• Freitag, 16. Januar 2015
  • von Julia Wernicke

Ausprobiert

Türkische Kartoffel im Nordkiez

  • Patiti Patati Kumpir Felix
    Grün und freundlich: das Patiti Patati und sein Besitzer Felix. Foto: QIEZ - ©Wernicke

Samariterkiez - Kumpir ist türkisches Fast Food und schon lange auch bei Berlinern als Imbiss beliebt. Einer der neuen Kumpir-Läden liegt in der Samariterstraße in Friedrichshain. Wir haben den Kartoffelstampf der besonderen Art getestet.

Kumpir, das ist im Prinzip Kartoffelbrei in Kartoffelschale mit Gemüse. Oder Backkartoffel deluxe. Also eigentlich doch wieder mit nichts zu vergleichen. Und wenn man sie zum ersten Mal bestellt, ist man kurz überfordert, weil man zwischen käsiger, knoblauchiger und scharfer Variante, verschiedenen Toppings und Saucen wählen kann.

Für Felix ist diese erste kurze Verwirrung kein Problem. Auf das Geständnis meiner Jungfräulichkeit in Sachen Kumpir lächelt er freundlich und ohne Hintergedanken und fängt an zu erklären. Statt sinnlos auf die Vitrine mit den leckeren gemüsigen Toppings zu starren, darf ich mir schließlich eine der kleinen Karten am Tresen greifen, auf denen alle möglichen Füllungen für die Kartoffel aufgeführt sind: Rote-Beete-Salat mit Apfel und Spinat zum Beispiel, Hummus, Ingwer-Zimt-Möhren, gegrilltes Gemüse mit Fenchel, Mais oder süße Zwiebeln.

Bunt und lecker: meine Kumpir. Bunt und lecker: meine Kumpir.
Insgesamt vier davon kann man sich für eine Kartoffel im Wert von 4,90 Euro aussuchen, oben drauf kommt dann noch Soße. Und die ist der eigentliche Knaller: Im Patiti-Patati gibt es Curry-Cranberry, Rote Beete, Sour Cream oder die veganen Varianten Erdnuss und Salsa.

Hat man sich dann erstmal entschieden, macht sich Felix ans Werk. Die riesige Kartoffel wird aus dem Ofen geholt und in der Mitte aufgeschnitten. Auf die noch heißen Hälften streut der Chef auf Wunsch Käse und dann wird mit einer Gabel drauflos gequetscht. - natürlich ohne die Kartoffelschale zu beschädigen und ohne die beiden Kartoffelhälften gänzlich zu trennen. Toppings drauf, Soße drauf, zur Krönung noch ein bisschen Deko aus Rucola und Pinienkernen und ab mit dem Teller an einen der beiden Tresentische im Lokal, in dem insgesamt nicht viel mehr als zehn Leute sitzen können.

Kartoffel, Brause, Suppe und Service

Wer nicht vor Ort genießen möchte, für den gibt's die leckeren Kumpir auch zum Mitnehmen. Wir bleiben, bedienen uns an den ausgewählten Brausen im kleinen Getränkekühlschrank (Aloha, Fritz Cola, Bionade, Clubmate - was der gemeine Friedrichshainer halt so erwartet) und platzieren uns am hellen Holztisch zwischen den grasgrünen Wänden. Als ich für den letzten trockenen Rest der Kartoffel beschämt nochmal nach Soße frage, wirkt Felix geschmeichelt bis zufrieden und lässt den Nachschlag ohne Murren rüberwachsen.

Eigentlich kommt die Idee zur Kombi von Ofenkartoffel und Salat aus der Türkei. Und eigentlich sollten wir auch nicht unsere ganze Aufmerksamkeit auf den netten Felix hinterm Tresen richten, er hat das Patiti Patati nämlich gemeinsam mit seiner Freundin aufgemacht. Und die hat bestimmt nicht nur einen Anteil am Konzept, sondern auch an den hübschen unterschiedlichen Schubladen, die als Regale an der Wand hängen. Die beiden wollten ein gesundes und kreatives Gericht verkaufen und stehen selbst auf Kumpir, daher die Idee zum Laden.

Wer einmal im Patiti Patati gegessen hat, der kann die Leidenschaft zur Knolle aus dem Ofen absolut nachvollziehen. Ist lecker, macht satt und das mit der Preis-Leistung stimmt auch noch. Und falls jemand so gar nicht auf Kartoffeln steht, kann er ja immer noch die wechselnden veganen Suppen kosten, die das Patiti Patati auch noch bietet. Nur eins ist hier mit Sicherheit nicht zu holen: Fleisch.

 

"Ich hätte nicht gedacht, dass man von nur einer Kartoffel so richtig satt sein kann. War ich aber und noch dazu begeistert vom Geschmack. Und da bin ich sicher nicht die einzige, denn an diesem Abend war das Patiti zwar nicht voll, aber immer wieder stand jemand hinterm Tresen und ließ sich die Kartoffel zum Sofortessen oder to go zubereiten. Von Papa mit Kind bis zum älteren Ehepaar."Julia Wernicke

patiti patati

Samariterstraße 34
10247 Berlin

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Quelle: QIEZ
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