Fluglärm hält an

Schlaflos in Tegel

Schlaflos in Tegel
Generell sind Nachtflüge in Tegel erlaubt. Hier setzt gerade eine Maschine zur Landung an.
Fluglärmgegner müssen sich in Tegel anscheinend noch geraume Zeit gedulden, bis der Flughafen seinen Dienst aufgibt. Das Nachrtflugsverbot droht, gekippt zu werden.  Die Tegeler Fluglärmkommission hat im Gespräch mit der Luftfahrtsbehörde eingelenkt. Noch nach 23 Uhr werden Landungen auf dem Flughafen Tegel gebilligt.

Wer gegen 23 Uhr ins Bett geht und in der Einflugschneise des Tegeler Flughafens wohnt, wird bald womöglich nicht mehr so gut einschlafen können. Am Dienstag wurde es nach einer längeren Debatte von der Fluglärmkommission in Tegel hingenommen, dass Flüge grundsätzlich auch nach 23 Uhr starten und landen dürfen.  

Es werden jedoch in der Masse weniger Flieger starten dürfen als zuerst beantragt. Flüge vor 6 Uhr wurden hingegen missbilligt. So hat also die Luftfahrtbehörde die Fluglärmkommission (FLK) zu ihrer Sicht hinreißen können. Diese Woche soll dann das Urteil der Behörde kommen, ob es Ausnahmen hinsichtlich des Nachtflugverbots geben soll. Voraussichtlich werden die Frühflüge, die oft auf einem Sonntag liegen, in den meisten Fällen abgelehnt werden, wobei die Nachtflüge beim Votum durchkommen werden.

23:15 Uhr geht’s ins Bett

Der unfertige Flughafen Berlin-Brandenburg ist Auslöser für das Fortbestehen des Flugverkehrs in Tegel. Die Lufthansa und Air Berlin haben zusammen rund 150 Flüge für die eigentlich flugfreie Zeit angemeldet. Die beiden Airlines haben vor, ihr Angebot zu erweitern und bauen deshalb besonders auf die Fluggenehmigungen bis zur Eröffnung des BER am 17. März. Anders könnten sie das neue Flugangebot nicht ermöglichen. Schon Anfang Juli sollen die vier Spätflüge pro Woche bei der Lufthansa innerhalb der offiziell erlaubten Zeiten liegen. Bis dahin braucht das Unternehmen aber noch die Sondergenehmigungen. Air Berlin reizt diese bis Ende Oktober aus. Insgesamt sind 80 Flüge, davon viele nach offizieller Schließzeit, angefordert.

Im Augenblick dürfen Airlines zwischen 6 Uhr früh und 23 Uhr abends auf Tegeler Boden starten und landen. Bei der zeitlichen Planung für den Berlin-Brandenburg-Flughafen haben es die Anwohner schwieriger. Schon um 5 Uhr soll dort der Betrieb losgehen, bis endlich ab 24 Uhr Ruhe einkehrt. Gegen diese Zeiten und für ein Verbot von Fluglärm zwischen 22 und 6 Uhr startete am Dienstag eine Unterschriftensammlung.

23.15 Uhr soll der Zapfenstreich für die Zusatzflüge sein. Die Fluglärmkommission habe sich im Großen und Ganzen damit abgefunden, wurde berichtet. Jedoch hätte man nicht zugestimmt, sondern die Regelungen nur „zur Kenntnis genommen“.

Der frühe Vogel fängt die Kunden

Um Ihren Tagesflugplan zu schaffen, wollen die Airlines sogar schon um 5.20 Uhr abheben. Das passt der Fluglärmkommission nicht. Die 30 Anträge für die Zeiten vor 6 Uhr will die FLK nicht unterstützen. Die Airlines, die möglichst viele Zielorte ansteuern wollen und deren Flugplan vollgestopft ist, wird es nicht freuen. Es könnte sein, dass Flüge gecancelt werden, wenn die Maschinen bis zum Startschuss um 6 Uhr warten müssen. Dem Tagesspiegel wurde zugetragen, dass die Luftfahrtbehörde aus diesem Grund die Erlaubnis bei einzelnen Starts erteilen wird. Eine Empfehlung der Kommission ist für die Behörde nicht unumstößlich, sondern nur eine Anregung.

Im Sommer sind besonders viele Flüge geplant, um die Urlaubszeit abzudecken. Bis Mitte August wäre vorerst die Freigabe für den Nachtflugverkehr erteilt, sagte Daniela Augenstein von der Senatsverkehrsverwaltung dem Tagesspiegel. Die Luftfahrbehörde ist Teil dieses Gremiums und wird nach der Stoßzeit selbige auswerten und die Ergebnisse über die Zukunft des Flugplans für den Herbst entscheiden lassen. Einige Anträge wurden scheinbar schon zurückgezogen.

Kritik am Recht

Eine generelle Genehmigung, die für alle Flüge gilt, wird es nicht geben, da dafür ein neues Verfahren benötigt werden würde. So wird jeder Flugtermin für sich geprüft, was jedoch auch in der Kritik steht, juristisch nicht einwandfrei zu sein. Durch die Genehmigungen wird es möglich, Flüge für die späten Zeiten nach Plan loszuschicken. In der Regel ist die Ankunft nach 23 Uhr nur für verspätete Stahlvögel erlaubt. Eine Ausnahmeregelung dafür gibt es schon länger. Nach Mitternacht ist sogar eine Extragenehmigung nötig, wenn eine Verspätung unausweichlich ist.

Mehr Informationen zum Debakel um den neuen Flughafen wird es am 6. Juni geben, wenn der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit in seiner Funktion als Chef des Flughafenaufsichtsrats bereitsteht, um über die horrenden zusätzlichen Kosten Auskunft zu erteilen, die auf die Dauerbaustelle des neuen Flughafens zurollen. Dann wird der Hauptausschuss des Abgeordnetenhauses tagen.


Quelle: Der Tagesspiegel

Schlaflos in Tegel, Flughafen Berlin-Tegel (TXL), Berlin, Deutschland 13405, 13405 Berlin

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