem Tagesspiegel vorliegende Controllingberichte der Jahre 2011 und 2012 der Überwacher der Firma WSP/CBP sowie Protokolle des Aufsichtsrates der Flughafengesellschaft, die Berlin, Brandenburg und dem Bund gehört.

Die Gesamtkosten für BER sind von ursprünglich angesetzten 2,4 Milliarden (Jahr 2008) auf mittlerweile 2,995 Milliarden Euro angestiegen – nach vom Aufsichtsrat abgesegneten Zahlen. Doch das ist nicht das Ende der Fahnenstange. Die Drei-Milliarden-Grenze werde überschritten, hieß es am Donnerstag in Aufsichtsratskreisen.

Folgekosten noch nicht berücksichtigt

In dem Budget sind allerdings die Folgekosten der auf den 17. März 2013 verschobenen Eröffnung, etwa wegen Schadenersatzleistungen oder dem Austauschen des Planungsbüros GMP, noch gar nicht einberechnet. Zum „Eigeninvest“ kommen außerdem knapp 500 Millionen Euro „Fremdinvest“, also Gebäude, die der Flughafen für andere aufstellt, aber vorfinanziert. Und der „Kostenbericht“ der Firma WSP/CBP vom 20. März 2012 erwartete beim Fluggastterminal (ausgelöste Aufträge: 1,1 Milliarden) weitere Steigerungen, nämlich auf 1,2 Milliarden Euro.

All die Zahlen stehen im Widerspruch zu Erklärungen Wowereits, aber auch von Brandenburgs Regierungschef Matthias Platzeck (SPD), dass sich das Airport-Projekt – anders als andere Großprojekte in Deutschland wie beispielsweise die Philharmonie in Hamburg – im „Kostenrahmen“ bewege. Das ist, wie sich zeigt, schon länger nur die halbe Wahrheit.

Fest steht, dass der Airport an die Grenzen der Finanzierung kommt, für die nach einer Pressemitteilung des Flughafens vom Sommer 2009 knapp 3,3 Milliarden Euro zur Verfügung stehen. Eine Spanne, die nicht ausgereizt werden sollte. Sie setzt sich zusammen aus einem Kredit von 2,4 Milliarden Euro, zu 100 Prozent verbürgt von der öffentlichen Hand, Zuwendungen Berlins, Brandenburgs und des Bundes von 430 Millionen sowie vom Flughafen selbst erwirtschafteten 450 Millionen Euro. Jetzt ist selbst der Milliardenkredit bis auf knapp 100 Millionen fast aufgebraucht, was hohe Zinsbelastungen zur Folge hat. „Für die Jahre 2014 bis 2018“, heißt es in einem Aufsichtsratsprotokoll, drohe „ein geringer Schuldendienstdeckungsgrad“.

Unterdessen wird der Vertrag mit Planungs-Manager Manfred Körtgen aufgelöst. Der Technik-Geschäftsführer und Chefplaner des Airports muss zum 1. Juni gehen.

Eröffnung erst im März 2013, Berliner Chaussee, 12529 Schönefeld

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