Berliner Herz

In Friedrichshain entsteht ein neues Kinderhospiz

In Friedrichshain entsteht ein neues Kinderhospiz
Ende 2014 wird das Kindertages- und Nachthospiz "Berliner Herz" in der Lebuser Straße in Friedrichshain eröffnet. Am 2. Juni wurde Richtfest gefeiert. Inka Bause (ganz links) legte den Grundstein für das neue Gebäude.
Strausberger Platz - Seit 2007 gibt es den ambulanten Kinderhospizdienst "Berliner Herz". Dafür sind bereits ehrenamtliche Helfer im Einsatz, die Familien mit schwerstkranken Kindern begleiten. Weil das Angebot nicht ausreicht, wird Ende 2014 ein teilstationäres Kindertages- und Nachthospiz in der Lebuser Straße hinzukommen.

119 Familien werden gegenwärtig liebevoll und kompetent durch 89 Ehrenamtliche im ambulanten Hospizdienst Berliner Herz begleitet. Allerdings zeigte sich, dass die in der Einrichtung vorhandenen Angebote nur einen Teil der Bedürfnisse der betroffenen Familien abdecken. So wird beispielsweise anstelle einer vollstationären Versorgung auch oftmals nach einer Tagesbetreuung gesucht, die die Familie teilweise entlastet, aber auch das Zusammenleben zu Hause weiterhin gewährleistet.

Mit diesem Hintergrund rief Hospizleiterin und Sozialpädagogin Christiane Edler das Kindertages- und Nachthospiz „Berliner Herz“ ins Leben, das im Sinne einer Tagesbetreuung täglich von morgens bis abends geöffnet hat, im Bedarfsfall aber auch die Möglichkeit einer kurzzeitigen Nachtaufnahme bietet – bisher existierte im Land Berlin und Brandenburg keine vergleichbare Einrichtung. „Wir haben festgestellt, dass stationäre und ambulante Hospizangebote für Kinder nicht ausreichen. Oft brauchen die Familien auch für einige Tage oder Nächte Entlastung“, so Edler.

Teil- und vollstationäre Bereiche

Das Projekt kostete insgesamt 1,8 Millionen – ein Teil der Baukosten finanzierte sich über Spendengelder, vor allem aus Zuwendungen der Klassenlotterie. Auf einem zentral und ruhig gelegenen Grundstück der Lebuser Straße in Berlin-Friedrichshain in unmittelbarer Nähe des Strausberger Platzes sollen auf 800 Quadratmetern Wohnfläche Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene bis zum 30. Lebensjahr, die an lebensbegrenzenden Krankheiten leiden, betreut werden.

Zwölf Gäste können in dem Gebäude mit Innenhof  und 1200 Quadratmetern Gartenfläche mit ihren Familien aufgenommen werden. Dabei stehen sieben Plätze für den teilstationären und fünf Plätze für den vollstationären Bereich zur Verfügung. Laut Christiane Edler, soll die teilstationäre Betreuung die Möglichkeit einer kurzfristigen oder vorübergehenden Zuwendung bieten, um Freiräume zu schaffen. Das sei ganz wichtig für die Arbeit, Selbstpflege, das Wahrnehmen persönlicher Termine, Unternehmungen mit Geschwisterkindern oder zum Luftholen und auch um Abstand zu gewinnen.

Familiäre Atmosphäre ist wichtig

Wenn es um die Einrichtung und die inhaltliche Gestaltung geht, wird viel Wert auf eine familiäre, freundliche und wohnliche Atmosphäre gelegt. „Es gibt Gästezimmer und Apartments und verschiedene Therapieangebote“, erklärt Edler. Unter anderem wird tiergestützte Therapie sowie Musik- und Kunsttherapie in hierfür speziell eingerichteten Räumen stattfinden.

Christiane Edler betont, dass, anders als in einem Erwachsenenhospiz, sich längst nicht nur Menschen in ihrer letzten Lebensphase in die Einrichtung begeben. Viele der Betroffenen kommen mehrfach und bleiben für kurze Zeiträume. Neben einem weiteren stationären Kinderhospiz gibt es in der Hauptstadt übrigens vier weitere ambulante Einrichtungen. Die Verbindung von teil- und vollstationärer Pflege und Betreuung, wie es das Kindertages- und Nachthospiz anbietet, ist allerdings deutschlandweit einmalig – daher hat die Einrichtung Modellcharakter.

In Friedrichshain entsteht ein neues Kinderhospiz, Lebuser Straße 15, 10243 Berlin
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