phil goods entwirft königliche Plätzchenform

Da guckst du!

Da guckst du!
Vermutlich hätte Friedrich II. Gefallen an der ungewöhnlichen Geschäftsidee eines Berliner Unternehmers gefunden.
Als Statue gibt es ihn schon lange. Pünktlich zum Jubiläumsjahr grüßt Friedrich II. nun auch vom Backblech.

Der Alte Fritz mal anders: Als Ausstechform ermöglicht er seit neuestem Plätzchengenuss in ungewohnter Form. Fast zehn Zentimeter groß ist das rote Kunststoffförmchen, mit dem sich nicht nur ungewöhnliche Leckereien kreieren lassen – auch als Regalverzierung oder Berlin-Mitbringsel erfüllt das kleine Königsportrait seinen Zweck.

Unverkennbar sind die vorspringende Nase und der ausladende Hut des preußischen Königs, der in diesem Jahr seinen 300. Geburtstag feiert. Mit dem Ausstechförmchen wird die Auswahl an Andenken zum Jubeljahr um einen ungewöhnlichen Verkaufsschlager erweitert. 85 Produkte hat allein der Museumsshop zur „Friederisiko“-Ausstellung im Angebot und zwischen Büchern, Lesezeichen und Anstecknadeln steht nun auch der „Cookie Cutter“ im Friedrich-Look, inklusive Kurzbiografie und Rezept in englischer und deutscher Sprache.

Clevere Geschäftsidee

Die Idee zum ungewöhnlichen Förmchen stammt von Philipp Berief. Vor fünf Jahren suchte der heute 46-Jährigen nach einem Weg, um mit seiner Liebe zum Backen Geld verdienen zu können. Dem ursprünglich als Psychologen tätigen Berief gefiel der Gedanke, Ausstechformen jenseits von Sternen und Herzen anzubieten und er entwarf ein Miniaturmodell des Brandenburger Tors.

Die unter anderem auf Spritzguss spezialisierte Firma India-Dreusicke fand gefallen an dem Architektur-Ausstecher. Es war jedoch noch ein langer Weg, bis der am 3D-Drucker gefertigte Prototyp in Serie gehen konnte. Durch ein Verziehen der Form beim Abkühlen erinnerte das Berliner Wahrzeichens in den Anfängen der Entwicklung eher an den Schiefen Turm von Pisa.

Doch die Probleme konnten überwunden werden. Heute entwirft Berief in seinem Ein-Mann-Unternehmen „phil goods“ nicht nur Backförmchen in der Gestalt von bekannten architektonischen Bauwerken wie dem Kölner Dom, dem Eiffelturm oder der Oper in Sydney. Auch Porträits berühmter Persönlichkeiten gehören seit neuestem zum Sortiment. Ob Goethe, Luther oder eben Friedrich II. – es gibt keinen Kopf, der nicht auf ein Blech passt.

Soziales Engagement

Neben der Firma India-Dreusicke, die in Marienfelde ansässig ist, erhält Philipp Berief Unterstützung aus den Mosaik-Werkstätten. Von den dort angestellten Behinderten bekommen die aus lebensmittelechtem Kuststoff gefertigten Modelle den letzten Schliff, werden verpackt und versandt. Ohne finanzielles Startkapital wäre der heute so eingespielte Produktionsprozess nicht ins Rollen gekommen. Allein für die Herstellung des ersten Ausstechers fielen mehrere Tausend Euro Kosten an. Heute beliefert Berief Abnehmer in Frankreich, Spanien, Israel und sogar den USA und Australien. Besonders gut verkaufen sich die Freiheitsstatue und der Eiffelturm.

Doch neben der hübschen Aufmachung der Förmchen kommt es natürlich auf die Qualität der Kekse an. Damit sie zu einem wahren Leckerbissen werden, verrät Berief einige Tricks. Die Förmchen sollten nach jedem Arbeitschritt in Mehl getaucht werden und der Teig muss beim Ausstechen kühl sein. Wenn dann noch direkt auf dem Backpapier gearbeitet und das rohe Kekslein nicht erst später zum Blech balanciert wird, dann kann man mit Friedrich II. nach dem Backen wirklich zufrieden sein.


Quelle: Der Tagesspiegel

phil goods, Bartningallee 16, 10557 Berlin

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