• Donnerstag, 07. März 2013
  • von Sandra Prophet

Aktion gegen Rechts

Nicht in meinem Kiez: Demo gegen Nazi-Läden

  • Plakat gegen Neonazi-Läden
    Seit der Eröffnung 2009 wehren sich Anwohner, Gewerbetreibende und antifaschistische Gruppen gegen den Friedrichshainer Neonazi-Laden. Foto: dapd - ©Steffi Loos/ddp

Ein Bündnis verschiedener Gruppen, die sich gegen Rechts stark machen, ruft am 9. März zu einem Aktionstag gegen Neonaziläden in Berlin auf. In Hohenschönhausen, Weißensee und Friedrichshain sind Kundgebungen und Demos geplant. Hier halten sich sein einiger Zeit Geschäfte, in denen Kleidung eindeutig rechts ausgerichteter Labels verkauft wird.

"Thor Steinar" ist seit Jahren als ein Hersteller bekannt, der Kleidung von Neonazis für Neonazis produziert. Dementsprechend sorgen die Marke und die Geschäfte immer wieder für Widerstand und Schlagzeilen. Mit Erfolg: Aus dem herkömmlichen Einzelhandel ist "Thor Steinar" inzwischen verschwunden. Seitdem setzen die Macher auf markeneigene Geschäfte, die stets auch zu einem Anlaufpunkt der rechten Szene werden. Die Initiative "Kein Kiez für Nazis" aus dem Nordosten Berlins berichtet beispielsweise, dass es stärker zu Provokationen von Rechts gekommen sei, seit es in Weißensee einen Neonazi-Laden gibt. Auch rechte Symbole seien seitdem viel häufiger zu sehen.

Nicht nur Bomberjacken

Nazi-Läden verkaufen nicht einfach nur Kleidung sondern versuchen, über ein spezielles Outfit ein rechtes Lebensgefühl zu vermitteln. "Thor Steinar"-Klamotten sind dabei nicht immer gleich als solche zu erkennen, denn das Label bietet längst nicht nur Bomberjacken und Kapuzenshirts an, sondern versucht seit einiger Zeit auch, sich in der eher bürgerlich anmutenden Outdoorsparte zu platzieren. Runen und eindeutige Nazisymbole verweisen dabei auf rechte Ideologie. "Thor Steinar" versucht, diese "mitte-tauglich" zu machen. Eine ähnliche Strategie verfolgt eine neue Marke namens "Label 23", die sich an eine kampfsportaffine Kundschaft richtet und rechte Slogans und Symbole deutlich verschlüsselter verbreitet.

Dass solche Aktionstage wie der am 9. März geplante erfolgreich sind, zeigen die Kampagnen gegen die "Thor Steinar"-Geschäfte nahe dem Alex und dem Rosenthaler Platz, die es heute nicht mehr gibt. Auch der Mietvertrag des Ladens im Friedrichshain wird nach 2015 nicht verlängert. Außerdem haben einige Institutionen wie der Bundestag, der Sächsische und Mecklenburg-Vorpommer'sche Landtag und die Uni Greifswald das Tragen von Kleidung dieses Labels verboten. 

9. März 2013 - Aktionstag gegen Naziläden und rechten Lifestyle in Berlin: 

Hohenschönhausen: Kundgebung, 12 Uhr, Lindencenter
Weißensee: Demo, 14 Uhr, Antonplatz (durch Prenzlauer Berg und Weißensee)
Friedrichshain: Demo, 16 Uhr, S-Bhf. Frankfurter Allee

Initiatoren des Aktionstag sind die Bündnisse "Kein Kiez für Nazis!" (Nordost-Berlin) und  "Initiative gegen rechts" (Friedrichshain).

 

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Quelle: QIEZ
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