• Donnerstag, 25. Juli 2013
  • von Nikolaus Triantafillou

Berliner Persönlichkeiten zeigen ihren Kiez

Franz Schulz verrät seine Lieblingsorte

  • Franz Schulz Bürgermeister a.D. Friedrichshain-Kreuzberg
    Franz Schulz zu Amtszeiten bei einer Sitzung des Kulturausschusses zur East Side Gallery. Foto: dpa - ©picture alliance / dpa

Am 19. Juli ist er nach seinem letzten Arbeitstag als Bezirksbürgermeister von Friedrichshain-Kreuzberg in Rente gegangen. Kurz zuvor hat der Politiker mit QIEZ über anstehende Aufgaben im Bezirk, die schönen Altbaugegenden Friedrichshains und den multikulturellen Charakter Kreuzbergs gesprochen.

Rund sieben Jahre hat Franz Schulz Friedrichshain-Kreuzberg regiert - leise im Ton, aber bestimmt in der Sache. Ursprünglich wollte er über die 65 Jahre hinaus weitermachen, doch im Frühjahr entschied er auf Anraten seiner Ärzte, in Ruhestand zu gehen. Sein klares Festhalten an grünen Idealen hat ihm Freunde und Gegner beschert, doch Schulz arbeitete auch in seinen letzten Amtstagen an pragmatischen Lösungen.

Der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg wolle gegen eine zu hohe Kneipendichte im Graefekiez vorgehen, war zu lesen. Schulz erläutert die Planungen: Wenn man Anzeichen bemerke, dass Gewerbebetriebe, die zur Wohnortsversorgung nötig seien, durch Bars und Cafés verdrängt würden, könne man dies mit Hilfe der Baunutzungsverordnung verhindern. Das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg habe die Regelung bei der Maaßenstraße angewandt. "Das wollen wir auch nutzen", sagt Schulz. Kiezgeschäfte statt Gastronomie? Es stelle sich die Frage: "Wo ist die kritische Häufung?" - so der Ex-Bürgermeister. Er verweist darauf, dass rund um Kneipen und Bars der Lärmkonflikt bedeutender sei, so dass man mit Hilfe des Immissionsschutzrechts gegensteuern könne.

Prinzessinnengarten soll für mindestens fünf Jahre bleiben

Optimistisch ist Schulz, was die Zukunft des Urban Gardening-Projekts Prinzessinnengärten angeht. Das Grundstück am Moritzplatz geht vom Liegenschaftsfonds der Stadt wieder in die Obhut des Bezirks über und der Bürgermeister a.D. versichert: "Wir werden einen Nutzungsvertrag mit Nomadisch Grün [den Betreibern des Prinzessinnengartens, Anm. d. Red.] machen." Fünf Jahre soll der gelten, inklusive einer Nachoption. Langfristig soll ein Bürgerbeteiligungsverfahren klären, was mit dem Areal geschehen soll. "Es wird nicht vorgegeben, dass wir das Grundstück bebauen müssen", so Schulz.

Im Kampf gegen eine Überhandnahme von Ferienwohnungen im Bezirk beobachtet das Bezirksamt den Markt im Internet. Dort wo es eine rechtliche Handhabe gebe, werde man den Betreibern von Ferienwohnungen eine Frist setzen, erklärt Schulz und formuliert das Ziel: "Wir wollen mit dem wenigen Personal möglichst viele Ferienwohnungen wieder dem Mietwohnungsmarkt zuführen."

Schöne Altbauten und ein romantischer Ort

Franz Schulz wohnt selbst seit 25 Jahren im Kreuzberger Wrangelkiez. Sein Herz schlägt aber auch für Friedrichshain. Die familienfreundlichen Gegenden wie das Samariterviertel mit seinen kleinen Läden haben es ihm angetan: "Ich finde die Altbaugebiete sehr schön. Es sind wunderschöne Wohngegenden, die mit ihren Nachbarschaftsbeziehungen wie ein kleines Dorf sind." Doch auch den Hochhäusern im Barnimkiez und an der Straße der Pariser Kommune kann Schulz etwas abgewinnen - seit er den gigantischen Blick genossen hat.

Einer der absoluten Lieblingsplätze des Ruheständlers ist das die Ortsteile verbindende Element. Die Oberbaumbrücke sei "einer der romantischsten Orte Berlins und gleichzeitig ein Ort, der etwas von Großstadt hat." Der schönste grüne Fleck im Bezirk liegt für Schulz im Westen: "Der Ostpark ist zurzeit mein Lieblingspark." Außerdem mag er die Vielfältigkeit Kreuzbergs, wie sie etwa in der Oranienstraße herrscht: "Der multikulturelle Charakter ist etwas, das mich hergebracht hat." Passend dazu antwortet Schulz auf die Frage nach seinen gastronomischen Vorlieben: "Man kann in sich gehen: Welche Kultur-Küche möchte ich haben? Ich gehe sehr gerne Türkisch essen." Doch auch das an der Spree gelegene RioGrande empfiehlt Schulz – "wenn man essen gehen und eine tolle Atmosphäre haben will."

Lest auf Seite 2, welche Herausforderungen sich der Bezirk nach Schulz' Meinung stellen muss.

Bürgeramt 1, Friedrichshain-Kreuzberg

Yorckstraße 4-11
10965 Berlin

Zum Eintrag

Entdecke deinen Kiez mit unserer Karte! aufklappen

 
Quelle: QIEZ
Möchten Sie einen Beitrag schreiben oder eine Bewertung vornehmen?
Weitere Artikel zum Thema "Wohnen & Leben"

Wohnen & Leben

Beschissene Beete: gegen die Neu-Berliner-Spießigkeit

Beschissene Beete: gegen die Neu-Berliner-Spießigkeit

Berlin ist eine Großstadt mit allem, was dazu gehört: Dreck, Lärm und … mehr Berlin

Familie

Endlich geht es in Berlin rund: Karls Achterbahn

Endlich geht es in Berlin rund: Karls Achterbahn

Für die meisten ist es immer noch der Erdbeerhof vor den Toren der Stadt, … mehr Berlin

TOP-LISTEN

Top 5: Ungehypte Lieblingsorte in Treptow

Top 5: Ungehypte Lieblingsorte in Treptow

Treptow feiert gerade 450. Geburtstag. Grund genug, über unsere … mehr Treptow

Wohnen & Leben

Dein Urlaubsplaner für die Brückentage

Dein Urlaubsplaner für die Brückentage

Die erste gute Nachricht ist, dass jeder Feiertag 2018 auf einen Werktag … mehr Berlin

Wohnen & Leben

Darum ist der Teutekiez am schönsten

Darum ist der Teutekiez am schönsten

Oderberger Straße, Kastanienallee und Weinbergspark kennt doch eigentlich … mehr Mitte, Prenzlauer Berg

Grünes Berlin

Diese Insel ist noch lange nicht out!

Diese Insel ist noch lange nicht out!

Die Pfaueninsel hat Besucher verloren. Viele Besucher. Wir konnten uns … mehr Zehlendorf

Artikel versenden

Geben Sie hier die E-Mail-Adresse des Empfängers ein (z.B. name@xyz.de).
Mehrere Empfänger werden durch Kommata getrennt.

* Pflichtfelder

Hast Du bereits ein QIEZ-Benutzerkonto? Melde Dich hier an.

ODER
Falls Sie sich mit Ihrem Facebook-Konto auf Qiez.de registriert haben, klicken Sie auf den nebenstehenden Button, um sich mit Ihrem Facebook-Konto anzumelden.

Passwort zurücksetzen