Der 1. FC Union nach dem Heimsieg

Wendezeit an der Alten Försterei?

Wendezeit an der Alten Försterei?
Erleichterung nicht nur beim Trainer: Norbert Düwel (r.) nach dem Spiel gegen den SV Sandhausen mit Christopher Trimmel
Wuhlheide – Nach dem zweiten Saisonsieg für Union Berlin am Samstag im heimischen Stadion gegen den SV Sandhausen (3:1) können die Fans und Trainer Norbert Düwel vorerst aufatmen. Der Verein verlässt die Abstiegsränge – doch wird der Aufschwung von Dauer sein?

Man hatte sich das in Köpenick alles nicht ganz so schwer vorgestellt: Den Abschied von Trainer Uwe Neuhaus nach langer Amtszeit und den vergleichsweise großen Umbruch im Kader. Doch nach neun Spieltagen stand der 1. FC Union mit nur 7 Punkten und einem Sieg da – der wurde immerhin gegen den verhassten Retortenklub RB Leipzig eingefahren. Klub-Legende Torsten Mattuschka spielte im Konzept des neuen Manns auf der Trainerbank, Norbert Düwel, nur noch eine ergänzende Rolle. Zu wenig für den 34-jährigen Mittelfeldspieler, der gegen Karriereende nicht dauerhaft auf der Bank sitzen wollte und zu seinem früheren Verein Energie Cottbus in die 3. Liga wechselte.

Mattuschkas Abgang bewegt und spaltet die Fans der ‚Eisernen‘ nach wie vor. Dennoch dürften es vor dem Spiel gegen den ebenfalls im Tabellenkeller hängenden SV Sandhausen vor allem die ängstlichen Auftritte der wenig eingespielt wirkenden aktuellen Mannschaft gewesen sein, die die Anhänger umtrieben. Traditionell hält man sich bei Union ja zugute, ein etwas anderer Verein zu sein: fannäher, leidenschaftlich, aber auch weniger aufgeregt. Auch Präsident Dirk Zingler hatte am Anfang der Saison um Geduld gebeten, aber vor dem wichtigen Spiel am Samstag eine Reaktion von Mannschaft und Trainer auf den Abstiegskampf gefordert.

Norbert Düwel – ein Mann für die Krise?

Wären die ‚Eisernen‘ gegen Sandhausen erneut leer ausgegangen, hätte sich die Situation für Düwel trotz allem wohl zugespitzt. Dass mit dem 3:1 die Trendwende schon geschafft ist, werden nun auch die größten Unterstützer des Trainers nicht behaupten. Denn fast die ganze erste Halbzeit lang zeigte die Mannschaft, wie verunsichert sie war. Lange Bälle, Pässe ins Nichts und die Halbzeitführung für die Gäste aus Südwestdeutschland verhießen nichts Gutes. Doch dann wurde es nach Angaben von Spielern und Trainer richtig laut in der Kabine und in den zweiten 45 Minuten zeigte das Team ein anderes Gesicht.

Initialzündung oder Ausnahmesituation? Noch können das selbst die nächsten Beobachter nicht seriös beantworten. Trainer Düwel scheint ein sympathischer, intelligenter Mann zu sein, dem man den Aufbau einer Mannschaft mit ruhiger Hand zutraut. Zuletzt stand jedoch eher zur Debatte, ob er auch Krise kann. Am Freitag beim punktgleichen VfR Aalen nachzulegen würde die Diskussion deutlich beruhigen.

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Stadion an der Alten Försterei, An der Wuhlheide 263, 12555 Berlin
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