Unterwegs in Friedrichsfelde

Alte Platte, neue Platte und ein ruhiger Tierpark

Alte Platte, neue Platte und ein ruhiger Tierpark
An der B1/5, der ehemaligen Dorfstraße Alt-Friedrichsfelde, zeigt sich die architektonische Palette des Stadtteils.
Friedrichsfelde – Vom mittelalterlichen Rosenfelde, wie der heutige Lichtenberger Ortsteil einst hieß, ist nichts geblieben. Doch zwischen markanten Plattenbauten und regem Verkehr findet sich dort auch alternative Architektur – und grün ist es ebenfalls, nicht nur im Tierpark, der bekanntesten Attraktion des Stadtteils. Ein Kiezspaziergang.

Viele Autofahrer rauschen durch Friedrichsfelde einfach hindurch. Die ehemalige Dorfstraße Alt-Friedrichsfelde ist heute eine sechsspurige Magistrale, die die Bundesstraßen 1 und 5 auf sich vereinigt. Längs des Wegs erhaschen die Fahrzeuginsassen Blicke auf mal mehr, mal weniger sanierte Plattenbauten; manche davon sind bunt bemalt. Vor diesem Panorama ducken sich noch einige denkmalgeschützte Wohnhäuser aus dem 19. Jahrhundert.

Es lohnt sich, auszusteigen und genauer hinzusehen. Nicht unbedingt wegen des großen Bildungs- und Verwaltungszentrums an der Alfred-Kowalke-Straße, wo unter anderem das Statistische Landesamt und die Fachhochschule für Verwaltung und Rechtspflege auf einem früheren Stasi-Gelände untergebracht sind. Doch wer sich von dort auf den Weg nach Westen macht, stößt jenseits der ebenfalls viel befahrenen Straße Am Tierpark und der U-Bahnstation Friedrichsfelde auf Wohngegenden, die nicht durch Plattenbauten geprägt sind.

Ist hier der Aufschwung?

Vielmehr stehen hier Siedlungshäuser aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts im Stil des Neuen Bauens. Manche von ihnen, etwa in der Lincolnstraße, haben durch ihre Backstein-Deko wirklich Charme. Von Schulhöfen, Spiel- und Sportplätzen in der Umgebung dringen immer wieder Kinderstimmen ans Ohr. Es ist eine Gegend, bei deren Durchqueren man den jüngsten Erfolgsmeldungen von Bezirksbürgermeister Andreas Geisel vom prosperierenden, familienfreundlichen Lichtenberg Glauben schenkt.

Südlich der Rummelsburger Straße schließt sich das Sewanviertel an, das tatsächlich aus ehemals tristen Plattenbauten besteht, die aber durch Sanierung und Erhöhung des Grünflächenanteils aufgehübscht wurden. Historisches schließt sich am südöstlichen Ende der Sewanstraße, kurz vor dem Tierpark an: Die Splanemann-Siedlung wurde in den 1920er-Jahren als erste Siedlung in Deutschland in Großplattenbauweise errichtet. Heute wirken die in angenehmem Rot und etwas weniger ansehnlichem Blaugrau gestrichenen Reihenhäuser im Vergleich zu den Plattenbauten jüngeren Datums fast schon apart.

Von der Splanemannstraße sind es nur wenige hundert Meter bis zum Eingang des Tierparks. Man muss Friedrichsfelde nicht böse gesonnen sein, um festzustellen, dass das 160 Hektar große Gelände im Osten des Ortsteils sein absolutes Highlight ist. Schließlich ist inzwischen auch das 1695 erbaute Schloss Friedrichsfelde im Eintrittspreis inbegriffen. Der Tierpark macht aufgrund seiner Größe und Gestaltung seinem Namen alle Ehre. Ausgedehnte Wiesen und Baumgruppen wechseln sich mit Gehegen ab. Vor allem unter der Woche ist es hier alles andere als überfüllt – des Zoodirektors Leid ist des Besuchers Freud. Natürlich darf jeder beim Thema Zoo seine eigene Meinung haben, aber sich in dieser Umgebung Tiere anzuschauen, die man normalerweise nicht zu Gesicht bekommt, ist ein Erlebnis, bei dem man schon mal die Zeit vergisst.

Tierpark Berlin-Friedrichsfelde, Am Tierpark 125, 10319 Berlin

Telefon 030 515310

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Tierpark Berlin-Friedrichsfelde

Der Tierpark in Berlin-Friedrichsfelde ist der flächenmäßig größte Tiergarten Europas.

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