• Donnerstag, 14. Januar 2016
  • von Dirk Moldt

QIEZ-Blogger: Friedrichshainer Zeitzeiger

Der Fernsehturm steht nicht ganz richtig

  • Fernsehturm in Bau unfertig Berlin 1966
    Der (unfertige) Fernsehturm vom Ostbahnhof aus gesehen. Foto: Bezirksmuseum Lichtenberg - ©Dieter Breitenbohm

Friedrichshain - Seit 2015 schreibt der "Friedrichshainer Zeitzeiger" über Geschichten und Gesichter aus den Kiezen zwischen Oberbaumbrücke und dem S-Bahnhof Frankfurter Allee. Dieses Mal geht es um die Berliner Skyline und die Frage: Was hat der Fernsehturm mit Friedrichshain zu tun?

Wenn das Wetter schön ist, kommen Berliner und Touristen gern auf die Warschauer Brücke, um den spektakulären Sonnenuntergang hinter der Skyline der Stadt zu genießen. Dass der Anblick vor fast fünfzig Jahren nicht weniger spektakulär war, zeigt dieses Foto, das um 1966/67 entstand. Dass die Leute nicht schon damals dorthin pilgerten, liegt einerseits daran, dass damals, in wirtschaftlich schwerer Zeit, der Sinn dafür mangelte. Außerdem galten Eisenbahnanlagen als militärischer Sicherheitsbereich, weshalb es nicht geraten schien, diese allzu lange zu betrachten und zu fotografieren.

Geheimnisse vom Telespargel

Der hier noch im Bau befindliche Fernsehturm wurde anlässlich des 20. Jahrestags der DDR im Oktober 1968 eröffnet. Die Form entwarf Hermann Henselmann, der in Friedrichshain auch das Hochhaus an der Weberwiese entwarf. Ingenieurtechnisch war es eine echte Herausforderung, dieses Gebäude in den märkischen Sand zu setzen, zumal sich das Gerücht hält, SED-Walter Ulbricht hätte ihn bei einer Modellbesichtigung höchstpersönlich von seinem ursprünglich geplanten Standort mitten ins Zentrum der Stadt gestellt, damit er von allen Ausfallstraßen zu sehen ist. An die von einer schwedischen Firma errichtete, über 200 Meter hohe Betonröhre wurde erst die untere und dann die obere Hälfte der Kugel montiert, nachdem sie sicherheitshalber auf dem Boden vormontiert worden waren.

Was der Fernsehturm mit unserem Bezirk zu tun hat? Einer der zunächst geplanten Standorte war neben dem Friedrichshain, wo dafür sogar schon Wohnhäuser abgerissen wurden. Nur wo genau, das ist die Frage. Wir wissen es nicht.

 

Ein von T-Buhr (@tieberlin) gepostetes Foto am

 

Dem Fernsehturm verdankten die Berliner übrigens nicht nur einen zumindest technisch besseren Radio- und Fernsehempfang, sondern auch viele schöne Fernsehturm-Witze. Zum Beispiel diese:

  • Was passiert wenn der Fernsehturm umfällt?
    Dann kann man mit dem Fahrstuhl in den Westen fahren.

  • Welche vier Meere kann man vom Fernsehturm sehen?
    Oben das Wolkenmeer, unten das Häusermeer, im Westen das Lichtermeer und im Osten gar nix mehr.

Kaum zu glauben, dass er bald 50 Jahre alt ist.


Dieser Artikel wurde uns vom Friedrichshainer Zeitzeiger zur Verfügung gestellt. Das Original liest du hier. Mehr spannende Geschichten aus Friedrichshain findest du auf der Homepage unter fhzz.de.


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Quelle: Friedrichshainer ZeitZeiger
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